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Wissen Hornhaut an den Füßen loswerden – so geht‘s
Nachrichten Wissen Hornhaut an den Füßen loswerden – so geht‘s
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18:15 20.08.2019
Die Bildung von Hornhaut ist meist kein medizinisches, sondern ein ästhetisches Problem. Quelle: Christin Klose/dpa-tmn
Hannover

Hornhaut bildet sich, indem Basalzellen tief in der Haut Keratinozyten, also hornbildende Zellen, produzieren. Diese wandern Richtung Hautoberfläche und produzieren dabei die Hornsubstanz Keratin. Am Ende dieser Verhornung sterben sie und lösen sich von der Haut ab. „Hornhaut entsteht vorwiegend an Bereichen, die dauerhaft belastet werden“, erklärt Daniel Wilder, Facharzt für Dermatologie und Plastische Chirurgie aus Stuttgart. „Die Haut entzündet sich leicht und wird anschließend dicker. Dadurch werden die darunter liegenden Zellschichten geschützt.“ Und das sei in einem gewissen Rahmen sogar gesund: Wäre die Haut unter den Füßen beispielsweise so weich wie die der Unterschenkel, würden wir sie dauerhaft verletzen.

Laut Podologe Daniel Grau aus Aalen kann die zu Hornhaut führende Belastung viele Gründe haben, zum Beispiel eine falsche Gangart, ungeeignetes Schuhwerk, langes Stehen oder bestimmte Sportarten. Weitere Ursachen seien:

  • Infektionen
  • Akne
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Pilzerkrankungen
  • Sexualhormone
  • Vererbung
  • UV-Strahlung

Wie viel Hornhaut ist gesund?

Meist sei die Bildung von Hornhaut hauptsächlich ein ästhetisches Problem und verursache keine großen Beschwerden oder Schmerzen. Im Gegenteil, viele Betroffene hätten eher Probleme, weil sie die Haut zu aggressiv abreiben, erklärt Wilder.

Aber: „Gerade wenn die Hornhaut extrem ausgeprägt ist, immer wieder auftritt oder sich nicht beseitigen lässt, sollte abgeklärt werden, was die auslösenden Faktoren hierfür sind“, so Grau. Schließlich können stark verhornte Stellen, zum Beispiel Hühneraugen, unter Belastung sogar einreißen. Außerdem könnte eine Infektion, etwa ein Pilz, oder die Fischschuppenkrankheit dahinter stecken.

Schritt 1, um Hornhaut loszuwerden: Das Fußbad

Um lästige Hornhaut loszuwerden, empfehlen die Experten ein regelmäßiges Fußbad. Podologe Grau empfiehlt einen wöchentlichen Rhythmus. Und: „Zehn bis 15 Minuten reichen, um die Haut aufzulockern“, ergänzt Wilder. „Dann kann sie besser abgetragen werden.“ Laut der Fachzeitschrift „Apotheken Umschau“ sollten Betroffene hierbei darauf achten, die Füße nicht so lange ins Wasser zu halten, dass die Haut schrumpelig wird. Denn dann spüre man den Übergang von verhorntem zu gesundem Gewebe nicht mehr richtig und könnte sich verletzen.

Bei stark verdickter Hornhaut könne außerdem Koch- oder Totes-Meer-Salz in das Wasser gegeben werden. So bringe man auch Feuchtigkeit in die Haut. „Wenn Ihre Haut zu Trockenheit neigt, schafft ein Ölbad mit Harnstoff (Urea) Abhilfe“, so die Experten der „Apotheken Umschau“.

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Schritt 2: Die Hornhaut abtragen

Um die Hornhaut nach dem Fußbad abzutragen, empfiehlt Dermatologe Wilder einen Bimsstein. Von Hornhauthobeln mit Klingen sollten laut Grau nicht nur Diabetiker besser die Finger lassen: Zu groß sei die Gefahr, sich zu verletzen.

Die richtige Menge Hornhaut abzutragen, erfordere laut der „Apotheken Umschau“ ein wenig Fingerspitzengefühl. Die Experten empfehlen, so viel zu entfernen, dass sich die Haut beweglich anfühlt, die Behandlung aber nicht wehtut.

Schritt 3: Die Füße zur Pflege eincremen

„Zur täglichen Fußpflege eignet sich Creme, die zehn Prozent Urea enthält“, erklärt Wilder. Der Harnstoff binde Wasser und sorge so für weiche Haut. Bei sehr dicker Hornhaut eigne sich eine Creme mit einem Urea-Anteil von 30 Prozent oder eine Lotion, die den Wirkstoff Salicyl enthalte. „Das fördert den Regenerationsprozess der Haut“, so der Dermatologe. Beide Produkte gibt es in der Apotheke zu kaufen.

Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, empfiehlt Wilder, die Creme über Nacht einwirken zu lassen und dabei Baumwollsocken zu tragen. Ansonsten könne der Besuch bei der medizinischen Fußpflege helfen. Liegt eine Notwendigkeit mit einer entsprechenden Verordnung vom Arzt vor, übernimmt die Krankenkasse die Behandlung beim Podologen. Das gilt etwa für Diabetiker.

So können Sie Hornhaut vorbeugen

Damit es gar nicht erst zu der Bildung von Hornhaut kommt, empfiehlt Podologe Grau das beschriebene Programm wöchentlich zu wiederholen. Außerdem sollte versucht werden, Druck und Reibung zu vermeiden, indem man seine Schuhe regelmäßig wechselt. Betroffenen mit Fußfehlstellungen rät er, Schuheinlagen zu tragen.

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Von Jessica Orlowicz/RND

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