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Niedersachsen „Wir gingen auf dem Zahnfleisch“
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen „Wir gingen auf dem Zahnfleisch“
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19:47 27.03.2012
Von Lars Ruzic
LPKF-Mechatroniker bei der Arbeit: Das Unternehmen hat 2011 fast 140 neue Jobs geschaffen.
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Hannover

Hannover. Die börsennotierten Maschinenbauer der Region haben im vergangenen Jahr ihre eigenen Planungen übertroffen und geben sich auch für 2012 optimistisch. Der Garbsener Laserspezialist LPKF und der hannoversche Prüfmaschinenbauer Viscom präsentierten  Bilanzen mit satten Zuwächsen bei den wichtigsten wirtschaftlichen Kennziffern. Viscom will seinen Eigentümern nach drei Jahren ohne Ausschüttung für 2011 eine Dividende von 50 Cent pro Aktie zahlen. Bei LPKF bleibt es beim Vorjahreswert von 40 Cent.

Die Garbsener peilen für 2012 erstmals einen Konzernumsatz jenseits von 100 Millionen Euro an. Das entspräche einem Plus von mehr als 10 Prozent. Man rechne in allen Segmenten mit profitablem Wachstum, sagte Konzernchef Ingo Bretthauer. LPKF beliefert sowohl die Hersteller elektronischer Bauteile als auch die Auto- und Solarindustrie mit Lasermaschinen. Erst Ende 2011 zogen die Garbsener einen Großauftrag aus der Solarbranche im Wert von 43 Millionen Euro an Land - einer der wenigen, die in der Not leidenden Branche noch zu vergeben waren, wie Bretthauer betonte. Dem Preiswettbewerb könne sich der Kunde, dessen Namen der LPKF-Chef nicht nennen will, nun aber leichter stellen. Die Maschinen aus Garbsen ermöglichten eine weitaus günstigere Produktion.

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Der auf mehrere Jahre verteilte Großauftrag ist ein Grund für den Rekordauftragsbestand von mehr als 25 Millionen Euro, auf dem der Konzern derzeit sitzt. Um die gestiegene Nachfrage überhaupt bedienen zu können, hatte LPKF im vergangenen Jahr die Kapazitäten kräftig ausgeweitet und konzernweit die Belegschaft um mehr als ein Viertel auf inzwischen gut 600 Mitarbeiter aufgestockt. Am Sitz in Garbsen wuchsen Produktions- und Entwicklungsfläche um gut 50 Prozent, die Zahl der Beschäftigten legte um 40 auf gut 250 zu. Die Erweiterung sei überfällig gewesen, räumte Bretthauer ein. „Wir gingen schon auf dem Zahnfleisch.“

Wegen der Investitionen von konzernweit 14 Millionen Euro blieb das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) mit 15 Millionen Euro um gut 2 Millionen Euro unter dem des Vorjahres. Der Umsatz legte 2011 dagegen um 12 Prozent auf 91 Millionen Euro zu. Mit ähnlichen Wachstumsraten rechnet Bretthauer auch in den kommenden Jahren.

Etwas zurückhaltender geben sich die Manager von Viscom, die für 2012 zunächst mit stagnierendem Umsatz planen. Allerdings waren die Erlöse im vergangenen Jahr auch um ein Drittel auf den Rekordwert von 53 Millionen Euro gestiegen. Das Ebit schnellte sogar um mehr als zwei Drittel auf 12 Millionen Euro in die Höhe. Die Gewinnmarge von 22,5 Prozent lag deutlich über den eigenen Kalkulationen. Für 2012 rechnen die Hannoveraner mit einer Marge von 13 bis 17 Prozent. Viscom stellt optische Prüfmaschinen für Elektronikbauteile her und beliefert damit unter anderem die Auto- und die IT-Branche. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 270 Mitarbeiter, den überwiegenden Teil davon in Hannover.

Lars Ruzic 26.03.2012
Jens Heitmann 26.03.2012
Jens Heitmann 26.03.2012