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Bückeburg Ortsteile Hubschrauber aus Achum stürzt bei Aerzen ab – Pilotin stirbt
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Ortsteile Hubschrauber aus Achum stürzt bei Aerzen ab – Pilotin stirbt
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17:14 02.07.2019
Von dem Militärhubschrauber aus Achum ist nur ein verkohlter Klumpen übrig geblieben. Ein Notarztteam versorgt den Überlebenden.  Quelle: ube
Achum/Aerzen

Die Maschine vom Typ Eurocopter (EC 135) zerschellte auf einem Getreidefeld und ging sofort in Flammen auf. Eine 25 Jahre alte Pilotin kam bei dem Unglück ums Leben, ein Besatzungsmitglied (26) überlebte verletzt. Nach Informationen dieser Zeitung stammte die 25-Jährige gebürtig aus Trier und wohnte während ihrer Weiterbildung in Bückeburg.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die den Unglücksort am Abend gemeinsam mit dem Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, besuchte, zeigte sich zutiefst betroffen. Sie bezeichnete die Opfer als sehr erfahrene Luftfahrzeugführer. Beide seien auf diesem Hubschrauber-Typ „umfassend ausgebildet“ worden, sie hätten je 450 Flugstunden absolviert. „Die Piloten befanden sich in der Weiterbildung zum Fluglehrer“, sagte die Ministerin. Erst in der vergangenen Woche waren an der Mecklenburgischen Seenplatte zwei Eurofighter der Luftwaffe zusammengestoßen, ein Pilot starb.

Zur Ursache des Absturzes lagen am Montag nach Angaben von Vollmer, ranghöchster Offizier des Heeres, noch keine Erkenntnisse vor. Eine Expertengruppe unter der Leitung des Generals Flugsicherheit, einer Abteilung, die dem Luftfahrtamt der Bundeswehr unterstellt ist, setze derzeit alles daran, die Unglücksursache zu ermitteln.

Die abgestürzte Schulungsmaschine gehört zum Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg. „Wir haben 14 Maschinen dieses Typs, elf sind immer einsatzbereit“, erklärte Ministerin von der Leyen. Das sei vertraglich so mit Airbus geregelt worden – dort würde die Wartung durchgeführt. „Heute ist für uns ein bitterer, ein schwerer Tag. Unsere Gedanken sind bei der Soldatin, die wir verloren haben, bei ihren Angehörigen und bei ihren Kameradinnen und Kameraden“, so die Ministerin.

Maschinen des Typs EC 135 würden seit 2000 genutzt, sagte der Inspekteur. Dieser Hubschrauber sei ein bei den Heeresfliegern bewährtes Luftfahrzeugmodell mit mehr als 100 000 Flugstunden. Nur einmal, vor etwa zehn Jahren, habe es einen Flugunfall mit einer EC 135 gegeben – allerdings ohne Personenschaden. Laut Generalleutnant Vollmer werden alle angehenden Piloten auf dem Schulungshubschrauber EC 135 ausgebildet und erfahrene Luftfahrzeugführer weitergeschult. Der Helikopter verfügt über zwei Triebwerke, hat ein digitales Cockpit, eine Autopilot-Funktion und ein Flug-Management-System.

Militärpolizisten sperren Gebiet weiträumig ab

Nach dem Absturz waren neben Notarzt- und Rettungswagen auch fünf Feuerwehren aus dem Gemeinde Aerzen und die Bundeswehr-Flugplatzfeuerwehr aus Bückeburg angerückt. Freiwillige konnten das Wrack rasch löschen. Militärpolizisten sperrten das Gebiet weiträumig ab und richteten einen militärischen Sicherheitsbereich ein.

Hauptmann Robert Stiller, Chef einer Feldjäger-Kompanie, sagte, jeder Mensch, der sich in einem bestimmten Radius aufgehalten habe, müsse vom ABC-Dienst dekontaminiert werden. Hubschrauber und Flugzeuge bestünden unter anderem aus Verbundfaserstoffen, weil sie sehr leicht sein müssten. „Wenn man Kleinstfasern einatmet, kann das die Lungen schädigen.“ Der Inspekteur des Heeres warnte davor, „irgendwelche Teile“ anzufassen. „Das kann gesundheitsschädlich sein.“ ube, vin

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