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Wissen Forscher entdecken Wasser im Gestein des Mondes
Nachrichten Wissen Forscher entdecken Wasser im Gestein des Mondes
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22:23 25.09.2009
Von Margit Kautenburger
Das von einem Künstler fuer die Nasa entworfene Bild zeigt das Konzept einer Mondbasis. Quelle: ddp
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Prof. Ralf Jaumann, Mondforscher vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt spricht von einer Sensation. „Wir dachten, wir wüssten längst alles über den Mond“, sagt der Geologe und Physiker. „Jetzt zeigt sich, dass er noch viele Geheimnisse hat.“

Die Entdeckung kommt zur richtigen Zeit. Die Europäer liebäugeln mit einer eigenen Mondmission, die Pläne der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa für eine Rückkehr zu dem Erdtrabanten wackeln hingegen. Die Aussicht auf Wasser könnte die Diskussion über eine Kolonisierung des Mondes wieder aufleben lassen. „Alles, was Menschen in Zukunft auf dem Mond tun, wird leichter“, schwärmt Jaumann.

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Allerdings gibt es auf dem Mond weder Flüsse noch Eisfelder. Das neu entdeckte Wasser ist unsichtbar. Es entsteht, wie die Forscher vermuten, durch den Sonnenwind, der auf die nicht von einer Atmosphäre geschützte Mondoberfläche prallt. Wasserstoffteilchen treffen demnach mit großer Wucht auf Sauerstoff, der im Mondgestein steckt. Es entsteht Hydroxyl, eine Verbindung aus je einem Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom. Bei der Auswertung der Daten glaubten die Wissenschaftler zunächst an einen Fehler. „Wasser auf dem Mond – diese Idee galt als verrückt“, sagt Jaumann. Erst als die Messungen von drei Raumsonden die gleichen Ergebnisse zeigten, war man sich sicher.

Eine Tonne Mondboden könnte etwa einen Liter Wasser enthalten. Das ist vergleichsweise wenig, im Erdgestein kann der Gehalt um das Hundertfache höher liegen. Mondforscher Jaumann hält es dennoch für möglich, aus dem Hydroxyl über Kondensation flüssiges Wasser zu gewinnen. Andere träumen schon von der Erzeugung von Sauerstoff zum Atmen oder Wasserstoff für Antriebe.

Warum aber hat man das Wasser erst jetzt entdeckt? Kurioserweise wurde in Apollo-Proben Feuchtigkeit nachgewiesen, doch die Wissenschaftler hielten sie für eine auf der Erde verursachte Verunreinigung. „Früher hatte man auch die Instrumente nicht“, erklärt Jaumann.

Im Gegensatz zum Mond könnte es auf dem Mars richtige Flüsse gegeben haben. Die Instrumente der Nasa-Sonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ haben in frischen Meteoritenkratern auch nahe dem Äquator sehr reines Eis entdeckt. Für die Forscher ein klarer Beleg, dass das Klima auf dem Mars früher feuchter war.

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