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Niedersachsen Zinsausfälle könnten Prämien in die Höhe treiben
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Zinsausfälle könnten Prämien in die Höhe treiben
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18:18 25.10.2010
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Wegen des niedrigen Zinsniveaus auf den Finanzmärkten könnten auf Versicherungskunden schon bald höhere Beiträge zukommen. Bei einem Branchentreffen in Baden-Baden betonte der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück am Montag zwar, seine Preise stabil halten zu wollen. Was für Rückversicherer gilt, die andere Versicherungen gegen Großrisiken schützen, muss jedoch nach Einschätzung von Munich-Re-Vorstand Ludger Arnoldussen nicht unbedingt für das Privatkunden-Geschäft zutreffen: „Vor allem in der Kfz-Versicherung werden die Unternehmen spätestens in ein bis zwei Jahren nicht umhinkommen, die Prämien anzuheben.“

Viele Versicherer geraten derzeit unter Preisdruck, weil sie bei geringeren Zinseinnahmen aus ihren Anlagegeschäften am Kapitalmarkt nach zusätzlichen Verdienstquellen suchen müssen. Eine Möglichkeit liegt in der Erhöhung der Beiträge im sogenannten Erstversicherungs- Geschäft mit den Endkunden - etwa bei der Kfz-Versicherung.

Nach Angaben der Hannover Rück ist das Autogeschäft „weiterhin schwierig“. Dennoch seien bislang keine größeren Preisaufschläge vorgesehen: „Für das Jahr 2011 erwartet die Gesellschaft, dass sowohl die Marktbedingungen als auch die Prämienentwicklung im Wesentlichen stabil bleiben.“ Man rechne mit einer robusten Geschäftslage. „Wir haben ein gutes Jahr 2011 vor uns“, sagte Vorstand Michael Pickel.

In der Kfz-Rückversicherung seien die Preise im vorigen Jahr schon teilweise um bis zu ein Fünftel gestiegen, erklärte der Manager. Wetterkapriolen wie die Überschwemmungen entlang der Elbe oder der Wintersturm „Xynthia“ könnten die Preise indirekt aber auch für die Endkunden nach oben treiben. Er gehe davon aus, dass Erstversicherer in solchen Fällen zusätzlichen Rückversicherungs-Schutz einkaufen.

dpa