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Auetal Öffnung des Sonnental-Freibades in Rolfshagen steht auf der Kippe
Schaumburg Auetal Öffnung des Sonnental-Freibades in Rolfshagen steht auf der Kippe
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16:50 15.05.2020
Schwimmmeisterin Andrea Jagata (rechts) ist noch zuversichtlich, dass das Freibad geöffnet wird. Gemeinsam mit Friedhelm Limburg vom Bauhof hat sie das Becken inzwischen gereinigt. Quelle: la
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Rolfshagen

„Wie 80 Prozent aller Städte und Gemeinden haben wir uns gegenüber dem Städtebund für eine Öffnung der Bäder ausgesprochen, aber das ist nicht machbar, wenn wir pro Badegast einen Ordner stellen müssen“, stellte Bürgermeister Heinz Kraschewski fest.

Bislang gilt die bis zum 27. Mai gültige Verordnung, dass Bäder geschlossen sind. Landesvater Stephan Weil hatte aber in seinen Zielvorgaben angekündigt, dass Bäder ab dem 25. Mai, mit Restriktionen, geöffnet werden sollen.

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„Diese Restriktionen sind noch nicht definiert. Das müssen wir abwarten. In jedem Fall wird der Badespaß in diesem Jahr kein Selbstläufer“, so Kraschewski.

Der Städte- und Gemeindebund fordere vom Land sehr konkrete Vorgaben. „Wenn wir die nicht oder nur zu für uns unerschwinglichen Bedingungen erfüllen können, werden wir auch über einen Verzicht der Badesaison, zumindest nachdenken müssen“, so der Auetaler Bürgermeister.

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen hat, laut der Nachrichtenagentur dpa selbst ein Konzept entwickelt, wie den Bädern eine Inbetriebnahme ermöglicht werde kann. So könnte gegebenenfalls ein webbasiertes Reservierungssystem mit Begrenzung von Nutzerzahlen eingeführt werden. Einzelne Duschkabinen und Schließfächer müssten geschlossen bleiben.

Als Maximalbelegung könnte zum Beispiel ein 25 mal 12,5 Meter Schwimmbecken von 52 Personen genutzt werden, ein gleich großes Mehrzweckbecken von etwa 65 Personen. Um im Wasser den Abstand besser abschätzen zu können, sollen Schwimmbadleinen der Orientierung dienen.

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Eine Infektionsgefahr durch das Freibadwasser, das mit Chlor aufbereitet und kontinuierlich gefiltert wird, ist sehr gering. Im Sonnentalbad würde es im Falle der Öffnung auch Beschränkungen auf der Liegewiese geben. Teilweise müsste diese abgesperrt werden, da niemand im Bereich des Volleyballfeldes kontrollieren könnte, ob die Abstandsreglen eingehalten werden.

Auch ein zeitliches Limit für den Besuch des Bades wird es sicher geben. Einige Bäderbetriebe planen bereits eine Aufenthaltszeit von zwei bis drei Stunden. Danach müssten alle das Bad verlassen. Türklinken, das Drehkreuz, Bänke, die Außenduschen und Toiletten müssten desinfiziert werden und dann könnten die nächsten Badegäste eingelassen werden. Auch ob der Freibad-Kiosk geöffnet werden darf und unter welchen Abstands- und Hygienebedingungen, ist noch völlig offen.

Problem im Hochsommer

Bei nicht eben hochsommerlichen Temperaturen könne der Badebetrieb sicher irgendwie ermöglicht werden, ist sich Kraschewski sicher, aber wie das an Hochsommertagen mit vielen Badegäste gehen soll, dahinter steht wohl das dickste Fragezeichen.

„Das wird alles ein riesiger Aufwand und ich bin noch nicht sicher, ob wir das alles leisten können, auch wenn wir selbstverständlich öffnen möchten“, so Kraschewski.

Der Städte- und Gemeindebund hat das Land aufgefordert, schnellstmöglich nach den dort vorliegenden epidemiologischen Erkenntnissen und mit dezidierten Hinweisen, zu entscheiden und diese Entscheidungen dann auch zu kommunizieren. Laut Städte- und Gemeindebund könnten diese Entscheidungen nicht in das Ermessen von einzelnen Kommunen gestellt werden. Wenn das Land eine Öffnung erwägt, müsse es die Kosten für einen zusätzlichen Personalbedarf an Ordnungsdiensten übernehmen, fordert der Städte- und Gemeindebund.

Eine Beteiligung des Landes an zusätzlichen Personalkosten kann ich mir zwar durchaus wünschen, aber beim besten Willen nicht vorstellen.

Heinz Kraschewski , Bürgermeister

„Eine Beteiligung des Landes an zusätzlichen Personalkosten kann ich mir zwar durchaus wünschen, aber beim besten Willen nicht vorstellen“, sagte Kraschewski dazu.

Man wolle aber alles mögliche tun, um die Öffnung des Freibades, wenn auch mit erheblichen Einschränkungen, zu ermöglichen. Die Vorbereitungen im Bad laufen derzeit, mit einer Öffnung vor dem Pfingstwochenende ist aber in keinem Fall zu rechnen.

von Kerstin Lange

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