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Bückeburg Ortsteile Hubschrauberausbildungszentrum Bückeburg stellt Flugbetrieb ein
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01:16 05.07.2019
Heeresfliegerkommandeur Ulrich Ott drückt nach dem tragischen Hubschrauber-Absturz bei Aerzen sein tiefes Bedauern über den Tod der jungen Pilotin aus Bückeburg aus. Quelle: rc
Achum/Aerzen

„In diesen schweren Stunden sind die Gedanken aller Soldaten und Angestellten des Standorts bei der Familie und Angehörigen der toten Soldatin. Wir denken an sie und trauern um unsere Kameradin“, sagt der Kommandeur des IHTC und Gneral der Heeresflieger, Brigadegeneral Ulrich Ott, als er am Dienstagmittag vor dem Kasernentor der wartenden Presse Auskünfte zu dem tragischen Absturz eines Hubschraubers des Ausbildungszentrums am Montagmittag bei Aerzen gibt.

Wie berichtet war dort bei dem Absturz des mit zwei Piloten besetzten Hubschraubers eine Soldatin (25 Jahre) gestorben, der andere Soldat (26) wurde schwer verletzt. Der Leutnant befindet sich nach wie vor im Krankenhaus, sagte Ott, der dem Piloten noch am Montagabend im Krankenhaus in Hameln besuchte.

Der Soldat wird, ebenso wie die Familie der toten Piloten, von Psychologen betreut. Auch in Bückeburg rückte noch am Dienstag ein Kriseninterventionsteam an, um die an der Bergung und Aufräumen der Unglücksstelle beteiligten Soldaten zu betreuen. Am Nachmittag trat der gesamte Verband an, General Ott sprach zu dem unter Schock stehenden Standort.

Bei den beiden Soldaten handelt es um erfahrene Luftfahrzeugführer, die beide bereits je 450 Flugstunden absolviert hätten, wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Montagabend gesagt hatte, als sie die Absturzstelle besuchte. Wie Genral Ott sagte, hätte beide überdurchschnittliche fliegerische und charakterliche Eignungen gezeigt, um unmittelbar nach ihrer Ausbildung zum Piloten zu Fluglehrern ausgebildet werden.

Zwei Jahre hätte diese komprimierte Ausbildung gedauert. „Die nun leider nicht mehr zu Ende gebracht werden kann“, wie der General bedauerte. Diese Art der Ausbildung sei vor ihrer Einführung „sehr genau abgewogen“ worden.

Zum Hintergrund: Aufgrund der personellen Entwicklung in den Hubschrauberregimentern und -geschwadern sowie der Bindung des Personals in Auslandseinsätzen ist die Regneration von Lehrpersonal in der Lehrgruppe A des Ausbildungszentrums in den vergangenen Jahren fast zum Erliegen gekommen. Das „FAIP“, das „First Asignment Instructor Pilot“ wie es im Fachjargon heißt, sei die letzte Chance, den Ausbildungsbetrieb in der Hubschrauberfliegerei am IHTC aufrecht zu erhalten, hatte die Info-Schrift der Heeresflieger „Nach vorn“ in ihrer Ausgabe Nr 6, dieses Jahres geschrieben.

Suche nach Unglücksursache

Zur möglichen Unglücksursache äußerte sich Ott nicht. Dazu sei es viel zu früh, diese Aufgabe liegt im Aufgabenbereich des Generals Flugsicherheit. Das eingeschmolzene Wrack der EC-135 liegt immer noch auf dem Acker bei Aerzen, wann es nach Bückeburg abtransportiert werden kann, sei offen. Ebenso offen ist, wer den Hubschrauber zum Zeitpunkt des Unglücks geflogen hat. Er kann von beiden Cockpit-Sitzen aus geflogen werden.

Den EC-135 bezeichnete der General als ein bewährtes Muster. Es ist seit dem Jahr 2000 bei den Heeresfliegern zu Ausbildungszwecken im Einsatz. Seitdem sind bereits 108.000 Flugstunden auf dem Ty geflogen worden. 2005 sei es zu einem Unfall mit einer EC-135 gekommen. Damals wurde keiner verletzt, der Hubschrauber total zerstört. von Raimund Cremers

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