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Wissen Lebender Baumstumpf verblüfft Forscher
Nachrichten Wissen Lebender Baumstumpf verblüfft Forscher
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08:00 28.07.2019
Die auf der Nordinsel Neuseelands heimischen Kauri-Bäume (Agathis australis) sind immergrüne Laubbäume – dieser hier aber nur noch ein Stumpf. Quelle: Sebastian Leuzinger/iScience
Auckland

Ein ungewöhnlicher Baumstumpf in Neuseeland verblüfft Forscher: Der Überrest eines Kauri-Baums hat kein Blattwerk mehr und wird über Verbindungen seiner Wurzeln mit den Nachbarbäumen mit Wasser und Nährstoffen versorgt. „Das hat weitreichende Konsequenzen für unsere Vorstellung von Bäumen“, sagt Sebastian Leuzinger von der Auckland University of Technology, der das Phänomen im Fachblatt „iScience“ vorstellt. Möglicherweise sollten Bäume nicht als Individuen betrachtet werden, sondern Wald-Ökosysteme als Superorganismen, vermuten die Forscher und schreiben von einem „Wald-weiten Netzwerk“ („wood-wide web“).

Die auf der Nordinsel Neuseelands heimischen Kauri-Bäume (Agathis australis) sind immergrüne Laubbäume, die eine Höhe von 50 Metern und einem Stamm-Durchmesser von vier Metern erreichen können. Leuzinger entdeckte den Baumstumpf zusammen mit seinem Kollegen und Ko-Autoren Martin Bader beim Wandern an einem Steilhang in der Nähe der Großstadt Auckland. „Es war merkwürdig, denn der Stumpf lebte, obwohl er kein Laubwerk hatte“, wird Leuzinger in einer Mitteilung des Verlags zitiert.

Warum halten die grünen Bäume den Stumpf am Leben?

Messungen des Wasserflusses in dem Stumpf und in den Nachbarbäumen ergaben, dass die Wurzeln miteinander verbunden waren. Flüssigkeit durchströmte den Stumpf verstärkt vor allem nachts, wenn die Nachbarbäume weniger stark versorgt wurden. Wurzelverbindungen zwischen intakten Bäumen ein und derselben Art seien zwar bekannt, aber dieser Fall sei ungewöhnlich, betonen die beiden Forscher.

„Für den Stumpf sind die Vorteile offensichtlich - ohne die Verbindungen wäre er tot“, erläutert Leuzinger. „Aber warum sollten die grünen Bäumen diesen alten Baum am Leben erhalten, ohne dass er ihnen etwas bietet?“

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Höheres Risiko für Krankheiten

Möglicherweise, so spekuliert der Forscher, habe die Verbindung schon bestanden, bevor der Baum sein Laub verloren habe. In diesem Fall habe er das Wurzelsystem der Bäume erweitert, zur Versorgung mit Nährstoffen und Wasser beigetragen und die Stabilität des Verbundes an dem Hang verstärkt. Auch nach dem Niedergang des Baums sei die Verbindung intakt geblieben, mutmaßen sie.

Allerdings erhöhe der Kontakt das Risiko für die Ausbreitung von Krankheiten. Das gelte insbesondere für die durch den Pilz Phytophthora agathidicida verbreitete Wurzelfäule, die Kauri-Wäldern zurzeit heftig zusetzt.

Von RND/dpa

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