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Wissen Zahl der HIV-Diagnosen in Deutschland weiter auf hohem Niveau
Nachrichten Wissen Zahl der HIV-Diagnosen in Deutschland weiter auf hohem Niveau
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17:16 25.05.2009
hiv erkrankung deutschland
Die Zahl der HIV-Infektionen ist in Deutschland leider nicht rückläufig. Quelle: Prakash Singh/afp
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Im Vergleich zum Jahr 2007 (2774 Neudiagnosen) bedeute dies keine nennenswerte Veränderung, teilte das Institut am Montag mit. „Die nach wie vor hohe Zahl zeigt, dass Prävention und Forschung weiterhin wichtig sind“, betonte RKI-Präsident Jörg Hacker.

Angaben zum Infektionsweg lagen für 85 Prozent der neu festgestellten HIV-Infektionen vor. Der Anteil derjenigen, die sich durch heterosexuellen Kontakt angesteckt haben, liegt dabei laut RKI unverändert bei 17 Prozent (403 Fälle). Männer, die Sex mit Männern haben, stellen mit 65 Prozent weiterhin die größte Gruppe. Hier blieb die Zahl der Neudiagnosen 2008 (1555) im Vergleich zum Vorjahr (1552) praktisch unverändert. Im Jahr 2007 war in dieser Gruppe noch ein Anstieg um zwölf Prozent registriert worden.

Abweichend wurde allerdings für Berlin von 2007 auf 2008 eine Zunahme der HIV-Neudiagnosen bei Männern insgesamt um sieben Prozent festgestellt. Im Jahr zuvor war bei Männern in Berlin die Zahl der Syphilis-Fälle um 46 Prozent erheblich gestiegen. Auch in Hamburg war im vergangenen Jahr eine solche Syphiliswelle zu beobachten. Den Experten zufolge gelten steigende Syphilis-Zahlen als Hinweis für einen möglichen Anstieg bei den HIV-Neudiagnosen. Syphilis-Bakterien und andere sexuell übertragbare Erreger führten dazu, dass sich daran Erkrankte leichter mit HIV anstecken oder das Virus leichter weitergeben könnten, hieß es.

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ist laut RKI nicht identisch mit der Zahl der Neuinfektionen in einem bestimmten Zeitraum. Grund sei, dass Infektion und Test zeitlich weit auseinander liegen können. Erste Ergebnisse einer Studie zum Anteil der kürzlich erworbenen HIV-Infektionen sollen voraussichtlich Mitte des Jahres vorliegen.

ddp