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13:47 29.03.2015
Der Russe Michail Kornijenko (rechts) und der Amerikaner Scott Kelly.
Der Russe Michail Kornijenko (rechts) und der Amerikaner Scott Kelly. Quelle: dpa
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Baikonur

Zur ersten einjährigen Mission in der Internationalen Raumstation ISS sind zwei Raumfahrer beim Außenposten der Menschheit eingetroffen. Der Russe Michail Kornijenko und der Amerikaner Scott Kelly sollen es somit doppelt so lange in der engen Station rund 400 Kilometer über der Erde aushalten wie üblich. Die Raumkapsel „Sojus TMA-16M“ brachte die beiden sowie den Russen Gennadi Padalka in der Nacht zum Samstag nach sechs Stunden Flugzeit vom Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe zur ISS.

Kornijenko und Kelly sollen wichtige medizinische und biologische Erkenntnisse für einen bemannten Flug zum Mars gewinnen. Mit einer solchen Reise rechnen Experten aber erst in vielen Jahren.
Nach der erfolgreichen Reise zur ISS kündigten Russland und die USA eine Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit im All an - auch über die bis 2024 geplante Nutzung der ISS hinaus. „Roskosmos und die Nasa werden zusammen an einem Programm für eine künftige Raumstation arbeiten“, sagte der Roskosmos-Chef Igor Komarow Agenturen zufolge.

Nasa-Chef Charles Bolden sagte, Russland und die USA wollten auch bei einem möglichen Flug zum Mars kooperieren. Er habe mit Komarow über Planung und Finanzierung eines solchen Projekts gesprochen. Russlands Vizeregierungschef Dmitri Rogosin schrieb bei Twitter, Moskau werde die Verhandlungsergebnisse der beiden Weltraumbehörden prüfen. Wegen der Ukraine-Krise ist das Verhältnis zwischen den Raumfahrtgroßmächten USA und Russland angespannt.

Längster Einsatz auf der ISS

Zum bevorstehenden Ende der ISS-Missionen in neun Jahren hatte Deutschlands Raumfahrtchef Johann-Dietrich Wörner kürzlich der Deutschen Presse-Agentur gesagt, technische Einrichtungen im All könnten nur für eine begrenzte Zeit genutzt werden. „Um das Leben der Astronauten nicht zu gefährden, müssen sie ständig erneuert werden“, ergänzte er.

Die drei Neuankömmlinge auf der ISS sind mit ihren Missionen auf Rekordkurs. Der für ein Jahr geplante Einsatz von Kornijenko und Kelly ist der längste in der Geschichte der ISS. Nur der Russe Waleri Poljakow war bislang länger am Stück im All: von Januar 1994 an für 437 Tage auf der früheren Raumstation „Mir“. Gennadi Padalka dürfte zudem nach mehreren Missionen mit insgesamt 878 Tagen der Mensch mit der längsten gesamten Aufenthaltsdauer im Erdorbit sein, wenn er im September zur Erde zurück kommt. Bislang hält der Russe Sergej Krikalew den Rekord mit 803 Tagen, wie die Nasa mitteilte.

US-Astronaut Kelly ist für die Wissenschaftler besonders interessant, weil sein Zwillingsbruder Mark selbst erfahrener Astronaut ist. Der frühere Shuttle-Kommandant dient auf der Erde als „Vergleichsobjekt“. Von den Untersuchungen der beiden 51-Jährigen mit den markanten Glatzen erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse darüber, wie sich lange Weltraumreisen auf Menschen auswirken.

Zudem arbeiten auf der ISS derzeit eine Italienerin, ein Russe und ein US-Amerikaner. Am 9. Mai wollen die insgesamt drei Russen des Sieges über Hilter-Deutschland im Zweiten Weltkrieg gedenken. Dafür haben sie eine rote Flagge mit an Bord. Neuankömmling Kornijenko hat zudem eine russische Fahne mitgebracht. Diese solle am 9. Mai zur Erde geschickt werden, sagte er.

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