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Bückeburg Stadt 1200 Euro Strafe: 29-Jähriger würgt Busfahrer in Bückeburg
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt 1200 Euro Strafe: 29-Jähriger würgt Busfahrer in Bückeburg
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11:27 27.07.2019
Das Amtsgericht verurteilt einen Mann aus Bückeburg zu einer Geldstrafe von 1200 Euro. Der 29-Jährige hatte vor zehn Monaten einen Busfahrer gewürgt. Quelle: dpa/Symbolbild
Bückeburg

Der Mann muss wegen Körperverletzung eine Geldstrafe von 1200 Euro zahlen, was in diesem Fall 60 Tagessätzen entspricht. Gegen einen entsprechenden Strafbefehl hatte der Angeklagte zunächst Einspruch eingelegt, bevor er dieses Rechtsmittel nach der Beweisaufnahme vor Gericht in aussichtsloser Lage zurückzog und die Strafe akzeptierte.

Aussagen des Angeklagten stimmen offenbar nicht

Es war ihm nicht gelungen, das Opfer zum Täter zu machen. Der Angeklagte hatte behauptet, der Busfahrer habe sich „theatralisch auf den Boden geworfen, seinen Hals gehalten und Hilfe gerufen“. Zuvor habe er „die ganze Zeit rumgeschrien“. Davon stimmt offenbar kein Wort. Zudem soll der Busfahrer versucht haben, zwei junge Männer zu beeinflussen, die im Prozess als Zeugen aussagten.

Der Bückeburger hatte an jenem 27. September 2018 gegen 15.30 Uhr sein Auto abgestellt und die Fahrertür geöffnet, als von hinten der Bus kam. „Ich musste eine Vollbremsung einleiten“, erinnert sich der Busfahrer. Außerdem sei er ausgewichen, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Dem Busfahrer zufolge machte der andere Mann zunächst eine entschuldigende Geste.

Situation eskaliert nach Entschuldigung

Er selbst sei ausgestiegen, um dem Bückeburger in einem Gespräch klarzumachen, dass es so nicht gehe. Dann ging er zurück in seinen Bus, den kurze Zeit später auch der 29-Jährige betrat. Mehrfach forderte der Fahrer den anderen Mann auf, den Bus zu verlassen, bevor er den Bückeburger an die Schulter fasste, um ihn mit sanftem Druck zum Gehen zu bewegen. Überdies rief er die Polizei an. Daraufhin fasste der Täter sein Opfer an den Hals, würgte den Busfahrer und warf ihn zu Boden.

"Im Arsch" oder "ein Arsch" - Missverständnis schuld?

Entzündet hatte sich der Streit möglicherweise an einem Missverständnis. Der Busfahrer will im ersten Gespräch mit dem Bückeburger sinngemäß gesagt haben, dass durch einen Unfall die Autotür und wohl auch Teile des Busses „im Arsch“ gewesen wären. Vielleicht habe der 29-Jährige verstanden, dass er „ein Arsch“ sei. Geklärt hat das Gericht dies nicht mehr, weil die Verhandlung ohne Plädoyers und Urteil zu Ende ging, nachdem Richter Dirk von Behren die Beteiligten zu einem Rechtsgespräch gebeten hatte.

Weil Würgen eine „das Leben gefährdende Behandlung“ im Sinne des Gesetzes sein kann, bewegte sich die Tat hart an der Grenze zur gefährlichen Körperverletzung. Sie wird nach dem Gesetz härter bestraft als eine einfache Körperverletzung. Dazu müsste der attackierte Busfahrer jedoch Atemnot gehabt haben – und diese hatte er offensichtlich nicht. ly