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Niedersachsen Wirtschaftslage der Region Hannover zeigt Erholung
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Wirtschaftslage der Region Hannover zeigt Erholung
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13:03 21.08.2009
Von Lars Ruzic
Quelle: ddp
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Auch die Zahl der Firmengründungen bewegt sich auf vergleichsweise hohem Niveau. Allerdings hat sich die Bonität im zweiten Quartal weiter verschlechtert, gegenüber der Vorjahreszeit wurden 20 Prozent weniger Jobs angeboten. Insgesamt weist der HAZ-Hannover-Trend, der gemeinsam mit Arbeitsagentur, Creditreform und IHK Hannover entsteht, wieder sanft bergauf.

„Wir haben nicht nur die Talsohle erreicht, sondern uns von ihr deutlich gelöst“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Wilfried Prewo. „Allerdings ist es noch ein weiter Weg zurück zum alten Niveau.“ Gerade der Mittelstand als Jobfaktor Nummer eins „schlägt sich sehr wacker“, ergänzt Holger Bissel, geschäftsführender Gesellschafter der Creditreform Hannover-Celle. „Die ordentliche Zahl der Neugründungen zeigt, dass die Dynamik die Region noch lange nicht verlassen hat.“

Der Konjunkturklimaindex der IHK zeigte im vergangenen Quartal erstmals seit anderthalb Jahren wieder nach oben, liegt aber mit 82 Punkten weiterhin deutlich unter dem langjährigen Mittel. Vor allem die Industrie verzeichnete nach den erdrutschartigen Abfällen der vergangenen Monate wieder eine Besserung bei den Aufträgen. „Leer geräumte Lager im Inland müssen wieder gefüllt werden, Auslandsaufträge kommen aus weniger von der Krise betroffenen Ländern“, erläuterte Prewo. Gleichwohl erwarten die Fachleute keine schnelle Rückkehr zu früheren Verkaufszahlen. „Einige Branchen leiden jetzt unter den Produktionsblasen der vergangenen Jahre“, sagte Bissel. Die Kapazitäten würden derzeit „unter erheblichen Schmerzen“ auf Normalmaß zurückgestutzt.

In dieser Entwicklung sieht auch Prewo die Gefahr für die kommenden Monate: „Viele Unternehmen werden ihr Personal anpassen müssen, weil die Kapazitätsauslastung zu gering ist. Dies wird den bisher robusten privaten Verbrauch schwächen.“ Die Einzelhändler im IHK-Bezirk befürchten diese Entwicklung ebenfalls. Sie bilden die einzige Branche, deren Erwartungen in der IHK-Umfrage nach unten zeigen – übrigens auch entgegen dem Trend in ganz Niedersachsen. Die Insolvenzen im Handel betreffen kurioserweise bislang eher die Großen als die Kleinen. Wie der Konsum und die Arbeitsplatzentwicklung folgen auch die Pleiten in der Regel der Konjunktur.

Erst in sechs Monaten werde man wohl sagen können, wie stark die Pleitewelle ausfallen werde, meinte Bissel. „Eine Sturmflut wird es nach unserer Ansicht für Hannover jedoch nicht.“ Allerdings müsse die Tatsache aufhorchen lassen, dass es um die Zahlungsfähigkeit der 40?000 Firmen in der Region Hannover erneut schlechter bestellt sei. Der Bonitätsindex der Auskunftei hat sich zum fünften Mal in Folge verschlechtert. Da könne im Jahresverlauf noch einigen Unternehmen „die Luft ausgehen“, warnte Bissel.

21.08.2009
Stefan Winter 20.08.2009