Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Wissen „Wal-Gefängnis“: Wladimir Putin will Situation schnell lösen
Nachrichten Wissen „Wal-Gefängnis“: Wladimir Putin will Situation schnell lösen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:47 22.02.2019
Tierschützer demonstrieren in Moskau gegen das Wal-Gefängnis. Quelle: Mikhail Pochuyev/imago/ITAR-TASS
Anzeige
Moskau

Die Situation müsse so schnell wie möglich gelöst und das Leid der Tiere gestoppt werden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Das alles dauere schon „ziemlich lange“. In der Anlage nahe Wladiwostok werden nach Angaben von Tierschützern rund 90 Belugas und 11 Orcas in kleinen Becken gehalten. Sie sind demnach für den kommerziellen Verkauf bestimmt.

Putin hatte zuvor bereits die zuständigen Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft angewiesen, bis zum 1. März zu bestimmen, wie die Wale in der Anlage, die in einer Bucht am Japanischen Meer liegt, gehalten werden. Außerdem solle die Generalstaatsanwaltschaft überwachen, ob die entsprechenden Umweltgesetze eingehalten würden.

Anzeige

Tiger und Belugas unter Putins Schirmherrschaft

Putin gehört dem Kuratorium der Russischen Geographischen Gesellschaft an, die die Anlage kritisch sieht. Putin engagiere sich im Tierschutz, heißt es außerdem auf seiner Website. Unter seiner Schirmherrschaft stünden Amur-Tiger, Eisbären, Schneeleoparden und auch Belugas.

Tierschützer bezeichnen die Anlage als „Wal-Gefängnis“. Organisationen wie Greenpeace fordern seit längerem die Freilassung der Tiere. In und um die Anlage herum habe sich Eis gebildet, heißt es. Orcas und Belugas müssten im Winter viel schwimmen, um in guter Verfassung zu bleiben. Die Anlage mit ihren engen Becken sei dafür viel zu klein.

15 Orcas nach China verkauft

Tierschützer befürchten, die Tiere könnten an chinesische Aquarien verkauft werden. Ein Gericht hatte das zunächst verboten. Die Becken wurden nach Angaben der Wal- und Delfinschutzorganisation WDC von vier Firmen angemietet. Diese hätten zwischen 2013 und 2016 bereits 15 Orcas nach China verkauft.

Lesen Sie auch: Mutter von getötetem Tiertrainer will Freiheit für Orcas

Von RND/dpa