Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Wissen Gendefekt vermindert Fruchtbarkeit bei Männern
Nachrichten Wissen Gendefekt vermindert Fruchtbarkeit bei Männern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:36 21.07.2011
Foto: Spermien und Eizelle - Ein Gendefekt könnte eine bisher unbekannte Ursache für Unfruchtbarkeit erklären.
Ursache für Unfruchtbarkeit geklärt? Ein Fünftel aller Männer trägt einen neu entdeckten Gendefekt. Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige

Ein kleiner Gendefekt könnte eine der bisher unbekannten Ursachen für verminderte Fruchtbarkeit bei Männern sein. Dieser Defekt trete bei etwa jedem fünften Mann auf und senke die Chancen der Befruchtung einer Eizelle, berichten Theodore Tollner und Gary Cherr von der Universität Davis (Kalifornien) in der Zeitschrift "Science Translational Medicine".

Die Wissenschaftler untersuchten eine Genvariante, die zu einer veränderten Form des Proteins "Beta-Defensin" führt. Dieses Protein wird in den Nebenhoden gebildet und bindet sich während der Reifung der Spermien an deren Oberfläche. Spermien von Männern mit der defekten Variante von DEFB126 konnten eine dem weiblichen Gebärmutterschleim ähnliche Testsubstanz deutlich schlechter durchdringen als normale Spermien.

Bei der Untersuchung von rund 500 seit einiger Zeit verheirateten chinesischen Paaren fanden die Forscher zudem, dass die Wahrscheinlichkeit für eigene Kinder bei Männern, die nur das veränderte DEFB126-Gen hatten, um 30 Prozent geringer war als die von Männern ohne die Genvariante. Dabei zeigten ihre Spermien nach den bisherigen Kriterien wie Anzahl und Beweglichkeit keine Unterschiede.

Der nun entdeckte Gendefekt ist erstaunlich verbreitet, berichten die Forscher. Etwa ein Fünftel der untersuchten Männer aus Asien, Europa und Afrika trägt den Defekt auf beiden Chromosomen und bildet damit kein normales Beta-Defensin. Ihre Spermien haben es schwerer, zur Eizellen vorzudringen. Es sei unklar, wieso ein Defekt mit solch deutlichen negativen Folgen für die Chancen seiner Vererbung nicht längst ausgestorben, sondern dagegen so häufig ist, rätseln die Forscher. Möglicherweise hätten Männer, die das Gen nur von einem Elternteil geerbt haben, einen Vorteil.

Dieser Defekt könnte eine der bisher unbekannten Ursachen männlicher Unfruchtbarkeit sein, glauben Tollner und Cherr. Als unfruchtbar gilt ein Paar nach einer neuen WHO-Definition, wenn es nach zwei Jahren regelmäßigem ungeschützten Verkehrs nicht zu einer Schwangerschaft kommt. Die Unfruchtbarkeit des Mannes zählt etwa bei der Hälfte der Fälle als Ursache. Bei etwa einem Fünftel aller bisher als unfruchtbar eingestuften Männer bleibt die Ursache unklar.

dpa

Mehr zum Thema

Schon dreijährige Kinder teilen ihre Spielsachen mit anderen Kindern – und zeigen dabei ein gutes Gespür für Gerechtigkeit. Der Sinn fürs Teilen ist offenbar ein Erbe unserer Vorfahren.

21.07.2011

Deutschlands Chefs sind müde. Und zwar chronisch. Die Führungsspitzen des Landes kommen täglich im Schnitt auf sechs Stunden und zehn Minuten Schlaf – obwohl sie nach eigenen Angaben gern 40 Minuten mehr schlafen würden.

Dirk Schmaler 20.07.2011

Rüstungen sollten Soldaten im Mittelalter eigentlich Schutz gegen Schwerthiebe und Bogenschützen bieten – mitunter bewirkten sie aber genau das Gegenteil. Denn nach Ansicht eines Forscherteams waren Rüstungen strengenommen eine Fehlkonstruktion und haben sogar den Ausgang von Schlachten negativ beeinflusst.

20.07.2011