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Wissen Bisher nördlichstes „Eiskonzert“ gilt dem Arktis-Schutz
Nachrichten Wissen Bisher nördlichstes „Eiskonzert“ gilt dem Arktis-Schutz
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19:17 15.05.2019
Die norwegischen Musiker performen ein Konzert mit Instrumenten aus Eis. Quelle: Denis Sinyakov/Greenpeace
Berlin

Eine künstliche Eisscholle, Instrumente aus Eis, im Takt wippende Seelöwen: Die Umweltorganisation Greenpeace macht wieder einmal mit einer spektakulären Aktion auf den Umweltschutz aufmerksam. Dafür ließ sie jetzt Musiker im Eismeer der Arktis ein Konzert geben – auf Instrumenten aus Eis.

Für das bisher nördlichste Konzert aller Zeiten auf dem 78. Breitengrad der Arktis spielten vier Musiker aus Norwegen auf Musikinstrumenten, die der norwegische Künstler Bill Covitz zuvor aus Eisblöcken geschnitzt hatte. Auf Cello, Percussion-Instrumenten und Horn spielte die Band um den Jazzpercussionisten Terje Isungset das eigens komponierte Stück „Ocean Memories“. Und das hört sich wunderschön an.

Der Gig in der Gletscherwelt flankierte die einjährige „Pol zu Pol“-Expedition für den Meeresschutz – das Greenpeace Schiff „Esperanza“ hatte seinen nördlichsten Punkt erreicht. Die „Esperanza“ steuert laut Greenpeace ein Jahr lang besonders schützenswerte und durch menschlichen Zugriff bedrohte Meeresabschnitte vom Nord- bis zum Südpol an. Nach der Arktis sind weitere Stationen der Expedition: das atlantische Hydrothermalfeld „Lost City“, die Sargassosee, das vor wenigen Jahren neu entdeckte Amazonasriff an der brasilianischen Westküste sowie weitere „Hotspots industrieller Überfischung“ im Südwestatlantik, wie Greenpeace mitteilte.

Ein zweites Greenpeace-Schiff, die „Arctic Sunrise“, werde darüber hinaus den Tiefseeberg Vema westlich von Südafrika besuchen, um Geisternetze zu bergen. Das sind zurückgelassene Netze der Fischfangflotten, in die Meereslebewesen geraten und oft qualvoll sterben.

UN verhandeln über Schutzgebiete auf der Hohen See

Hintergrund sind die aktuellen UN-Verhandlungen zum Schutz der Ozeane . Greenpeace will mit den Exkursionen auf die industrielle Überfischung, Rohstoffabbau, Plastikmüll und Klimakrise aufmerksam machen, die den Meeren schwer zusetzten. Wie diese geschützt werden können, wollen die Vereinten Nationen bis zum Frühjahr 2020 festlegen. Bereits Anfang April hatte die Umweltorganisation ihre Studie „30x30: Ein Greenpeace-Plan für Meeresschutzgebiete“ vorgestellt, mit dem sie 30 Prozent der Meere unter Naturschutz stellen will.

Schon Einaudi spielte für Greenpeace im Eis

Bereits 2016 hatte Greenpeace in der Arktis ein musikalisches Zeichen gesetzt: Der italienische Komponist und Pianist Ludovico Einaudi spielte auf einem Flügel im Eismeer die „Elegy for the Arctic“ – auch er protestierte damit gegen die Zerstörung der Arktis.

Von RND/so

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