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Wissen Forscher entschlüsseln Gencode des Perigord-Trüffels
Nachrichten Wissen Forscher entschlüsseln Gencode des Perigord-Trüffels
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20:04 28.03.2010
Quelle: Martin Steiner (Symbolbild)
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So zitierte die britische Fachzeitschrift „Nature“ am Sonntag eine Forschergruppe von Frankreichs Nationalem Institut für Agrarforschung (INRA). Spezifische Gene von Perigord-Trüffeln, die vor allem in Frankreich, aber auch in Spanien und Italien gedeihen, sollten künftig in einer Trüffel-Datenbank gesammelt werden und zum Abgleich mit verdächtigen Warenproben zur Verfügung stehen.

Echte Perigord-Trüffel, deren lateinischer Name Tuber melanosporum lautet, werden wegen ihres exquisiten Geschmacks für etwa 1000 Euro pro Kilogramm gehandelt. Der unter der Erde wachsende Pilz hat 7500 Gene, von denen 6000 auch im Erbgut anderer Pilze vorkommen. Die übrigen 1500 Gene spielen den INRA-Forschern zufolge eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Trüffels und der Symbiose mit seinem Wirtsbaum. Trüffel und Baum - zumeist handelt es sich um eine Eiche - gehen dabei eine für beide nützliche Beziehung ein. Das Erbgut weise überdies Eigenheiten auf, die durch den Erdboden und andere Faktoren seines Lebensraumes beeinflusst seien, schrieben die aus drei Ländern stammenden Wissenschaftler, die fünf Jahre an der Entschlüsselung des Gencodes gearbeitet haben.

Zehn dieser typischen Erbgutbestandteile sollten in einer Gen-Datenbank registriert werden, um echte Perigord-Trüffel einwandfrei identifizieren zu können, erklärten die Forscher. Gesammelt würden Proben aus den etwa 50 Gegenden in Frankreich, Italien und Spanien, in denen der edle schwarze Trüffel vorkommt. So könnten echte Perigord-Trüffel zertifiziert und Betrüger leichter überführt werden.

Insbesondere aus China werden Trüffel-Imitate exportiert, die dem echten Perigord-Trüffel mit ihren niedrigeren Preisen Konkurrenz machen. So werden Pilze mit Extrakten aus echten Perigord-Trüffeln gesät, um ihr Aroma zu verbessern. Außerdem gibt es einen Pilz, der dem Perigord-Trüffel so ähnlich ist, dass er bislang nur durch eine Expertenanalyse als solcher bestimmt werden konnte. Trüffelanbieter haben die Europäische Union bereits aufgerufen, den Tuber melanosporum als Marke zu schützen.

afp