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Wissen Flöhe bei Katzen und Hunden: Parasiten bekämpfen und vorbeugen
Nachrichten Wissen Flöhe bei Katzen und Hunden: Parasiten bekämpfen und vorbeugen
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13:36 20.08.2019
In der Natur können sich Hunde durch Artgenossen oder Wildtiere, zum Beispiel Igel oder Vögel, mit Flöhen infizieren. Quelle: Sabine Schnürhagel/picture alliance
Hannover

Sie sind nur zwei bis vier Millimeter groß, können aber einen halben Meter weit springen und ihren Wirt mehr als 300-mal stechen: Flöhe. Vor allem Hunde und Katzen, die als Freigänger leben, sind für die Blutsauger beliebte Ziele. Und das kann gefährlich werden, denn Flöhe übertragen Viren, Bakterien und sogar andere Parasiten wie den Gurkenkernbandwurm.

Woran erkennen Tierbesitzer einen Flohbefall?

Flöhe sind mit dem bloßen Auge schwer zu bemerken. Einen Befall erkennen Tierbesitzer laut dem Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) vor allem an der sogenannten „Flohstraße“, also den vielen nebeneinander liegenden Einstichstellen auf der Haut des Vierbeiners. Außerdem würden Hund und Katze sich tagelang kratzen: Quaddeln, Bläschen und Knötchen auf der Haut seien die Folge. Wer sich dennoch unsicher ist, ob das Tier von Parasiten befallen wurde, könnte den Vierbeiner auf einer weißen, feuchten Unterlage mit einem speziellen Flohkamm kämmen. Rieseln kleine schwarze Punkte herunter, die sich beim Zerreiben rot färben, sei der Fall klar.

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Ein Flohbefall kann für Mensch und Tier gefährlich werden

„Vor allem beim Hund kann der abgesetzte Speichel zu starken allergischen Hautentzündungen, der Flohspeichel-Allergie-Dermatitis (FAD) führen“, erklärt der Verband. „Ohne tierärztliche Behandlung werden diese Hautwunden oft durch Bakterien oder Hefepilze besiedelt, sodass die Entzündung schließlich eitrig wird.“ Auch bei Menschen könne es durch einen Flohbefall zu einer Entzündung der Haut kommen, da der Juckreiz insbesondere im Schlaf zum Kratzen animiert.

Des Weiteren könne der Floh als Zwischenwirt fungieren und den Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum) übertragen. Wird er von Hunden, Katzen oder sogar Kindern versehentlich gegessen, entwickelt er sich im Dünndarm innerhalb von zwei bis drei Wochen zu einem erwachsenen Bandwurm. Deshalb sei das Entwurmen der Tiere nach einem Flohbefall besonders wichtig.

Wie kommt es zu einem Flohbefall?

Bei Hunden und Katzen geht der Flohbefall oft mit dem Kontakt zu einem infizierten Artgenossen einher. Dabei kann es sogar genügen, wenn Vierbeiner sich ein Körbchen oder eine Decke teilen.

Auch Wildtiere wie Igel oder Vögel können die Quelle der Parasiten sein. Aber: „Die meisten Infektionen entstehen aufgrund einer ‚verflohten‘ Umgebung, denn Flöhe haben die Tendenz, sich extrem stark zu vermehren“, erklären die Experten vom Bundesverband für Tiergesundheit (BfT). „Ein einzelnes Flohweibchen legt in einem Monat bis zu 750 Eier.“ Die Eier werden direkt im Fell des Tieres abgelegt, wo sie wegen der glatten Oberfläche leicht herausfallen. Das bedeutet: Überall, wo sich Hund oder Katze bei einem Parasitenbefall aufhalten, verteilen sie Flöhe. Daher müsse die Wohnung ausgiebig gesäubert werden, wenn ein Flohbefall entdeckt wurde.

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Flöhe im Haus und in der Wohnung bekämpfen

Das Umweltbundesamt rät, die Schlafplätze von infizierten Haustieren gründlich zu reinigen und mehrfach täglich staubzusaugen, um auch Larven und Puppen zu entfernen. Außerdem müssten Fugen und Teppiche gereinigt werden. Decken und andere waschbare Unterlagen sollten regelmäßig bei 60 Grad gewaschen und anschließend für mindestens zehn Tage in der Gefriertruhe gelagert werden. Und auch Außenbereiche, zum Beispiel Schuppen, Hundehütten oder Garagen, sollten hierbei nicht vernachlässigt werden.

Als weitere Maßnahme zur Bekämpfung der Parasiten gilt laut dem BfT die Behandlung des Hundes oder der Katze. Welches Flohpräparat sich am besten eignet, könnten Tierbesitzer beim behandelnden Tierarzt erfragen.

Wichtig: Flohpräparate richtig anwenden

Oft wird ein Parasitenbefall von Tierhaltern nicht ausreichend bekämpft, erklärt der Verband weiter. Die Experten listen folgende häufige Fehler auf:

  • Es wurden nicht alle Tiere im Haushalt behandelt.
  • Die Präparate wurden nicht richtig angewandt.
  • Die Abstände zwischen den Behandlungen waren zu groß.
  • Waschen oder Schwimmen der Tiere haben die Wirksamkeit angewendeter Medikamente verringert.
  • Eier, Larven und Puppen im Umfeld des Tieres wurden nicht sachgerecht bekämpft, sodass das Tier in den eigenen vier Wänden immer wieder neu befallen wird.
  • Es kommt regelmäßig zu Kontakten mit anderen Tieren mit Flohbefall oder einer mit Flöhen befallenen Umgebung außerhalb des Haushalts.

Wie beugen Tierbesitzer einem Parasitenbefall vor?

Damit es gar nicht erst zu einem Parasitenbefall kommt, empfehlen die Experten Hunden- und Katzenhaltern, sich beim Tierarzt über die Vorsorge zu informieren. Es gäbe unterschiedliche Maßnahmen – von entsprechend behandelten Halsbändern über Spot-on-Präparate bis hin zu Sprays und diversen Ölen.

Vorsicht: Katzenbesitzer sollten stets darauf achten, dass das Präparat auch für den Stubentiger geeignet ist. Ein Mittel, das auf Hunde ausgelegt ist, könnte für die Katze wegen des unterschiedlichen Stoffwechsels lebensgefährlich sein. Auch wenn die beiden Vierbeiner im selben Haushalt leben, sei darauf zu achten, dass die Präparate für beide Tiere ungefährlich sind.

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Von Jessica Orlowicz/RND

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