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Wissen Mehrheit findet: Kinder und Jugendliche zu lang am Smartphone
Nachrichten Wissen Mehrheit findet: Kinder und Jugendliche zu lang am Smartphone
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13:16 26.12.2018
Quelle: Christian Dittrich/dpa
Berlin

Kinder und Jugendliche verbringen zu viel Zeit mit dem Handy - das denken zwei von drei Erwachsenen in Deutschland. 42 Prozent empfinden die tägliche Handy-Nutzung junger Menschen als „viel zu lang“, 24 Prozent sprechen von „zu lang“. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Eine „angemessene“ Handy-Zeit bei Kindern und Jugendlichen sieht nur knapp jeder Fünfte (19 Prozent).

Kurz vor dem Fest hatte die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler die Familien zum Handy-Verzicht über die Feiertage aufgerufen: „Wir wissen sicher: Ein Zuviel an Smartphone und Co. schadet der Gesundheit und dem Familienleben – 100 000 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren gelten als abhängig“, sagte die CSU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

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Von den erwachsenen Smartphone-Nutzern empfindet jeder dritte die eigene tägliche Zeit am Handy zumindest als „zu lang“ (32 Prozent). Über eine „viel zu lange“ Handy-Zeit bei sich selbst ärgern sich 12 Prozent. Die Mehrzahl nennt das eigene Handy-Verhalten „angemessen“ (63 Prozent).

Und so sehen die Befragten mit Partnern deren tägliche Zeit vor dem Smartphone-Bildschirm: Ein Drittel kritisieren die als „zu lang“ (20 Prozent) oder „viel zu lang“ (13 Prozent).

Was stört Sie am Umgang mit Smartphones? Dies gefragt, nennen die Bundesbürger am häufigsten das Klingeln in unpassenden Situationen, etwa im Wartezimmer (43 Prozent). Fast genauso viele - 39 Prozent - ärgern sich über Nutzer, die ihre Smartphones als Lautsprecher für Telefonate, Musik, Videos oder Spiele nutzen.

Zwei von drei Smartphone-Nutzern verwenden so gut wie jeden Tag E-Mail-Apps

Über Nutzer, die ihre Smartphones beim Sprechen nicht ans Ohr, sondern waagerecht vor den Mund halten - etwa, um eine Sprachnachricht aufzunehmen - ärgert sich jeder dritte Befragte (32 Prozent). Tastentöne und akustische Benachrichtigungen an den Handys anderer Nutzer nerven 26 bzw. 23 Prozent. Immerhin 13 Prozent stören sich an den - abstellbaren - Benachrichtigungstönen des eigenen Geräts.

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Wenn Menschen in der Öffentlichkeit auf ihr Smartphone schauen, ärgert dies zwei Drittel der Bundesbürgern zumindest manchmal. „Das stört mich sehr“ sagen 7 Prozent, „je nach Situation“ 45 Prozent und 14 Prozent „ein wenig“.

Drei von vier Smartphone-Nutzern verwenden täglich oder fast täglich Messenger-Dienste wie Whatsapp (73 Prozent). Selbst in der Gruppe der Über-55-Jährigen machen das 68 Prozent. Dagegen sagt nur jeder Dritte von sich, dass er quasi täglich SMS nutzt (34 Prozent).

Zwei von drei Smartphone-Nutzern verwenden so gut wie jeden Tag E-Mail-Apps (67 Prozent). Weitere beliebte Anwendungen, die im täglichen oder fast täglichen Gebrauch sind: die Handykamera (bei 68 Prozent), Apps sozialer Medien wie Facebook, Twitter und Instagram (bei 46 Prozent), Navigations-Apps (bei 32), Spiele (bei 31) und Programme von Banken und anderen Dienstleistern (29).

Acht von zehn Menschen ab 14 Jahren haben ein Smartphone

Am Ende eines Jahres, in dem mehrere Datenmissbrauchsfälle bekannt wurden, sagen 17 Prozent der Smartphone-Nutzer von sich, sie verwendeten soziale Medien jetzt weniger. 11 Prozent haben sich nach eigenen Angaben ganz aus sozialen Medien oder bestimmten sozialen Medien zurückgezogen. 36 Prozent sind dort unverändert häufig unterwegs, 5 Prozent häufiger als früher. 2018 war etwa der Fall der Firma Cambridge Analytica publik geworden, die unberechtigterweise Zugang zu Informationen von Dutzenden Millionen Facebook-Nutzern hatte.

In Deutschland nutzen dem IT-Branchenverband Bitkom zufolge acht von zehn Menschen ab 14 Jahren ein Smartphone (81 Prozent), das sind 57 Millionen Nutzer. Das Marktvolumen rund um das Smartphone schätzte Bitkom Anfang des Jahres auf etwa 33,3 Milliarden Euro - dazu gehören Ausgaben für Geräte, Datendienste, Apps und Infrastruktur.

Von RND/dpa