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Auetal Wie war das eigentlich mit der Arche?
Schaumburg Auetal Wie war das eigentlich mit der Arche?
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18:12 02.08.2013
Teamer Swantje hilft den Kindern bei ihren Regenmachern.
Teamer Swantje hilft den Kindern bei ihren Regenmachern. Quelle: jaj
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Von Jessica Rodenbeck

Rolfshagen. Eine Woche lang gestaltete das Team um die Pastorinnen Dorothea Mecking und Antje Wachtmann sowie Diakonin Carina Sittig 50 Kindern aus dem gesamten Auetal eine spannende Zeit, in der viel gebastelt, gesungen und gespielt wurde. In diesem Jahr drehte sich dabei alles um Noah und die Arche. Und auch wenn es den Kindern manchmal erst auf den zweiten Blick bewusst wurde, hatte jeder einzelne Programmpunkt immer einen festen Bezug zu diesem Thema der Woche – und die Kinder lernten dabei spielerisch.

 „Noah hat ja nur seine Familie und zwei Tiere jeder Art mit au die Arche genommen. Was war denn mit den anderen?“, wollte Teamerin Swantje beispielsweise von ihrer Gruppe wissen, die aus Erst- und Zweitklässlern bestand. „Die haben sich ganz doll gestritten. Und dann hat Gott gesagt: ,So geht das nicht‘ und hat die Sintflut geschickt“, wusste Maja zu berichten.

 „War das denn gerecht?“, fragte Swantje nach. Eine Frage, bei der sich die Kinder nicht einig waren. „Ja, weil dann können sie nicht mehr streiten und dann ist Frieden“, fand ein Kind. Ein anderes Kind fand es vor allem im Hinblick auf die Tiere nicht gerecht. „Die können da doch nichts für!“, merkte das Mädchen an. Vielleicht war auch ein Ausflug ins Wisentgehege, den die Kinder ebenfalls während der Hollydays unternommen haben, Grund für diese Ansicht. Dort erlebten die Kinder viele verschiedene Tiere – die Noah natürlich auch auf der Arche hatte – hautnah. Bei der Frage, welches ihnen am besten gefallen hat, gingen die Meinungen jedoch auseinander. Vom Luchs über die Ziege bis zum Wolf reichten die Vorschläge.

 Am vorletzten Tag der Hollydays war es schließlich soweit: wie von den Handpuppen „Lirum“ und „Larum“ schon währen der Begrüßungsrunde am Morgen angekündigt, kam der große Regen – und den bekamen die Kinder gleich in doppelter Hinsicht zu spüren. Vormittags bastelten sie Regenmacher aus Papprohren, am Nachmittag folgten schließlich Wasserspiele rund um das Gemeindehaus. Eine willkommene Abwechslung bei hochsommerlichen Temperaturen.

 Ein besonderer Höhepunkt folgte am Donnerstagnachmittag. Da durften die Kinder zuschauen, wie weiße Tauben fliegen gelassen wurden. Und auch die Hintergründe für dieses Highlight wussten die Kinder. „Noah ließ auf der Arche auch eine Taube fliegen, als das Wasser zurückging“, erzählte ein Junge. Als diese von ihrem zweiten Flug mit einem Ölzweig im Schnabel zurückkehrte, schöpfte Noah wieder Hoffnung. Als die Taube von ihrem dritten Flug überhaupt nicht zurückkehrte, wusste Noah, dass sie Land gefunden hatte, und entließ Menschen und Tiere von der Arche.

 Währen die Kinder sich in ihren Gruppen mit Noah und der Arche Beschäftigten, waren hinter den Kulissen viele fleißige Hände im Einsatz. Freiwillige Frauen der Kirchengemeinde Kathrinhagen-Rolfshagen schnippelten den ganzen Vormittag lang Obst und Gemüse für den kleinen Snack zwischendurch und backten täglich 100 Brezel auf. „Die sind der absolute Renner“, verriet eine Helferin.

 „Ohne die ganzen Freiwilligen wären die Hollydays nicht möglich“, sversicherte Pastorin Dorothea Mecking, für die die mittlerweile fünften Hollydays ihre ersten waren. Aber auch auf finanzielle Unterstützung sind die Hollydays angewiesen. Denn die Teilnahme kostet für Kinder maximal 30 Euro – Mittagessen und Ausflüge inklusive. Geschwisterkinder zahlen sogar nur 20 Euro, in besonderen Fällen kann die Teilnahmegebühr auf 10 Euro reduziert werden. Mecking war daher froh, dass sich die Sparkasse Schaumburg, die Gemeinde, das Auetaler Bündnis für Familien und viele Einzelspender finanziell beteiligt hatten.

 Auch die Diakonie Stiftung des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg hatte das Projekt finanziell unterstützt. Kuratoriumsmitglied Dr. Michael Behrndt machte sich sogar vor Ort ein Bild von der Veranstaltung. „Hier können auch die Kinder eine tolle Zeit und Urlaub erleben, die sonst nicht die Möglichkeit dazu hätten“, zeigte er sich beeindruckt. „Das Engagement der Kirchengemeinde ist bewundernswert“, fand er.

 Am morgigen Sonntag können sich alle Interessierten noch einmal selbst ein Bild von den Auetaler Hollydays machen. Um 11 Uhr findet der Abschlussgottesdienst im Gemeindehaus Rolfshagen statt, der von den Teamern gestaltet wird. Auch die Kinder werden dabei sein und ihr „Hol(l)ydays-Lied“ singen.

 Auf der Arche hat Noah eine weiße Taube als Kundschafter auserwählt – auch die Kinder durften zuschauen, wie weiße Tauben in die Lüfte aufstiegen. pr