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Auetal SPD und Grüne wollen Ausweitung des Landschaftsschutzgebiets Auetal
Schaumburg Auetal SPD und Grüne wollen Ausweitung des Landschaftsschutzgebiets Auetal
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14:38 14.12.2019
Der Gemeinderat Auetal stimmt über die Erweiterung des Landschaftsschutzgebiets. Quelle: wm
Rehren

Soll das Landschaftsschutzgebiet Auetal erweitert und zu einem Naturschutzgebiet umgewandelt werden, ja oder nein? Darum ging es unter anderem in der letzten Sitzung des Jahres des Gemeinderats am Donnerstagabend in der „Alten Molkerei“.

Grüne Kreuze: Landwirte contra überzeugte Naturschützer

Die SPD und die Grünen hatten einen entsprechenden Antrag gestellt. In der Debatte zeigten sich die Fronten, die man inzwischen auch landesweit kennt und deren Symbol die „grünen Kreuze“ sind, die man auch auf Äckern im Auetal findet: Landwirte contra überzeugte Naturschützer.

In dem Antrag geht es um das bereits im Jahr 1981 ausgewiesene Landschaftsschutzgebiet Auetal (das ist im Wesentlichen der Talbereich der Bückeburger Aue), mit einbezogen das Naturschutzgebiet „Alte Tongrube Borstel“, das im Jahr 1983 geschaffen worden ist. Die Tongrube ist bekannt geworden durch das von der EU geförderte Gelbbauchunkenprojekt. Zu diesem Gebiet gehören auch zwei größere Waldflächen in Wormsthal und am Haarberg. Dieses Landschaftsschutzgebiet (mit der Alten Tongrube) soll in einem Streifen in Richtung Bückeberg und nach Süden zum Wesergebirge erweitert werden.

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Christian Wenthe: „Ein völlig überflüssiger Antrag.“

Den Part der Landwirte übernahmen im Rat Christian Wenthe und Jörn Lohmann, der auch im Kreistag sitzt. Beide sind Mitglieder der CDU-Fraktion. Wenthe fand deutliche Worte: „Was wir hier schützen wollen, ist doch längst geschützt, weil es im Landschaftsschutzgebiet liegt.“ Schon hier sei die Landwirtschaft durch Auflagen eingeschränkt. Würde der SPD/Grünen-Antrag Realität, wachse das Gebiet auf rund tausend Hektar und schließe auch „fruchtbaren Ackerboden mit ein“. Wenthes Fazit: „Ein völlig überflüssiger Antrag.“

Außerdem wollte Wenthe wie sein Fraktionskollege Lohmann wissen, wie viele Landwirte davon betroffen seien. Eine spontane Antwort in der Sitzung hatte die Verwaltung nicht. Die WGA hielt sich aus der Grundsatzdebatte heraus. Siegbert Held äußerte nur den Verdacht, dass es bei dem Antrag auf Erweiterung des Schutzes seiner Meinung nach gar nicht um Naturschutz gehe, sondern hier die ICE-Trasse verhindert werden solle. Ein „Aktionismus“, der nichts bringe.

Rüdiger Teich streicht hohen Stellenwert des Naturschutzes heraus

Zu Beginn hatte Rüdiger Teich noch einmal die SPD-Position klar gemacht: Naturschutz habe heute einen hohen Stellenwert, selbstverständlich müssten auch die heimischen Landwirte berücksichtigt werden. Anke Schmidt von den Grünen appellierte: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Alle bewunderten die Naturfotos von Marc Rehberg, und wer wolle, dass man solche Bilder auch in Zukunft sehen kann, solle dem Antrag zustimmen.

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Bürgermeister Heinz Kraschewski wie auch Manfred Spenner (SPD) bemühten sich um Sachlichkeit. Hier gehe es doch nur um einen schmalen Streifen, der eine Verbindung vom Bückeberg zu den Weserbergen herstelle. Was davon links und rechts liege, also die landwirtschaftlichen Flächen, sei nicht betroffen.

So haben die Ratsmitglieder abgestimmt

Die vier WGA-Ratsmitglieder enthielten sich der Stimme, Lohmann und Wenthe stimmten gegen den Antrag. Eine Pointe hat die Geschichte: Eigentlich gab es nichts zu beschließen, sondern lediglich den Antrag „zustimmend zur Kenntnis“ zu nehmen. Ob ein Landschaftsschutzgebiet in ein Naturschutzgebiet umgewandelt wird oder nicht, darüber entscheiden letztlich die Untere Naturschutzbehörde und der Kreistag. von Hans Weimann