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Wissen „Super-Zecke“ hat erstmals in Deutschland überwintert
Nachrichten Wissen „Super-Zecke“ hat erstmals in Deutschland überwintert
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13:55 11.06.2019
Die Hyalomma-Zecke ist wieder da: Erstmalig konnte sie in Deutschland überwintern. Quelle: Marco Drevermann Universität Hohenheim
Stuttgart

Erstmals hat eine größere und für Menschen gefährliche Zeckengruppe aus dem Süden nachweislich in Deutschland überwintert. Nach den jüngsten heißen Tagen seien gleich sechs Exemplare der sogenannten Hyalomma-Zecken aufgetaucht, teilten die Universität Hohenheim und das Münchner Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr mit. „Nach den ersten Nachweisen dieses Jahres müssen wir davon ausgehen, dass diese Tiere bei uns in Deutschland überwintern konnten“, sagte die Hohenheimer Parasitologin und Zecken-Expertin Ute Mackenstedt am Dienstag. Überwintern bedeute aber nicht notwendigerweise auch, dass die zu den Milben gehörenden Tiere bereits heimisch seien.

Diesmal wohl nicht von Zugvögeln eingeschleppt

Die auffälligen Zecken mit den geringelten Beinen sind doppelt bis dreimal so groß wie ihre europäischen Verwandten. Hyalomma-Zecken wurden bislang aus Afrika und Südeuropa höchstwahrscheinlich mit Zugvögeln nach Deutschland transportiert und könnte sich nach Ansicht der Wissenschaftler in diesem Jahr stärker ausbreiten. Die diesjährigen Funde seien sehr früh gemeldet worden. „Wenn man den Entwicklungszyklus zurückrechnet, hätten sie zu einem Zeitpunkt eingeschleppt werden müssen, als die Zugvögel noch gar nicht da waren.“

Doch Überwintern heiße nicht notwendigerweise, dass Hyalomma in Deutschland bereits heimisch geworden ist. „Damit sich eine Population entwickeln kann, müssten sich Männchen und Weibchen finden“, erklärt Mackenstedt. Dies sei bei geringer Populationsgröße schwierig.

Möglicherweise eigene Population entstanden

Allerdings lege der Fund von fünf Hyalomma-Zecken in einem einzelnen Pferdehof nahe, dass dort mehrere Individuen gleichzeitig vorhanden waren und somit die Möglichkeit einer Paarung und des Entstehens einer eigenständigen Population bestehe.

Die spinnenartige Riesenzecke kann gefährliche Fieberkrankheiten übertragen. Auch das Bakterium Rickettsia aeschlimannii, das eine Form des Zecken-Fleckfiebers auslöst, kann laut Universität Hohenheim durch diese Zecken übertragen werden. Anders als herkömmliche Zecken könnten sich Hyalomma-Zecken aktiv auf ihren Wirt zubewegen und legten dabei eine Strecke von bis zu 100 Metern zurück. Weiter dominant bleibe aber der sogenannte Holzbock als heimische Zeckenart, sagte Mackenstedt. Die davon übertragenen Erreger können Borreliose und FSME auslösen.

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Von RND/so/dpa

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