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Auetal Eindrucksvolles Sommerkonzert
Schaumburg Auetal Eindrucksvolles Sommerkonzert
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10:02 19.06.2018
Karin Dennhardt (von links), Monika Herrmann und Daniela Brinkmann konzertieren in der Katharinen-Kirche.
Karin Dennhardt (von links), Monika Herrmann und Daniela Brinkmann konzertieren in der Katharinen-Kirche. Quelle: csu
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Kathrinhagen

Und wer möchte nicht so sein, wie dieses alte Gotteshaus, schenken doch die Mauern um das heimelige kleine Kirchenschiff in Kathrinhagen sogleich Geborgenheit und ein Gefühl des Ankommens und des Aufgenommen-Seins.

Und so gut, wie sicher beinahe jeder Mensch in diese Kirche passt, fügten sich die Melodien, die das Ensemble „Musica Antica“ im Rahmen der Schaumburger Sommerkonzerte an diesem späten Sonntagnachmittag vor vollem Haus zu Gehör brachte, in dieses Umfeld. Stücke aus der Zeit des Hochbarock von Georg Friedrich Händel, Georg Philipp Telemann, Antonio Vivaldi und Giuseppe Fedeli nahmen die Zuhörer mit in eine andere Zeit.

Kreiskantorin Daniela Brinkmann lud nach einem fröhlich-jubelnden Einstieg mit der Arie der Eurilla aus der Oper „The Temple of Love“ in ihrer Begrüßung das Publikum ein, die Sorgen draußen zu lassen und eine Stunde voller außergewöhnlicher Musik zu genießen. Und wer sich einlassen konnte auf diese Musik, die sicher abseits des gängigen Klassik-Mainstreams liegt, dem war ein beeindruckendes Erlebnis garantiert.

Leichte und gekonnte Arien

Brinkmanns reiner Sopran übernahm in den Arien leicht und gekonnt, doch keineswegs dominant die Hauptrolle. Karin Dennhardt verstand es, mit ihren unterschiedlichen Blockflöten Geschichten zu erzählen – wie etwa jubilierend und hell in der Zugabe, die vom Gesang einer Nachtigall berichtete, oder nachdenklich und beinahe fragend in Vivaldis Trio a-Moll. Einen zentralen und themengebenden Part spielte Monika Herrmann am Barockcello, während Regina Ackmann mit ihrem sanften und fast zärtlichen Orgelspiel den Hintergrund malte.

Die Organistin hatte unmittelbar vor dem Konzert noch einen kurzen Gang um die Kirche gemacht. Dieser Spaziergang sollte nicht gegen Lampenfieber, sondern gegen Kälte wirken, weil die vier Musikerinnen bereits so lange geprobt hatten. Diese Mühen hatten sich gelohnt, denn das Zusammenspiel des Quartetts hätte harmonischer nicht sein können. Und so waren denn ein ehrfürchtig geflüstertes „Schön“ aus der rückwärtigen Bank gleich nach dem ersten Stück und anhaltender Applaus ein klares Bekenntnis. Nach diesem nicht alltäglichen Musikerlebnis darf man sich auf die drei weiteren Aufführungen der Schaumburger Sommerkonzerte freuen. csu