Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Wissen Bellen auf Knopfdruck: Was hilft, wenn der eigene Hund nur kläfft
Nachrichten Wissen Bellen auf Knopfdruck: Was hilft, wenn der eigene Hund nur kläfft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:27 26.07.2019
Signal an den Menschen: Das Bellen haben sich Hunde im Zuge der Domestizierung angewöhnt. Quelle: Jeanette Hix/dpa-tmn
Jena/Oberkrämer

Ob am Gartenzaun, hinter der Wohnungstür oder beim Anblick von Artgenossen: Hunde bellen, weil es ihre Art ist, zu kommunizieren und ihre Stimmung auszudrücken. Das ist normal. Teilweise wurden sie sogar gezüchtet, besonders viel und freudig zu bellen wie beispielsweise Jagdhunde.

Experten wie die Verhaltenswissenschaftlerin Dorit Feddersen-Petersen vermuten, dass der Hund sich das Bellen im Laufe der Domestizierung angewöhnt hat, weil Menschen auch Laute von sich geben. Denn der Wolf, von dem der Hund ja abstammt, kommuniziert mit Heullauten.

Bellen ist oft durch den Menschen antrainiert

„Laute, die Hunde von sich geben, sind wohl die erfolgreicheren Auslöser in der Kommunikation mit dem Menschen. Denn diese übersehen eher die feinen optischen Ausdrücke“, sagt Dorit Feddersen-Petersen. Allerdings besäßen Hunde im Bellen eine Lautäußerung, die fast durchgängig eine Übersteigerung erfuhr.

Problematisch wird es, wenn ein Hund ständig bellt und sich die Nachbarn beschweren. Doch oft liegen die Ursachen für unerwünschtes Dauerkläffen auch beim Besitzer. „Häufiges, unerwünschtes Bellen ist oft unbewusst antrainiert“, sagt die Verhaltensbiologin Juliane Bräuer vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte und Hundestudien.

So würde das Bellen zum Beispiel antrainiert, wenn der Besitzer die Leine nimmt, den Mantel anzieht und die Wohnung verlassen will. Für den Hund ist klar – es geht raus zum Spaziergang. „Wenn der Hund vor Freude bellt und der Mensch verlässt mit ihm das Heim, wird der Hund positiv bestärkt. Beim nächsten Mal bellt er vielleicht schon, wenn der Mensch nur zum Schlüssel greift.“

Lesen Sie auch:
Hunde kommen Menschen zur Hilfe – wenn sie können

Trennungsbellen aus Verlustangst

Die Forscherin rät, so lange stehen zu bleiben, bis sich das Tier beruhigt hat und leise ist. „Erst dann sollte man das Haus verlassen.“ Unerwünschtes Bellen würde auch bestärkt, wenn der Hund sein Futter bekommt, obwohl er vorher lauthals gemeldet hat, wie sehr ihn das jetzt freuen würde. Auch hier gilt - Futter gibt’s erst, wenn der Vierbeiner die Schnauze hält.

Dagegen kann ein Bellen am Gartenzaun bedeuten, dass der Hund, alleingelassen, nach seinen Menschen „ruft“. „Man könnte dieses Bellen als Trennungsbellen bezeichnen. Wölfe, die Mitglieder „rufen“ würden ein Trennungsheulen vokalisieren“, so Feddersen-Petersen.

Hunde müssen lernen, dass der Mensch immer wieder kommt

Aus Hundesicht scheint dieses Trennungsbellen verständlich. Denn Hunde sind hochsoziale Wesen, die in Familienverbänden leben. Sie verstehen nicht, wenn der Rudelchef sie alleine lässt. „Hunde müssen lernen, dass ihr Mensch sie auch mal alleine lässt, aber immer wieder kommt“, sagt die Tierpsychologin Angela Pruß aus Brandenburg.

Das könne man üben, indem man einige Sekunden aus dem Zimmer geht, die Tür schließt und zurückkehrt. Das wiederholt man mehrmals täglich. Nach und nach könne die Zeit gesteigert werden. Aber Achtung: Man sollte nie zum Hund zurückkehren, wenn er bellt oder winselt. „Mit der Rückkehr würde man sein Verhalten bestärken“, so Pruß.

Das könnte Sie auch interessieren:
Tierische Abkühlung: Hitzetipps für Haustiere

Kläffer im Garten: Lange Leine kann helfen

Aber warum bellen Hunde beispielsweise am Zaun, wenn ihr Besitzer in unmittelbarer Nähe ist? „Dann kann es sein, dass sie ihr Revier verteidigen oder Artgenossen mitteilen, mehr Distanz zu wahren“, erklärt Gerd Fels, Sachverständiger für die Hundehalteverordnung vom Land Brandenburg. Besitzer sollten in diesem Fall die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

„Eine lange Leine kann da hilfreich sein“, so der Schäferhundzüchter. Zeige der Hund am Zaun unerwünschtes Verhalten und reagiert nicht auf ein Unterlassungskommando, könne man ganz sanft über die Leine einen Impuls geben. „Schaut der Hund zum Besitzer und kommt im Idealfall sogar zurück, wird gelobt, gestreichelt und belohnt“, sagt Gerd Fels.

Körbchen nicht isoliert in der Wohnung platzieren

Angela Pruß ergänzt: „Viele Leute haben das Hundekörbchen im Flur stehen, weit weg, wo sich der Besitzer aufhält.“ Doch so überlasse man dem Hund die Verantwortung, allein auf das Rudel aufzupassen. Er werde programmiert, dass er beim kleinsten Geräusch draußen Laut gibt, weil er vielleicht sogar überfordert ist mit der Situation.

Von RND/dpa

Wissen Lebensbedrohliche Krankheit - Warum ist Ebola so gefährlich?

Seit nun einem Jahr wütet im Kongo das Ebolavirus. Die lebensbedrohliche Krankheit ist bislang nicht in den Griff zu bekommen. Ein Experte klärt die wichtigsten Fragen rund um das Virus, das schon Tausenden Menschen das Leben gekostet hat.

26.07.2019
Wissen Ungewöhnliches Experiment - Macht Hip-Hop-Musik den Käse fruchtiger?

Kann Käse hören? Und Vorlieben für Klassik oder Rap haben? So abwegig das klingt, eine Schweizer Hochschule hat bei einem Projekt jetzt erstaunliche Ergebnisse erzielt. Mit Mozart und Eminem im Dauereinsatz.

26.07.2019

Es ist ein eher ungewöhnlicher Gesundheitstipp: Auf Facebook empfiehlt die Krankenkasse Barmer Selbstbefriedigung als Einschlafhilfe. Die Kosten für Sexspielzeug will sie aber nicht übernehmen.

26.07.2019