Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Wissen Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose entdeckt
Nachrichten Wissen Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose entdeckt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:12 08.09.2009
Quelle: ddp
Anzeige

Die Wissenschaftler um Luisa Klotz und Percy Knolle von der Universität Bonn entdeckten eine Art molekularen Aufseher, der die Entstehung gefährlicher Immunzellen verhindert. Diese fehlgeleiteten Zellen des Immunsystems greifen die Nervenzellen des eigenen Körpers an und schädigen diese, was letztlich zu den schweren neurologischen Schäden führt. Wird dieses neu entdeckte Molekül gezielt in den Immunzellen aktiviert, entwickeln sich weniger dieser sogenannten TH17-Zellen, meldet die Universität Bonn.

Besonders interessant ist die Entdeckung, da es bereits zugelassene Medikamente gibt, die das PPAR-Gamma genannte Molekül aktivieren. Sie werden beim Menschen zur Behandlung von Diabetes vom Typ 2 eingesetzt, da sie die Wirkung von Insulin im Körper verstärken. „Wir haben mit einem dieser Medikamente Mäuse behandelt, die an einer Krankheit ähnlich der Multiplen Sklerose litten“, erläutert Luisa Klotz. „Die Krankheit verlief bei Ihnen daraufhin deutlich milder.“

Anzeige

Die bisherigen Diabetes-Medikamente seien allerdings für eine MS-Behandlung kaum brauchbar, bremst die Bonner Medizinerin vom Institut für Molekulare Medizin zu voreilige Hoffnungen: Sie aktivierten PPAR-Gamma nicht stark genug und beeinflussten auch die Wirkung von Insulin. „Das ist natürlich bei MS nicht erwünscht“, sagt Klotz. Doch gibt es bereits neue Wirkstoffe, die die unerwünschten Effekte nicht hätten. Diese seien allerdings noch nicht zugelassen. Die Bonner Forscher wollen nun die Entwicklung solcher hochspezifischer Wirkstoffe weiter vorantreiben.

ddp