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10:27 06.09.2013
In einer alljährlichen Studie hat die R+V Versicherung den „Angst-Index“ der Deutschen berechnet. Quelle: dpa
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Berlin

Die Euro-Krise jagt den Deutschen laut einer Umfrage derzeit am meisten Angst ein. Immer größer wird zugleich die Sorge, im Alter ein Pflegefall zu werden - im Vergleich zum Vorjahr ist diese Furcht am stärksten gewachsen. Das geht aus der jährlichen repräsentativen Umfrage der R+V Versicherung zu den Ängsten der Deutschen hervor, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Danach fürchten rund zwei Drittel der Bundesbürger (68 Prozent), als Steuerzahler heftig für die Schuldenkrise bluten zu müssen. Im Vergleich zum Vorjahr sank diese Angst aber um fünf Prozentpunkte. 55 Prozent bangen, einmal ein Pflegefall zu werden - insbesondere Frauen. 2012 waren es noch 50 Prozent. Damit liegt diese Sorge inzwischen auf Platz drei der Top-Ängste und weit vor der Furcht, arbeitslos zu werden (36 Prozent).

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Trotz dieser Ängste finden viele Bundesbürger die Politiker kompetent genug, um Krisen und Probleme im Land zu meistern. In früheren Wahljahren waren die Umfragewerte in dieser Frage regelmäßig in den Keller gesackt. Mit 45 Prozent hält nun aber weniger als die Hälfte der Befragten Politiker für überfordert. Das ist der niedrigste Wert seit 2001. Vergangenes Jahr waren es noch 55 Prozent. Politologen erklären diesen Trend damit, dass viele Befragte die wirtschaftliche Lage Deutschlands im Moment als positiv einschätzen - und andere Ängste davon trennen.

Angst Nummer eins bleibt die Euro-Krise.

Neben der Euro-Schuldenkrise machen sich die Deutschen auf der Liste ihrer Top-Ängste die größten Sorgen um steigende Lebenshaltungskosten (61 Prozent) wie Strom, Lebensmittelpreise und Mieten. Danach folgt die Angst vor Naturkatastrophen (56 Prozent) - Tribut an den Hochwassersommer. Die geringste Angst haben die Bundesbürger vor Scheidung, Straftaten und Vereinsamung. Die Syrienkrise hat die Angst vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung nur leicht ansteigen lassen - von 29 auf 32 Prozent.

Insgesamt geben sich die Deutschen in Ost und West 2013 recht gelassen. Mit 41 Prozent liegt der „Angst-Index“ auf dem Niveau der 1990er Jahre. Die Terroranschläge in New York 2001 und die Wirtschaftskrise ab 2008 hatten diesen Wert zeitweise auf 50 Prozent und höher schnellen lassen. Auffällig bleibt aber, dass die Ängste der Deutschen stark um das Thema wirtschaftliche und soziale Sicherheit kreisen - mehr als in anderen Ländern.

Aus der Luft gegriffen seien diese Sorgen nicht, sagt Manfred Schmidt, Politologe an der Universität Heidelberg. „Die Deutschen haben ein Gespür für die Großwetterlage und neigen zu einer realistischen Bestandsaufnahme“, ergänzt er. Auch wenn die Eurokrise im laufenden Wahlkampf keine große Rolle spiele, sähen die Bundesbürger nicht einfach über ihre Risiken hinweg.

In Berlin und Thüringen ist man am optimistischen

Zum ersten Mal geben sich die Ostdeutschen in der Befragung auch nicht mehr ängstlicher als der Westen. Die optimistischsten Bundesbürger leben in Berlin und Thüringen, die pessimistischsten in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Bayern.

Traditionell befragt die Versicherung seit 1992 in den Monaten Juni und Juli rund 2400 Bundesbürger ab 14 Jahren zu ihren Ängsten. Mit seinen Langzeit-Vergleichen gilt das Ranking damit als eine Art Seismograph deutscher Befindlichkeiten.

dpa

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