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Wissen Steigendes Umwelt-Bewusstsein gibt Ozeanographen Rückenwind
Nachrichten Wissen Steigendes Umwelt-Bewusstsein gibt Ozeanographen Rückenwind
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10:43 05.06.2019
Bei dem Symposium in Hamburg erörterten rund 400 Teilnehmer Schutzmaßnahmen zum Erhalt des Wattenmeeres sowie neue Technologien zur Datenerfassung. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Hamburg

Rückenwind für Meeresforscher aus aller Welt: Angesichts von Plastikmüll in Ozeanen, steigenden Meeresspiegeln und Fridays-for-Future-Demonstrationen gegen den Klimawandel habe es noch nie so viel internationale Aufmerksamkeit für die Meere gegeben wie heute, sagte Peter Haugan, Vorsitzender der Zwischenstaatlichen Ozeanographischen Kommission (IOC) der Unesco, am Dienstag in Hamburg. Mit ihm bereiten sich zahlreiche Wissenschaftler weltweit auf ein „Jahrzehnt der Ozeane“ vor.

Die Dekade von 2021 bis 2030 wurde von den Vereinten Nationen (UN) mit dem Ziel ausgerufen, detaillierter zu ergründen, wie sich die Meere nachhaltiger nutzen lassen. Deutschland soll im 1. Quartal 2021 die Auftaktveranstaltung der Ozean-Forschungsdekade in Berlin ausrichten.

Der öffentliche Zuspruch müsse genutzt werden, um die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu vertiefen und Lösungen für wieder widerstandsfähige, ökologisch gesunde und produktive Meere zu liefern. „Die Meere sind zu wichtig, um sie ignorieren zu können“, mahnte Haugan bei dem zweitägigen Meeresumwelt-Symposium.

Schadstoffe sind „gravierend“ – Gegenmaßnahmen fehlen

Das führten unter anderem zwei Wissenschaftler mit Blick auf die Schadstoffbelastung der Küsten und Meere aus. Die Auswirkungen gefährlicher Substanzen würden als eine der gravierendsten Bedrohungen für die Ozeane angesehen, berichtete Lena Gipperth von der Universität Göteborg (Schweden). Sie kritisierte, dass es zwar für die Anwendung einzelner Chemikalien genaue Vorschriften gebe, chemische Mischprodukte aber von der Gesetzgebung meist nicht berücksichtigt würden.

Selbst wenn keine zusätzlichen Schadstoffe eingetragen würden, werde es noch Jahre dauern, bis Nord- und Ostsee einen „guten Umweltzustand“ erreicht hätten, berichtete Berit Brockmeyer vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Unter einem guten Zustand werde laut einer EU-Richtlinie verstanden, dass sich aus den Konzentrationen an Schadstoffen keine Verschmutzungswirkung ergebe, ergänzte die BSH-Sachgebietsleiterin für umweltgefährdende Stoffe. Sie kritisierte international unzureichende Bewertungssysteme für den Zustand der Meere, da Mischtoxizitäten nicht betrachtet würden.

Aktivitäten auf hoher See sollen begrenzt werden

Das in jüngster Zeit gestiegene Umweltbewusstsein weiter Teile der Bevölkerung und das zunehmende Wissen um die Bedeutung der Meere für das Leben auf diesem Planeten habe bereits zu zahlreichen internationalen und europäischen Initiativen geführt, sagte BSH-Präsidentin Karin Kammann-Klippstein. Derzeit liefen beispielsweise auf internationaler Ebene Verhandlungen, um die Biodiversität außerhalb nationaler Hoheitsgewässer zu schützen – indem Grenzen für Aktivitäten auf hoher See festgelegt werden. Ein Ergebnis solle spätestens im nächsten Jahr vorliegen.

Die „Internationalen Dekade der Meeresforschung für Nachhaltige Entwicklung“ soll wissenschaftliche Grundlagen und Handlungsempfehlungen für die Umsetzung der meeresbezogenen Nachhaltigkeitsziele der UN liefern. Bei dem Symposium in Hamburg erörterten rund 400 Teilnehmer des weiteren Schutzmaßnahmen zum Erhalt des Wattenmeeres sowie neue Technologien zur Datenerfassung.

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Von RND/dpa

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