Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Auetal Neuer Sonderweg zwischen Borstel und Rolfshagen für Radler frei
Schaumburg Auetal Neuer Sonderweg zwischen Borstel und Rolfshagen für Radler frei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:31 14.10.2019
Hier müssen die Radfahrer aus Richtung Borstel auf die Straße wechseln. Das sieht die neue Straßenverkehrsordnung, die die Rechte der Radfahrer stärken soll, so vor.  Quelle: la
Rolfshagen/Borstel

Ein Fahrradweg, und trotzdem fahren Radler auf der Straße – darüber ärgern sich viele Autofahrer, hupen und schimpfen, aber die Radler sind im Recht, oft sogar in der Pflicht, die Straße zu benutzen.

„Um die Rechte und die Sicherheit der Radfahrer zu stärken, wurde die Straßenverkehrsordnung geändert und so ist auch die Verkehrsführung für Radfahrer zwischen Borstel und Rolfshagen leicht zu erklären“, sagte die Pressesprecherin des Landkreises Schaumburg, Anja Gewald.

„Wer mit dem Rad aus Rolfshagen in Richtung Borstel fährt, der hat den neuen Radweg auf der rechten Seite und damit das Recht, diesen Weg auch zu nutzen. Das muss nicht extra ausgeschildert werden, weil die Straßenverkehrsordnung genau das vorsieht“, erklärt Gewald.

Der neue Weg sei ein Sonderweg und damit er auch aus Richtung Borstel von Radlern befahren werden darf, wurden die zusätzlichen weißen Schilder mit einem Fahrrad sowie die Pfeile in Richtung Rolfshagen aufgestellt. „Damit ist deutlich, dass man den Weg in beiden Richtungen nutzen kann“, so Gewald.

Falsches Schild

In Rolfshagen wird es dann etwas kompliziert, besonders für alle, die vom Freibad in Richtung Borstel oder Kathrinhagen unterwegs sind und umgekehrt.
Zunächst die Richtung vom Freibad Rolfshagen nach Borstel. Wer vom „Horstsiek“ nach rechts auf die Obernkirchener Straße einbiegt, der sieht ein Schild, das eindeutig einen Gehweg ausweist. Radfahrer dürften hier nicht fahren und müssten die Straße benutzen.

„Dieses Schild muss noch entfernt werden. Das ist eindeutig falsch. Hier befindet man sich außerhalb der geschlossenen Ortschaft und darf daher den Geh-Radweg nutzen, und zwar in beide Richtungen“, erklärte Gewald.

Diese Regelung gilt entlang der gesamten Obernkirchener Straße. An der Einmündung zur Rolfshagener Straße, also mit Beginn der „Reihe“, ist der Geh-Radweg nur in Richtung Borstel zu befahren. Man darf also getrost weiterradeln, und zwar durchgängig bis nach Borstel.
Wer aus Borstel kommt, darf, wie schon beschrieben, den neuen Sonderweg bis zum Ortseingang Rolfshagen beradeln. Dort müssen Radfahrer dann aber die Straße queren und auf der Fahrbahn fahren.

Autofahrer müssen Rücksicht nehmen

„Innerhalb geschlossener Ortschaften ist ein Radweg in beide Richtungen zu gefährlich“, erklärte Gewald. Autofahrer, die von ihren Grundstücken fahren, könnten die Radler übersehen, weil sie nicht mit ihnen rechnen.

An der Kreuzung zur Rolfshagener Straße dürfen die Radfahrer dann aber nochmals die Straße queren und dann weiter den Geh-Radweg nutzen, denn hier befindet man sich wieder außerhalb der geschlossenen Ortschaft.

Ganz wichtig, das weiße Schild mit dem Rad darauf, ob mit oder ohne Richtungspfeil, verpflichtet Radler nicht, diesen Weg zu nutzen. Sie dürfen ebenso die Straße benutzen.
„Autofahrer müssen auf Radfahrer Rücksicht nehmen, ob innerhalb oder außerhalb der Ortschaft. Sie sehen die Radler doch und müssen dann eben im vorgeschrieben 1,5-Meter-Abstand daran vorbeifahren und wenn Gegenverkehr kommt, bremsen und hinter dem Radfahrer bleiben“.

Für Kinder gelten die Sonderrechte und -pflichten. Bis zum 8. Geburtstag müssen sie mit dem Rad den Gehweg nutzen, auch wenn ein Radweg vorhanden ist. An Kreuzungen müssen sie absteigen und schieben. Kinder zwischen dem 8. und 10. Geburtstag können wählen, ob sie den Geh- oder den Radweg benutzen. von Kerstin Lange