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Bückeburg Ortsteile Flügelhauben als Blickfang
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Ortsteile Flügelhauben als Blickfang
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21:26 20.08.2018
Die Stippvisite auf dem Bückeburger Marktplatz lockt zahlreiche Zuschauer an.
Die Stippvisite auf dem Bückeburger Marktplatz lockt zahlreiche Zuschauer an. Quelle: bus
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Scheie

Der Korso der fein herausgeputzten Treckergespanne war am Sonntag der Höhepunkt des zweitägigen Festgeschehens.

Die Ahnebeier-Tour führte von dem am Dorfgemeinschaftshaus errichteten Festzelt über die Tanzstationen Zimmermannsplatz (Ecke Am Nordhofe/Triftstraße), Meiers Hof (Ecke An den Höfen/Dorfstraße), Rethof und Marktplatz (Stadt Bückeburg) zurück zum Ausgangspunkt. Dabei stellte die Stippvisite in der Innenstadt einmal mehr eine bemerkenswerte Anziehungskraft unter Beweis.

Die das Marktplatz-Areal säumenden Zuschauer spendierten den Trachtenträgern ausgiebig Beifall. Einen besonderen Blickfang bildeten die erstmals seit vielen Jahren von den jungen Frauen getragenen Flügelhauben, die mit ihren bis zum Rocksaum reichenden schwarzen Schleifen einen aparten Kontrast zu den traditionellen roten Röcken hervorriefen.

Zurück am Dorfgemeinschaftshaus standen mehrere Grußworte und die von Gudrun Peter und Gerd Wilharm als „Stine“ und „Heini“ gehaltene (und zuvor von Margret Harting ins Plattdeutsche transferierte) Ernterede auf dem Programm. Während „Stine“ und „Heini“ sehr zum Gefallen der Zuhörer Amüsantes aus dem Dorfgeschehen der vergangenen zwölf Monate Revue passieren ließen, schlugen die Gastredner auch durchaus ernste Töne an. Pastor Rainer Diekmann sagte mit Blick auf die Wetterkonstellationen der zurückliegenden Wochen: „Wir haben gemerkt, dass wir Menschen vieles bestimmen und an vielen Knöpfen drehen können, aber die Natur beherrschen wir nicht.“ Einmal mehr habe sich gezeigt, dass die Menschheit von ihr abhängig sei. „Gebe Gott, dass wir daraus lernen, dann haben wir eine Zukunft; Kinder, Enkel und Urenkel werden es uns danken“, fügte der Geistliche an.

Ortsbürgermeister Friedrich Meyer rief in Erinnerung, dass „wir letztes Jahr um diese Zeit mit Gummistiefeln im Maisfeld gestanden haben“. Wegen der Unbefahrbarkeit der Böden habe die Ernte nicht auf allen Feldern eingebracht werden können. Zwölf Monate darauf seien aufgrund der extremen Trockenheit die Feldfrüchte bereits Anfang August in den Scheuern gewesen. „Ich habe so ein Jahr noch nicht erlebt“, führte der Vollerwerbslandwirt aus. „Dennoch leben wir in einer sehr schönen Region und werden von großen Unwettern verschont. Darum müssen wir auch ein bisschen dankbar sein.“ Bürgermeister Reiner Brombach freute sich insbesondere über „die vielen Kinder und Jugendliche, die hier die Tradition weiterleben“. Was zeige, dass die Welt in Scheie noch in Ordnung sei. „Hier kann man wohl leben“, hielt das Stadtoberhaupt fest, das zudem die von den Festausschussmitgliedern Jeanine Wilharm, Lara-Marie Harting, Sven Wolf, Ina Peter, Jana Peter und Maret Peter geleistete Organisationsarbeit lobte.

Das Fest war am Sonnabend mit dem Abholen der Krone bei den Erntebauern Daniel und Tobias Tänzer eingeläutet worden. Anschließend luden die Partyband „Cross-Fader“ und Discjockey Dennis zum Tanz. Am Sonntag gab’s zunächst ein Katerfrühstück, parallel zum Umzug wurden im Festzelt Kaffee und Kuchen aufgetischt. Darüber hinaus zeigten Eleven von „Mark’s Tanzschule“ mehrere für eine Ahnebeier eher untypische Kostproben ihres Könnens. bus