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Bückeburg Ortsteile Gefährlicher Löscheinsatz nach Hubschrauber-Absturz in Aerzen
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Ortsteile Gefährlicher Löscheinsatz nach Hubschrauber-Absturz in Aerzen
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17:18 02.07.2019
Am Absturzort – Feuerwehrleute aus Aerzen bereiten einen Löschangriff vor. Der Hubschrauber aus Bückeburg ist zerschellt. Quelle: ube
Bückeburg/Aerzen

Der Hubschrauber vom Typ EC-135 wurde komplett zerstört. Auf dem Modell trainieren die Heeresflieger ihre angehenden Piloten. Der Flug war am Montagmittag in Bückeburg auf dem Heeresflugplatz im Ortsteil Achum gestartet und stürzte gegen 14 Uhr bei Aerzen ab. Nach Angaben von Presseoffizier Oberstleutnant Michael Baumgärtner waren zwei ausgebildete Piloten an Bord, die sich auf einem sogenannten Weiterbildungsflug befanden.

Im Namen des gesamten Standortes sprach er den Angehörigen und Freunden der toten Pilotin das Mitgefühl aus und wünschte dem verletzten Soldaten eine gute und schnelle Genesung. Die Fahnen des Standortes wurden umgehend auf halbmast gesetzt. „Wir sind alle tief betroffen“, so Baumgärtner. Gerade für eine Ausbildungsstätte sei so ein Unfall „ein herber Schlag.“ Die Ursache des Unfalls werde von dem zuständigen General Flugsicherheit „bis ins kleinste Detail“ ermittelt, versprach er.

Aus Bückeburg hatte sich auch Notfallseelsorger Hendrik Blank auf den Weg zum Absturzort gemacht, um Soldaten, Feuerwehren und Hilfskräfte zu betreuen. Er konnte sich allerdings recht rasch auf den Rückweg machen, da die Bundeswehr mit eigenem Betreuungspersonal vor Ort war.

„Wir haben gegrillt und die Hubschrauber fliegen sehen“, erzählt Andrea Weber aus Dehmke. Sie habe kurz darauf das Geschirr ins Haus gebracht. „Als ich wieder nach draußen kam, war oben am Wald eine große Rauchsäule zu sehen. In dem Feld lief jemand. Wir haben gedacht: Gott sei Dank ist der Pilot rausgekommen.“ Der Mann habe sich kaum auf den Beinen halten können – er sei mehrere Male hingefallen, berichtet die Augenzeugin. Der 26 Jahre alte Soldat soll noch selbst via Handy Hilfe angefordert haben. Für die Pilotin kommt jede Hilfe zu spät.

Es ist 13.52 Uhr, als der erste Notruf bei der Leitstelle in Hameln eingeht. Schnell ist klar: Oberhalb von Dehmke ist ein Hubschrauber abgestürzt. Das Wrack steht in Flammen. Ein Notarztteam und Rettungswagen der Feuerwehr Hameln und des DRK sowie fünf Feuerwehren aus der Gemeinde Aerzen rücken aus. Aus Bückeburg machen sich die Bundeswehr-Flugplatzfeuerwehr und Allrad-Militärkrankenwagen auf den Weg. Der Schulungshubschrauber vom Typ EC 135 gehört zum Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg.

Feuerwehrleute halten Sicherheitsabstand

Über der Unglücksstelle kreisen Militärhubschrauber. Eine Maschine landet unweit der noch brennenden Wrackteile und setzt ein Notarztteam ab. Feuerwehrleute, die sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet haben, bekämpfen die Flammen, während ein Notarztteam 70 Meter weiter unterhalb den Überlebenden behandelt und bald darauf in ein Krankenhaus bringt.

Günter Seidel steht geschockt auf einem Waldweg. Er hat gehört, dass nach dem Absturz Leuchtkugeln zu sehen gewesen sein sollen. Feuerwehrleute halten vorsichtshalber einen Sicherheitsabstand. Und das ist gut so, wie sich wenig später herausstellt. Hauptmann Robert Stiller, Chef einer Feldjäger-Kompanie, sagt, jeder Mensch, der sich in einem bestimmten Radius aufgehalten habe, müsse von ABC-Schützern dekontaminiert werden. „Kleinstfasern könnten freigesetzt worden sein. Wenn man sie einatmet, kann das die Lungen schädigen.“

ABC-Spezialisten angefordert

Ein weiterer Such- und Rettungshubschrauber der Bundeswehr und eine EC 135 landen unweit des Unglücksortes. Militärpolizisten eilen von nah und fern herbei – sie sperren den Absturzort weiträumig ab, warnen Passanten und Reporter davor, Wrackteile anzufassen. Das könne die Gesundheit schädigen.

ABC-Spezialisten werden angefordert. Mit einem Flughafen-Tanklöschfahrzeug lässt die Bundeswehr ein Stück Weizenfeld plattwalzen. Darauf entsteht ein großer Dekontaminationsplatz. Feuerwehrleute, die mit Rauch in Kontakt gekommen sind, werden dort von Experten, die Atemschutz tragen, gesäubert, die Schutzkleidung wie Sondermüll behandelt. Niemand soll gesundheitsschädliche Stoffe verschleppen oder einatmen.

Gesundheitsgefahr

Die Einheiten aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont erhalten Verstärkung von ABC-Zügen aus den Landkreisen Hildesheim, Holzminden und aus der Stadt Hildesheim. Das Heulen der Sirenen will nicht enden. Auch DRK-Katastrophenschutz-Einheiten fahren Dehmke an. Im Hamelner Sana-Klinikum wird alles für eine Personen-Dekontamination vorbereitet.

Dehmke ist abgeriegelt. „Wer nicht dazu befugt ist, darf nicht in den Sicherheitsbereich“, so Stiller. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bittet die Bevölkerung um Verständnis, dass die Bundeswehr den Absturzort „für geraume Zeit absperren muss“. Alle Wrackteile müssten gesichert, jede Gesundheitsgefahr ausgeschlossen und nach der Absturzursache gesucht werden. von Ulrich Behmann und Raimund Cremers

„Zu größtem Dank verpflichtet“

Nach dem Absturz des Bundeswehr-Hubschraubers meldete sich am Nachmittag auch der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann zu Wort. „Mit tiefem Bedauern habe ich erfahren, dass heute ein Hubschrauber der Heeresflieger aus Bückeburg abgestürzt ist“, sagte Beermann.

Er sprach den Angehörigen und den Kameraden der verunglückten Pilotin sein herzliches Beileid aus. „In Gedanken bin ich bei Ihnen und bete zudem für die schnelle Genesung der weiteren Verletzten“, sagte der CDU-Politiker. Der Dienst in der Bundeswehr sei ein stetiger Einsatz für die Freiheit und die Sicherheit der Bürger. „Wir alle sind der Verstorbenen und den Verletzten für Ihren Einsatz um unser Vaterland zu größtem Dank verpflichtet“, fügte Beermann hinzu. Der Bundestagsabgeordnete bedankte sich außerdem bei den Rettungskräften für ihren Einsatz am Unglücksort.  leo

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