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Auetal Auetal: Dieser Ortsteil hat die meisten Einwohner verloren
Schaumburg Auetal Auetal: Dieser Ortsteil hat die meisten Einwohner verloren
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08:08 12.08.2019
Die Zahl der Einwohner im Auetal ist geschrumpft - doch nicht in jedem Ortsteil geht die Kurve nach unten. Quelle: Archiv
Auetal

Die Gemeinde Auetal hat im vergangenen Jahr Einwohner verloren. Die Bevölkerung ging von 6285 Menschen (2017) um 35 auf jetzt nur noch 6250 Seelen zurück.

Diese Gemeinden in Schaumburg verlieren auch Einwohner

Das geht aus den jüngsten Zahlen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen hervor. Damit teilt das Auetal das Schicksal der Nachbarstädte Bückeburg, Rinteln und Obernkirchen sowie der Samtgemeinden Nienstädt und Niedernwöhren, die ebenfalls einen Bevölkerungsrückgang verzeichnen.

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Heinz Kraschewski, Bürgermeister der Gemeinde Auetal, hat darüber hinaus Zahlen auch für jede einzelne „seiner“ 16 Ortschaften. Von denen haben neun Bevölkerung verloren und fünf einige Bürger dazugewonnen; zwei verharren auf dem Niveau von 2017. Wobei die Verluste wie die Gewinne in allen Fällen nicht exorbitant hoch sind: Sie bewegen sich in der Regel in einer Größenordnung zwischen zwei und 17 Seelen.

Auetal: Das ist der Spitzenreiter unter den schrumpfenden Orten

Zu den Ortschaften, die schrumpfen, gehören Bernsen, Escher, Kathrinhagen, Raden, Rannenberg, Rehren, Rolfshagen, Schoholtensen und Wiersen. Am stärksten ist der Bevölkerungsrückgang in Rolfshagen, wo Ende 2017 noch 1637 Menschen lebten, 17 weniger als im Vorjahr.

Gewachsen sind dagegen Antendorf, Borstel, Hattendorf, Klein Holtensen und Poggenhagen. Am stärksten zugelegt hat dabei Borstel, wo die Einwohnerzahl um zehn auf 564 stieg. Keine Veränderungen gegenüber dem vergangenen Jahr verzeichnen Altenhagen und Westerwald.

Das sagt Bürgermeister Kraschewski zu der Entwicklung

„Wirklich erklären kann ich mir diese Zahlen nicht“, sagt Kraschewski. Sie seien noch am ehesten Ausdruck natürlicher Bevölkerungsbewegungen. „In dem einen Ort zieht eine Familie zu, in einem anderen Ort zieht eine weg.“ Darüber hinaus gebe es wie anderenorts so auch im Auetal mehr Sterbefälle als Geburten.

Vor diesem Hintergrund ist der Bürgermeister noch vergleichsweise zufrieden, dass der Einwohnerschwund moderat ausfalle. Denn es hätte auch anders kommen können. „Hätten wir damals zum Beispiel nicht das Programm ,Jung kauft Alt‘ – ein CDU-Antrag – aufgelegt, würden wir wohl schlechter dastehen“, vermutet Kraschewski.

Bei „Jung kauft Alt“ unterstützt die Gemeinde junge Familien, die Immobilien kaufen, die älter als 30 Jahre sind, mit summa summarum 30000 Euro im Jahr, wobei auf jede Familie etwa 4000 Euro entfallen.

Investitionen in Kita-Plätze, Schule und Freibad

Auch, dass die Gemeinde frühzeitig Baugebiete ausgewiesen hatte, habe sich ausgezahlt. Die Baugebiete „Im Kump“ in Kathrinhagen, „Brambusch“ in Rolfshagen und „Dachsweg“ in Hattendorf sind bereits weitgehend bebaut oder doch zumindest verkauft.

Doch auch die weichen Standortfaktoren habe die Gemeinde nicht vernachlässigt: So habe die Zahl der Ganztagsplätze in der Kinderbetreuung erheblich erweitert werden können; es gebe Integrationsgruppen und sogar einen Waldkindergarten.

Die Gemeinde investiere aktuell obendrein massiv in die Grundschule – und die Zukunft des „Sonnental“-Freibades sei durch den bevorstehenden Anschluss an die Biogasanlage gesichert.

Darum warnt Kraschewski vor einer ICE-Trasse

Damit die Bevölkerungszahlen im Auetal auch in Zukunft nicht einbrechen, seien aber drei weitere Dinge ganz wichtig: ein neues Baugebiet, wie dasjenige, das derzeit an der „Teichbreite“ in Rehren entsteht. „Außerdem brauchen wir möglichst viele – neue – Jobs in Schaumburg, damit die Auetaler wohnortnah zu ihren Arbeitsplätzen pendeln können“, sagt Kraschewski.

Zum anderen und noch viel wichtiger: „Es darf auf keinen Fall zum Neubau einer Schnellbahntrasse mitten durch unser Tal kommen.“ Diese nämlich würde einen kolossalen, immensen Verlust an Lebensqualität nach sich ziehen, dass die Auswirkungen auf die Bevölkerungsentwicklung „katastrophal“ wären. von Thomas Wünsche

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