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Auetal Akribische Polizeiarbeit führt zum Erfolg
Schaumburg Auetal

Akribische Polizeiarbeit führt zum Erfolg

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13:17 10.03.2021
Akribische Polizeiarbeit zahlt sich aus.
Akribische Polizeiarbeit zahlt sich aus. Quelle: dpa (Symbolbild).
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Auetal-Rehren (la). Rund 350 Jugendliche hatten im August auf dem Gelände der Feuerwehr fröhlich gefeiert. Doch irgendwann in der Nacht schlug die Stimmung um, es kam zu Stänkereien, Rangeleien und schließlich zu Schlägereien, die die beiden Sicherheitskräfte vor Ort nicht beenden konnten. Ortsbrandmeister Thomas König rief schließlich die Polizei, die Platzverweise gegen einige Jugendliche aussprach. Diese hielten sich aber nicht daran und provozierten weiter. Schließlich eskalierte die Situation auf der Straße vor dem Feuerwehrgelände, die Polizei forderte Verstärkung an, sodass schließlich 28 Einsatzkräfte vor Ort waren.

Ein Polizeibeamter wurde beim Versuch die Schlägerei zu beenden erheblich verletzt. Während ihm ein stark alkoholisierter Jugendlicher eine Flasche auf den Kopf schlug, griff ein Zweiter den stark blutenden Polizisten nochmals von hinten an. Vier junge Auetaler wurden schließlich von der Polizei in Gewahrsam genommen und die Veranstaltung beendet. „Dass sich jemand den Anordnungen der Polizei widersetzt und dann auch noch Gewalt gegen Polizisten in solcher Intensität ausübt, das geht einfach nicht. Da gehen bei mir die roten Lampen an“, sagte der Rintelner Kripochef, Jörg Stuchlik, jetzt gegenüber dieser Zeitung.

In Großstädten seien Übergriffe auf Polizeibeamte nicht mehr unüblich und sie würden immer häufiger und brutaler, aber hier in der ländlichen Region sei das Widersetzen gegen die Staatsgewalt zum Glück noch die Ausnahme. „Aber gerade damit das so bleibt, war es uns wichtig, die Geschehnisse dieser Disconacht detailliert aufzuklären. Wir müssen der Gewalt gegen Polizeibeamte Einhalt gewähren, aber natürlich wollten wir auch die anderen Körperverletzungen aufklären“, so Stuchlik.

Eine dreiköpfige Arbeitsgruppe mit Polizeioberkommissarin Britta Sobottka, Polizeikommissar René Klages und Stuchlik selber wurde gegründet. Fünf Monate lang hat das Team ermittelt. Etwa 25 Feuerwehrleute, Gäste und Beteiligte wurden vernommen und daraus ergaben sich weitere Zeugenaussagen. „Wir haben Zeugen Fotos vorgelegt, um Personen zu identifizieren, die an der Ausschreitung beteiligt waren“, erklärte Stuchlik. Schließlich sei es gelungen, aus dem Wust an Informationen ein Gesamtbild zu schaffen.

Das Fazit: Eine Vielzahl von Körperverletzungen wurde aufgearbeitet und sieben Täter ermittelt, die sich wegen Körperverletzung zum Nachteil von Feuerwehrleuten und Gästen verantworten müssen. Zwei junge Auetaler werden wegen Widerstand gegen Polizisten beschuldigt. „Die Täterschaft der beiden steht für uns fest“, sagte Klages. Zeugenaussagen und eine DNA-Analyse ließen keinen Zweifel zu.

Gewisse Konsequenzen für weitere Veranstalter von Discoabenden und Ähnlichem in der Region hat es bereits gegeben. Die Auflagen wurden verschärft. Mehr Sicherheitspersonal und stärkere Taschen- und Personenkontrollen hat die Polizei dem Auetaler Ordnungsamt für die Zukunft vorgeschlagen. „Die Auflagen muss das Ordnungsamt festlegen. Wir können nur Empfehlungen aussprechen, aber in der Regel klappt die Zusammenarbeit gut“, so Stuchlik.