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Wissen Deutschland ist extrem dicht mit Häusern bebaut
Nachrichten Wissen Deutschland ist extrem dicht mit Häusern bebaut
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16:00 27.08.2019
Die Studie ergab: Kein Haus in Deutschland ist mehr als 6,3 Kilometer von einem anderen Haus entfernt. Quelle: Oliver Berg/dpa
Potsdam/Dresden

Immer mehr Menschen leben auf der Erde – also brauchen auch immer mehr Menschen ein Zuhause. Dieser Trend geht auch an Deutschland nicht vorbei. In Großstädten ist die dichte Besiedlung recht offensichtlich, in ländlicheren Regionen kommt schon eher der Eindruck auf, dass die nächsten Nachbarn weit entfernt leben, doch der Schein trügt. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) untersuchten, wie dicht Deutschland tatsächlich bebaut ist.

Das Ergebnis: Kein Haus in Deutschland ist mehr als 6,3 Kilometer von einem anderen Haus entfernt. In 99 Prozent der Fälle hat das nächste Haus sogar einen Abstand von höchstens 1,5 Kilometern. Deutschland ist also von einem dichten, zusammenhängenden Gebäude-Netz durchzogen, so die Wissenschaftler. In die Berechnungen gingen alle Gebäude mit einem Grundriss von mindestens zehn Quadratmetern ein – egal ob Wohnhaus, Fabrikgebäude oder Garagenhof. Die Ergebnisse sind im Journal „Landscape and Urban Planning“ veröffentlicht.

Größte Freiflächen nicht in der Natur

Überraschend waren für die Forscher die Untersuchungen in der – vermeintlich weiten – Natur: „Entgegen unseren Erwartungen sind die größten Freiflächen nicht etwa in Naturschutzgebieten zu finden. Stattdessen zeigte sich, dass noch genutzte oder ehemalige Truppenübungsplätze die am wenigsten mit Gebäuden bebaute Fläche aufweisen“, sagte Mitautor Diego Rybski vom PIK. Studienleiter Martin Behnisch vom IÖR ergänzt: „Unsere Ergebnisse machen deutlich, wie dringlich es ist, in Deutschland mehr für den Flächenschutz und auch für die Entsiegelung von Böden zu unternehmen.“

Die Abbildung zeigt sogenannte Pole der Unerreichbarkeit in Deutschland. Der Begriff, auch als euklidische Distanz bekannt, definiert den Abstand zwischen zwei Orten – in diesem Fall Gebiete, die möglichst weiträumig frei von Gebäudebebauung sind. Die Rasterauflösung beträgt 10 Meter, die Entfernung zum nächsten Gebäude wurde farblich gekennzeichnet. Quelle: M. Behnisch/ U. Schinke, IÖR

Truppenübungsplätze am meisten gebäudefrei

Die Forscher hatten untersucht, ob es in Deutschland überhaupt noch gebäudefreie Zonen gibt. Das größte gebäudefreie Gebiet misst den Angaben zufolge gerade einmal 12,6 Kilometer im Durchmesser. Es liegt im Süden der Lüneburger Heide auf dem Truppenübungsplatz Bergen (6,3 Kilometer Entfernung zum nächsten Gebäude). Auch auf den Plätzen zwei bis fünf liegen Truppenübungsplätze: Baumholder in Rheinland-Pfalz (4,9 Kilometer), Hohenfels in der Oberpfalz (4,3 Kilometer) und Oberlausitz im Nordosten von Sachsen (4,2 Kilometer) sowie der ehemalige Truppenübungsplatz Kyritz-Ruppiner Heide in Brandenburg (4,4 Kilometer).

Folgen für die Umwelt

Nach Angaben des Umweltbundesamts gehen durch die Bodenversiegelung wichtige Funktionen verloren – vor allem Wasserdurchlässigkeit und Fruchtbarkeit. Dadurch kann beispielsweise Regenwasser schlecht versickern. Die Grundwasservorräte werden nicht mehr so gut aufgefüllt. Außerdem kommt es durch die versiegelten Böden bei starkem Regen immer wieder zu Überschwemmungen. Im Sommer heizen sich dicht bebaute Gegenden stärker auf – die Böden können kein Wasser verdunsten und kühlen somit die Luft nicht ab.

"Fast drei Viertel der bewohnbaren Fläche weltweit werden bereits vom Menschen genutzt", beurteilt Rybski die Lage zusammen und betont die Wichtigkeit nachhaltiger Entwicklung bei der Flächennutzung. Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen die Verschlechterung der Landschaft, betonen die Forscher.

RND/dpa

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