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Bückeburg Stadt "Älteste Boygroup der Welt" weiß zu begeistern
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt "Älteste Boygroup der Welt" weiß zu begeistern
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13:48 11.03.2018
Kalle Mews (rechts) und Günter Märtens zaubern eine flotte Schrittfolge aufs Bühnenparkett.
Kalle Mews (rechts) und Günter Märtens zaubern eine flotte Schrittfolge aufs Bühnenparkett. Quelle: bus
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Bückeburg

Und dass Quartett-Frontmann Tukur eine begnadete Plauderertasche ist, stand schon vorher fest.

Musikalisch kreisten Tukur (Gesang, Klavier, Akkordeon), Ulrich Mayer (Gitarre, Gesang), Günter Märtens (Kontrabass, Gesang) und Kalle Mews (Schlagzeug, Geräusche, Gesang) – dem Programmtitel entsprechend – beinahe unentwegt um das Nachtgestirn.

Vom talentfreien Sohn zum ersten Mensch auf dem Mond

Der Erdtrabant, der am Gastspielabend als flache Sichel über den Bückeburger Nachthimmel wanderte, tauchte in etlichen Titeln persönlich auf – „Get out and get under the Moon“, „Moonlight Serenade“, „Guarda che Luna“, „Le soleil et la lune“, „Moonglow“. Bei anderen Kompositionen war seine Nähe unüberhörbar – „Night and Day“, „Harlem Nocturne“, „Das Nachtgespenst“, „Let’s spend the Night together“, „Dream a little Dream“.

Und was auf den ersten Blick nicht recht passen mochte, wurde passend gemacht. So erfuhr das Auditorium, dass Glenn Millers „In the Mood“ eigentlich „In the Moon“ heißt. Und es konnte noch eine ganze Menge interessanter Neuigkeiten mehr in Erfahrung bringen. Wie etwa, dass Neil Armstrong, der angeblich als erster Mensch den Mond betrat, ein unehelicher Sohn des weltberühmten Trompetenspielers und Sängers Louis Armstrong war.

Tukur wusste es ganz genau: „Louis Armstrong hat im Oktober 1929 in Reykjavik eine hoch aufgeschossene, sehr blonde, sehr schöne isländische Frau kennengelernt...“. Neil sei im Gegensatz zu seinem Vater musikalisch völlig talentlos gewesen und habe sein Leben als Schauspieler gefristet. Allerdings weitgehend erfolglos.

Taxifahrt als Quelle der Inspiration

Angesichts der vermeintlichen Mondlandung habe er sofort seinen Freund Werner (den deutschen Raketenbauer Wernher von Braun) angerufen, der die Tatsachen unverzüglich richtigstellte: „Lieber Ulrich, wir mussten das machen, die Russen waren uns voraus. Armstrong steht natürlich nicht auf dem Mond, sondern im Studio 11 der Universal-Studios.“

Da kam es keiner Überraschung gleich, dass Cole Porters 1932 veröffentlichter Nummer-eins-Hit „Night and Day“ während einer gemeinsamen Taxifahrt auf Tukurs Anregung hin entstand. By the way: Die Plaudertasche erblickte im Juli 1957 in Viernheim als Ulrich Gerhard Scheurlen das Licht der Welt.

Ebenfalls eine wundervolle Erkenntnis: „Wenn in italienischen Schlagern der Mond scheint, dann wandelt unter ihm immer ein von irgendeiner Frau verlassener junger Mann, der weint und sich das Leben nehmen will.“

Älteste Boygroup der Welt

Zum Gesamterfolg des Gastspieles trugen auch Mayer, Märtens und Mews einen erklecklichen Teil bei. Das elegant gekleidete Trio stand dem Frontmann nicht nur noten- und rhythmusfest zur Seite, sondern entzückte das Publikum auch mit klamaukigen Einlagen. Eine vom eher klein gewachsenen Schlagzeuger und vom ins Hünenhafte tendierenden Bassisten aufs Bühnenparkett gezauberte Schrittfolge ließ nicht nur die Herzen der Tanzliebhaber höherschlagen.

Mit Irving Berlins als Zugabe spendiertem „Puttin‘ on the Ritz“ stellten Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys noch einmal das musikalische Vermögen der 1995 gegründeten Tanzkapelle, die auch als „älteste Boygroup der Welt“ unterwegs ist, unter Beweis. bus