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Niedersachsen Werbefahrt für Wasserstoff
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Werbefahrt für Wasserstoff
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20:20 17.09.2012
Von Bernd Haase
Technik für morgen: Ein Wasserstoffauto fährt bei Solvay vor. Quelle: Natalie Becker
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Hannover

Sieben Fahrzeuge mit entsprechender Ausrüstung machten beim Solvay-Konzern Station. Sie befinden sich derzeit auf einer Tour durch Europa, bei der neben der Landeshauptstadt auch Metropolen wie Hamburg, Paris, London und Kopenhagen Etappenorte sind. Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff fand es berechtigt, dass Hannover Eingang in diesen Kreis gefunden hat: „Wir sind ein idealer Standort für Modellprojekte der Wasserstoffwirtschaft“, sagte er.

Zu dem Projekt „European Hydrogen Road Tour“ haben sich die Hersteller Mercedes, Honda, Hyundai und Toyota zusammengeschlossen. Solvay ist involviert, weil die Unternehmenstochter Solvicore spezielle Membranen für Brennstoffzellen produziert. Als die Fahrzeuge aus den vier Konzernen gestern auf dem Firmengelände stoppten, waren 150 geladene Gäste aus Fachwelt, Politik und Medien zugegen.

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Brennstoffzellenautos fahren elektrisch und gewinnen ihren Antriebsstrom aus Wasserstoff, der wiederum aus Windstrom erzeugt werden kann. Im Gegensatz zu batteriebetriebenen Elektroautos dauert das Volltanken für eine Reichweite von etwa 500 Kilometern nur drei Minuten. Allgemein wird damit gerechnet, dass die leisen und emissionsarmen Fahrzeuge nach langen Vorbereitungsjahren spätestens in drei Jahren bei den großen Konzernen in Serienfertigung gehen.

Niedersachsen will mitmischen, wie Umweltminister Stefan Birkner (FDP) gestern sagte. „Wir können Windenergie zur Wasserstoffherstellung anbieten sowie Kavernen, um ihn dann zu speichern“, erklärte er. Wenn das Land tatsächlich in größerem Stil in diesen Wirtschaftszweig einsteigt, würde das auch die Energiewirtschaft freuen. Für sie eröffnete sich eine Möglichkeit, temporär auftretende Überkapazitäten bei der Stromproduktion aus Wind und Sonne abzufangen.

Mönninghoff sieht Chancen für Hannover. „Selbstverständlich dürfen wir als Autobahnknotenpunkt nicht beim Ausbau eines Wasserstoff-Tankstellennetzes fehlen“, erklärte der Dezernent. Er hält es auch für denkbar, ein Modellprojekt mit Taxen mit Bussen des Regionalverkehrs zu initiieren. Und schließlich könnte in dem geplanten Windenergietestfeld bei Sehnde auch erprobt werden, wie sich die Wasserstofftechnologie effizient nutzen lasse.

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