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Wirtschaft lokal „Kaum einer schimpft nicht über das Gesetz“
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19:30 14.03.2013
Berufskraftfahrer müssen alle fünf Jahre eine Fortbildung machen. Quelle: dpa

Von Oliver Nowak

Stadthagen. Alle gewerblichen Busfahrer, die vor dem 10. September 2008 ihren Führerschein gemacht haben, und alle gewerblichen Lkw-Fahrer, die vor dem 10. September 2009 ihre Fahrlizenz erworben haben, sind in der Pflicht, innerhalb von fünf Jahren – ab diesem Datum – eine Weiterbildung nachzuweisen, teilt Wilfried Bock, Geschäftsführer der Verkehrssicherheitsfirma Bock-VSP aus Lauenau, mit. Berufskraftfahrer, die nach diesen Daten ihre Fahrerlaubnis erworben haben, hätten über die Weiterbildungsbereiche bereits eine Prüfung abgelegt, müssten jedoch auch alle fünf Jahre ihr Wissen wieder nachweislich auffrischen.
Den Speditionen und Reiseunternehmen sei die Gesetzeslage, die von der Europäischen Union ausginge, zum Großteil bewusst, meint der Verkehrssicherheitsmann. Kleinere Firmen, die zum Teil auch mit Gütertransport zu tun haben, hingegen wüssten nicht immer genau über diese Gesetzesvorschrift Bescheid. Geschult werden müssen die Berufskraftfahrer in den Modulen „ECO-Training“, „Vorschriften für den Güterverkehr“, „Sicherheitstechnik und Fahrsicherheit“, „Schaltstelle Fahrer, Imageträger, Profi“ sowie „Ladungssicherung “.
Die Kosten betragen laut Bock je nach Fortbildungsunternehmen zwischen 50 und 150 Euro pro Modul. Insgesamt müsste die Fortbildung in den Modulen mindestens 35 Stunden umfassen, eine Prüfung werde nicht abverlangt. Ziel der Weiterbildungen sei es, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen sowie die wirtschaftliche Fahrweise zu verbessern und das Ansehen in der Öffentlichkeit zu stärken.
„Es gibt wohl keinen, der über das Gesetz nicht schimpft“, macht sich der Prokurist des Möbelhauses Heinrich aus Stadthagen, Hubert Brenner, Luft. „Aber“, so sagt er, „die neue Vorschrift bringt auch Vorteile. Vor allem beim Thema Ladungssicherung ist eine Auffrischung des Fahrerwissens manchmal gut. Und wenn durch das Modul Fahrsicherheit zwei Unfälle im Jahr verhindert werden können, amortisieren sich die Kosten für die Weiterbildung.“ Rund 80 Fahrer beschäftige das Möbelhaus, pro Modul kommen dabei pro Fahrer rund 100 Euro Schulungskosten auf das Unternehmen zu. Doch das seien nicht die einzigen Kosten, der Fahrer selbst trage auch welche, denn er opfere seine Freizeit. Zwar sei ein Unternehmen nicht verpflichtet, seinen Fahrern die Fortbildung zu zahlen, doch wenn sie es nicht täten, stünden sie im September 2014 gegebenenfalls mit viel zu wenig Fahrern da. Deshalb sei eine Absprache getroffen worden, dass das Fuhrpersonal die Fortbildung in seiner Freizeit mache und das Unternehmen dafür die Kosten trage. Bisher sei bereits das Modul „ECO-Training“ für eine umweltbewusste Fahrweise von den Fahrern absolviert worden, weitere Module folgten.