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Auetal Geplante ICE-Trasse im Auetal: Oberirdische Lösung vom Tisch?
Schaumburg Auetal Geplante ICE-Trasse im Auetal: Oberirdische Lösung vom Tisch?
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08:23 17.10.2019
Es ist eng, kurvig und bergig im Auetal – keine guten Voraussetzungen für eine Schnellbahntrasse. Ob ein Tunnel unter der A2 eine Alternative ist, wird vom Ministerium geprüft. Quelle: jp
Auetal

Entscheidungen zum geplanten Schnellbahntrassenbau haben Landrat Jörg Farr sowie Bürgermeister Heinz Kraschewski und seine Schaumburger Kollegen nicht mit aus Berlin mitgebracht, aber doch einige neue Erkenntnisse. „Eine Tendenz ist für uns Auetaler wichtig, nämlich die, dass die oberirdische Streckenführung entlang der A2 vom Tisch ist und das ist gut, denn das bedeutet, dass das Auetal nicht zerschnitten wird“, stellte Bürgermeister Heinz Kraschewski in einem Gespräch mit dieser Zeitung fest.

Staatssekretär Ferlemann: Planung wird bereits von Bund und Ländern diskutiert

Offiziell sollen die Planungen für die möglichen Varianten erst nach Festlegung der notwendigen Taktzeiten im Gesamtfahrplan des Deutschlandtakts beginnen. Aus dem Gespräch beim Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann im Bundesverkehrsministerium sei jedoch deutlich geworden, dass die einzelnen möglichen Planungsvarianten bereits jetzt auf Bundes- und Landesebene diskutiert werden.

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„Das ist bei Betrachtung des zeitlichen Aspekts einer solchen Gesamtplanung aus meiner Sicht auch durchaus legitim“, so Kraschewski. Positiv überrascht habe ihn, welche Detailkenntnisse auf Ministerialebene über die möglichen Streckenverläufe vorhanden sind. „Die vielfach geäußerte Befürchtung, in Berlin würde ohne Rücksicht auf die Örtlichkeiten und topografischen Gegebenheiten über den Streckenverlauf entschieden, hat sich für mich nicht bestätigt“, so der Bürgermeister.

Die vielfach geäußerte Befürchtung, in Berlin würde ohne Rücksicht auf die Örtlichkeiten und topografischen Gegebenheiten über den Streckenverlauf entschieden, hat sich für mich nicht bestätigt.

Heinz Kraschewski , Bürgermeister des Auetals

Alternativen sollen in Bürgerdialog und weiteren Verfahren untersucht werden

Vielmehr sei seitens der beteiligten Planer des Ferlemann-Teams tendenziell deutlich gemacht worden, dass es durchaus verschiedene Streckenalternativen gibt, die alle im Bürgerdialog- und später im Planfeststellungsverfahren zwingend zu untersuchen seien.

Für eine mögliche Streckenführung entlang der A2 bedürfe es aus Sicht der Planer einer sehr großzügigen Tunnellösung.

Kraschweski: "Oberirdische Trasse ist vom Tisch"

„Die für das Auetal vielfach befürchtete oberirdische Trassenführung, mit einer Zerschneidung des Tals als Folge, ist vor dem Hintergrund der maximal zulässigen Steigung von 12,5 Promille absolut ungeeignet“, stellte Kraschewski fest, „damit steht fest, dass eine oberirdische Streckenführung vom Tisch ist. Das Auetal wird nicht zerschnitten“. Der Bürgermeister sieht das positiv.

Das sieht der Vorsitzende der Bürgerinitiative Auetal (BI Auetal), Hendrik Steg anders: „Die Festlegung des Ministeriums auf 300 Stundenkilometer Hochgeschwindigkeit steht. Ebenso die ,erforderliche‘ Tauglichkeit der Strecke für den nächtlichen lärmintensiven Güterverkehr. Ferner der sogenannte ,Deutschlandtakt‘, der eine maximale Fahrzeit von Bielefeld nach Hannover von 30 Minuten erzwingt.“

BI-Chef zweifelt an "13-Kilometer-Tunnel"

Das erfordere eine einfache Dreisatzaufgabe und deren Ergebnis sei der Weg durch das Auetal. Nicht entlang, also unmittelbar neben der Autobahn, denn in deren Verlauf seien die Höhenunterschiede viel zu groß. Der geplante Güterverkehr benötige ebene Strecken mit maximal 12,5 Metern Höhenunterschied auf je 1000 Metern Länge.

Einen Tunnel durch das ganze Auetal? 13 Kilometer lang? Und dann der nächste Tunnel durch den Deister? Wer soll das bezahlen?

Hendrik Steg , Vorsitzender der Bürgerinitiative Auetal

„Alles nicht so schlimm, dann baut die Bahn halt einen Tunnel durch das Auetal“, so Steg und fragt gleichzeitig: „Einen Tunnel durch das ganze Auetal? 13 Kilometer lang? Denn so lang ist das Tal von der Bernser Landwehr bis Wiersen. Oder doch nur Teile untertunneln? Und wo würden die Tunnel letztlich enden? Im Deister-Süntel-Tal. Und dann? Der nächste Tunnel durch den Deister? Wer soll das bezahlen?“

Auch Topografie Hindernis für Tunnellösung?

Allein schon der Blick auf die Topografie zeige, dass das gesamte Auetal, vom Wesergebirge auf der einen Seite, vom Bückeberg auf der anderen, begrenzt wird. „Deren Hänge sind von zahlreichen tiefen Zuflüssen zur Bückeburger und Rodenberger Aue durchschnitten. Das Gestein besteht aus Muschelkalk, ist sehr porös und bildet zahlreiche, zum großen Teil noch unbekannte Hohlräume. Die Schillat-Höhle ist eine der wenigen bekannten“, so Steg.

Am heutigen Donnerstag findet um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Bernsen ein öffentliches Treffen der Bürgerinitiative Auetal statt. Von Kerstin Lange

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