Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Auetal 110 Tonnen Boden bewegt: Arbeit auf Friedhof Bernsen für 2019 beendet
Schaumburg Auetal 110 Tonnen Boden bewegt: Arbeit auf Friedhof Bernsen für 2019 beendet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:37 20.12.2019
Stützen „Betula Doorenbos“ mit Hölzern für ein gutes Anwachsen ab: Harald Steinsiek (von links), Heinz Kraschewski, Norbert Beißner, Heinz Stemme, Torben Stemme und Wolfgang Niemann. Sebastian Heuser fehlt auf dem Foto. Quelle: Thomas Wünsche
Bernsen

„Sie nennt sich ,Betula Doorenbos‘ und hat den weißesten Stamm, den man bei einer Birke finden kann“, sagt Norbert Beißner. Geht es nach dem Willen des Ehrenamtlichen und seiner vier Mitstreiter, wird der auch Himalaja-Birke genannte, bildschöne Baum auf dem Friedhof Bernsen zum Mittelpunkt künftiger Urnenfelder.

Zwei „Betula Doorenbos“ hat das Quintett der Ehrenamtlichen, zu denen neben Beißner auch Wolfgang Niemann, Harald Steinsiek, Heinz Stemme und Sebastian Heuser zählen, dort kürzlich in die Erde gesetzt.

„Die Bäume markieren zugleich den diesjährigen Abschluss der Arbeiten auf dem Friedhof am Haarberg, bei denen die Freiwilligen seit dem 9. Juni 2019 in über 500 Arbeitsstunden nicht weniger als 110 Tonnen Mutterboden bewegt haben“, berichtet Ortsvorsteher Torben Stemme, als er die Birken gemeinsam mit Auetals Bürgermeister Heinz Kraschewski angießt.

Angehörige honorieren die Arbeiten mit Geldspenden

Im Sommer, als es so trocken war, ist das Team jeden Tag auf dem Friedhof gewesen und hat gewässert. „Die aus der Baumschule Wittulsky in Eisbergen stammenden Birken passen ideal zum Standort am Haarberg“, sagt Beißner. Sie seien anspruchslos und benötigten nur wenig Wasser.

Die Ehrenamtlichen waren auf dem Friedhof in Obernkirchen auf diese Bäume aufmerksam geworden; auch dort bildet „Betula Doorenbos“ den Mittelpunkt von Urnenb egräbnissen. Dass die Freiwilligen diese Bäume überhaupt pflanzen konnten, ist Angehörigen der auf dem Friedhof Bernsen Bestatteten zu verdanken. Sie honorierten das Abräumen der Gräber durch Beißner und das Team mit Geldspenden. Die ältesten Beisetzungen stammen aus dem Jahr 1953.

Begradigt und bepflanzt

Tatsächlich ist seit Mitte August, als die Redaktion das letzte Mal über die Arbeit der Freiwilligen berichtete, auf dem Gottesacker viel geschehen: „Der hintere Teil des Friedhofes wurde von ihnen begradigt und neu mit Rasen bepflanzt“, erzählt Stemme.

Außerdem legten die Ehrenamtlichen den Hang vor der Kapelle, für den die Gemeinde Hackschnitzel als Abdeckung geliefert hatte, neu an. Ihn ziert jetzt das Exemplar einer jener seltenen weil fast ausgerotteten Süntelbuchen; das mehrere Jahrhunderte alte Mutterexemplar steht auf dem Steinhof in Bad Münder. Dem Friedhof Bernsen gestiftet hat es Wolfgang Niemann.

Auch interessant: Ab Januar gibt es im Auetal die Kita-App

Als Dank: Köstlichkeiten aus dem Hofladen Bredemeier

Last, but not least spendierten die Freiwilligen den Metalltoren an der Friedhofskapelle einen neuen Anstrich und jäteten auf der gesamten Anlage auch noch das Unkraut. Zum Dank für ihr Engagement erhielten die fünf aus den Händen von Torben Stemme je einen Präsentkorb, gefüllt mit Köstlichkeiten aus dem Hofladen Bredemeier in Borstel.

Doch die Übergabe der Körbe bedeutet nicht, dass es auf dem Friedhof im kommenden Jahr nichts mehr zu tun gibt. Im Gegenteil: Kraschewski hat schon mal notiert, was den Ehrenamtlichen an Arbeiten vorschwebt: So soll der Friedhof einen neuen Doppelstab-Zaun aus Metall erhalten; der alte Jägerzaun aus Holz ist abgängig.

Die beiden neu gepflanzten Birken sollen eine Einfassung aus Rasensteinen bekommen. „Darüber hinaus“, überlegt Beißner, „möchten wir noch eine Eiche pflanzen, eine Bank an einen besseren Standort versetzen und das Ehrenmal reinigen.“

Foto-Dokumentation der Arbeit

Am Ende will der Ehrenamtliche den gesamten Einsatz des fünfköpfigen Teams auf einer Foto-CD dokumentieren und sie – ergänzt um eine kleine Geschichte des Friedhofs – dem Heimatverein Auetal übergeben. Zur Erinnerung: „Als die Neugestaltung des Friedhofes begann, glich er einem Minenfeld“, berichtete Torben Stemme damals.

Der Ortsvorsteher, der von zahlreichen Bernsern auf den desolaten Zustand der Fläche aufmerksam gemacht worden war: „Das lag daran, dass viele alte Gräber aufgehoben wurden. Dadurch konnte man im Anschluss auf eine große Fläche gucken, gemischt aus Kies und Unkraut.“ von Thomas Wünsche

Zum Weiterlesen: 40 Landwirte protestieren bei Mahnfeuer im Auetal