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Auetal Beschwerden bei der Gemeinde Auetal nehmen zu - weniger Eigenverantwortung der Bürger
Schaumburg Auetal Beschwerden bei der Gemeinde Auetal nehmen zu - weniger Eigenverantwortung der Bürger
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07:16 26.08.2019
Immer ein Grund für einen Anruf im Rathaus: Zweige, die weit auf den Bürgersteig ragen und Fußgängern das Leben schwer machen. Quelle: tw
Auetal

Dass der Sommer 2019 ein Sommer mit extremen Ausschlägen ist, das merkt auch Heinz Kraschewski: „Durch die große Trockenheit haben viele Bäume schon jetzt Blätter abgeworfen“, sagt der Bürgermeister. Die Folge: Das Laub droht, die Sinkkästen an den Straßenrändern zu verstopfen – und besorgte Bürger rufen vermehrt im Rathaus an, weil sie befürchten, dass bei Starkregen ihre Keller volllaufen.

Verstopfte Sinkkästen, auch Gullys genannt, machen derzeit das Gros der Beschwerden oder Fingerzeige aus, die vor allem aus dem in einer Mulde gelegenen Borstel ans Ohr des Verwaltungschefs dringen. „Die meisten Beschwerden – etwa fünf pro Woche – kommen über das Telefon“, sagt Heike Schubert, Mitarbeiterin im Hauptamt.

Beschwerden über Bäume und Sträucher

Zwar gebe es, seitdem die Gemeinde ihren Internetauftritt vor etwa 15 Jahren freigeschaltet habe, auf www.auetal.de auch die Möglichkeit der Online-Beschwerde: Doch davon machten lediglich ein bis zwei Bürger pro Woche Gebrauch.

„Andere Meldungen betreffen Bäume und Sträucher, deren Zweige zu weit in den Straßenraum reichen, oder auch mal gefährliche Hunde“, berichtet Schubert. Das Meiste, was per Telefon oder Online-Meldung reinkomme, werde von ihr an die Bauabteilung oder die Ordnungsabteilung weitergeleitet, in deren Zuständigkeit die Beschwerden in der Regel fielen. Diese schrieben dann die jeweiligen Hauseigentümer oder Halter an.

Mitarbeit in Eigeninitiative

Beschwerden aus den Ortschaften finden in der Regel das Ohr der jeweiligen Ortsvorsteher, die sich danach ebenfalls im Rathaus melden; sie haben eine Art Hilfsfunktion für die Gemeinde. „Die Dorfgemeinschaften, aber auch die Kirchengemeinden und die Sportvereine sind noch sehr aktiv. Sie fordern die Gemeinde bei Schwierigkeiten nicht nur, sondern bieten bei Arbeitseinsätzen oft auch Eigenleistungen an“, so Kraschweski.

Ein Bild, das dem Bürgermeister noch gut vor Augen steht, ist das eines Maisfeldes bei Borstel: Bei einem Starkregen im Jahre 2017 wurde von dort Schlamm auf die Straße geschwemmt. „Ein Landwirt bereinigte das Ganze mit dem Frontlader, danach spritzte die freiwillige Feuerwehr die Straße ab“, so Kraschewski. Das alles, ohne viel Federlesens davon zu machen.

Kaum Patenschaften für Grünflächen

Während dörfliche Gemeinschaften indessen noch gut funktionierten, entzögen sich die Menschen als Einzelne immer mehr der Verantwortung. „Der Ruf nach der Gemeinde wird immer stärker, insbesondere der nach dem Bauhof“, weiß der Rathauschef. Der sei zwar gut ausgestattet, aber mit acht Mitarbeitern zum Beispiel bei der Pflege der Straßenrandstreifen oft an der Grenze seiner Kräfte.

Das Problem zeige sich auch bei den Patenschaften für öffentliche Grünanlagen, die Auetaler innehätten. „Die“, so Kraschewski, „gehen altersbedingt leider mehr und mehr zurück.“ Mittlerweile gebe es sehr viel mehr Grün als Patenschaften – und jüngere Bürger, die sich dafür interessierten, gebe es kaum noch. tw