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Auetal Widerstand gegen ICE-Neubautrasse im Auetal wächst
Schaumburg Auetal Widerstand gegen ICE-Neubautrasse im Auetal wächst
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07:11 30.08.2019
„Wir hoffen, dass wirklich viele Auetaler und Interessierte zu dem wichtigen Termin am Dienstag kommen. Hendrik Steg Vorsitzender der BI Auetal
Rehren

Landschaftsveränderungen, Lärmbelästigungen, Verlust an Landschaftsästhetik und Naturraum, Artenschwinden, gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen, Verlust von Ackerflächen und Folgen für den Straßenverkehr – das sind die Nachteile, die die Bürgerinitiative Auetal (BI Auetal) auflistet und als Gründe gegen die geplante ICE-Neubautrasse durch das Auetal anführt.

„Wenn die Trasse wirklich gebaut wird, dann ist im Auetal nichts mehr, wie es jetzt ist“, mahnt der Vorsitzende der BI, Hendrik Steg. Die Bahntrasse habe ausschließlich Nachteile für Mensch, Tier und Natur.

Lebensqualität und Wohnattraktivität würden verringert

Je nach genauem Verlauf der Trasse – einen genauen Plan kennt man noch nicht – würden vermutlich über 90 Hektar Land für die Gleise geopfert werden. Das entspricht einer Fläche von rund 200 Fußballfeldern allein im Auetal.

Lärmbelästigungen und lange Umwege, da die Trasse nur an wenigen Stellen passierbar sei, würden die Lebensqualität und Wohnattraktivität im Auetal erheblich verringern. „Die Enteignung von landwirtschaftlichen Flächen und auch Bestandsimmobilien ist wahrscheinlich“, so der BI-Vorsitzende. Dazu kämen die Zerstörung des Landschaftsbildes und die Bedrohung der Lebensräume für geschützte Tiere.

Widerstand wächst

„Vorteile gibt es keine. Und wer noch so naiv ist und glaubt, dass das Auetal einen eigenen Bahnhof bekommt, und der Schnellzug dann dort hält, der sollte sich schnell von dem völlig abwegigen Gedanken verabschieden“, so Steg. Es sei kurz vor 12 für das Auetal.

Da langsam mehr und mehr Auetaler und auch Bürger aus den angrenzenden und ebenfalls betroffenen Gemeinden, wie Buchholz und Apelern, das Ausmaß der Veränderungen durch eine Schnellbahntrasse erfassen, regt sich immer mehr Widerstand. Im Auetal nehmen die Banner, die darauf hinweisen, dass man gegen eine Neubautrasse und für den Ausbau der vorhandenen Trasse ist, täglich zu. Die unterschiedlichen Schilder wurden entworfen – die ersten, in den Auetaler Gemeindefarben Rot und Grün, wurden in Bernsen aufgestellt. Mitglieder der BI haben weitere entworfen, und jetzt haben Jörg Bredemeier und Hobbyfotograf Marc André Rehberg ganz besondere Hingucker angefertigt. Tiere, wie der Fuchs (siehe Foto oben), die Mufflons, ein Rehkitz, der Uhu und der Eisvogel melden sich darauf zu Wort. Auch sie wollen keine Bahntrasse vor ihrem Bau oder ihrem Brutplatz.

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Infoveranstaltung im September

„Da es fast täglich Neues rund um die mögliche Bahntrasse durch unser Tal gibt, wird es Zeit, dass wir uns wieder einmal in größerer Runde zusammensetzen“, meint der Vorstand der BI.

Daher wird für Dienstag, 3. September, eine Info-Veranstaltung organisiert, die im Feuerwehrgerätehaus im Gewerbegebiet in Rehren stattfindet. Los geht es um 18 Uhr mit einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative Auetal. Die Beiträge müssen noch festgelegt werden. Geplant sind zehn Euro Jahresbeitrag für Mitglieder ab 25 Jahren, 15 Euro für Familien und 20 Euro für juristische Personen. Für unter 25-Jährige soll der Beitrag frei sein. Wer an dem Abend der BI beitritt, kann an der Versammlung teilnehmen.

Marja-Liisa Völlers zu Gast

Für alle Auetaler und Interessierten beginnt die Info-Veranstaltung um 19 Uhr. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers wird dabei sein, ihre Position zur geplanten Neubautrasse darstellen sowie über die Schwierigkeit informieren, aus Berlin Verbindliches zum Trassenverlauf zu erfahren.

Die BI hat mit Handzetteln, die an alle Haushalte verteilt wurden, und mit Hinweisen auf Bannern zu der Info-Veranstaltung eingeladen. „Wir hoffen, dass wirklich viele Auetaler und Interessierte zu dem wichtigen Termin am Dienstag kommen“, so Stegvon Kerstin Lange