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Bückeburg Ortsteile Rechts Sauen, links Ferkel – Schweine im Offiziersheim?
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Ortsteile Rechts Sauen, links Ferkel – Schweine im Offiziersheim?
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18:05 20.02.2012
Unterwegs im militärischen Sicherheitsbereich: Erste Station des Rundgangs war das an der Straße „Unterm Bogen“ angesiedelte Offiziersheim der Schäfer-Kaserne. Quelle: bus
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Achum (bus)

Dem derzeit leer stehenden Schlichtbau wurde während der im Mehrzweckhaus veranstalteten Schlussbesprechung eine Zukunft als Tierzuchtanlage in Aussicht gestellt. „Rechts Sauen, links Ferkel“, erläuterte Ortsvorsteher Gerhard Schöttelndreier Details des Vorhabens. „Und die Pacht geht an die Gemeinde Achum.“

 Die nicht ganz ernst gemeinten Erörterungen über die Zukunft des Baracken-Ensembles zogen sich wie der sprichwörtliche rote Faden durch die mehrstündige Inspektionstour. „Das Casino wurde geschlossen, weil es keine Wehrpflichtigen mehr gibt, die die Offiziere an die Tische bringen und ihnen die Bierflaschen öffnen können“, erhellte Schöttelndreier den rund 40 Teilnehmern schmunzelnd den Hintergrund des von ihm angeregten Ideenroulettes. Den ursprünglichen Vorstellungen des Ortsvorstehers zufolge könnten die Problemfälle „Casino“ und „Mehrzweckhaus“ per Tausch aus der Welt geschafft werden. Die Bundeswehr könne das Mehrzweckhaus übernehmen, und die Stadt Bückeburg erhalte im Gegenzug die bundeseigene Behelfsunterkunft.

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 Deren Mittelbau sei als neues Mehrzweckhaus denkbar, die beiden Flügel als Gästehaus der Stadt Bückeburg. Wenn zukünftig, etwa zum Städtepartnerschafts-Jubiläum, 200 Besucher anreisten, „können wir die kostengünstig unterbringen und der Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses kann in der Küche die Brötchen schmieren“. Damit im städtischen Haushalt kein zusätzliches Geld bereitgestellt werden müsse, könne das neue Haus kostengünstig in die Ratskeller-Betriebe eingegliedert werden, führte Schöttelndreier aus.

 Dass der Ortsvorsteher sich am Ende mit seinen Vorstellungen nicht durchsetzen konnte, lag an der Vielfalt und der Qualität der alternativ zu Protokoll gegebenen Verwendungsvorschläge. Sie reichten von Seniorenclub, Altenheim und Beautyfarm über Tierpension und Übungsraum für Musiker bis zum Angebot, das gesamte Areal wegen seiner Ähnlichkeit mit Berliner Schloss Bellevue dem zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff zur Verfügung zu stellen. Der erste Preis ging indes (Schöttelndreier: „nach dem Dafürhalten des Schiedsgerichts einwandfrei“) an die Ideengemeinschaft „Achumer Wiese“. Nach deren Auffassung soll die Bundesvermögensverwaltung das Gelände kostenlos dem Landwirt Ludwig Pohl vermachen. „Wo jetzt die Kneipe ist, kommt die Zentrale der Pohl’schen Grundstückverwaltung rein“, hieß es im Kreis der Sieger ergänzend. „Eine Schweine-Idee“, hieß es im Kreis der Unterlegenen.

 Pohl, dem wie allen anderen Anwesenden der humorige Charakter des Wettbewerbs nicht entgangen war, konterte die Entscheidung der Jury mit der Einladung, den nächsten Schnatgang auf seinem Anwesen ausklingen zu lassen. Zudem regte er an, die zumeist gleichzeitig stattfindenden Ortsbegehungen der Nachbargemeinden Achum und Echtorf 2013 einmal gemeinsam zu organisieren.

 Falls die Anregung in die Tat umgesetzt wird, müssen die Achumer gewiss auf einige ihrer traditionellen Inspektionspunkte verzichten. In diesem Jahr standen außer dem Offizierscasino die Neubauten auf dem Gelände der Heeresfliegerwaffenschule, die Bückeburger Aue und das Sporthaus „Achumer Wiese“ auf dem Programm. Auf abschließende Haxenessen werden die Achumer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch im kommenden Jahr nicht verzichten.