Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Bückeburg Stadt Ärger über Hecken im Neubaugebiet „Am Bergdorfer Wege“ in Bückeburg
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Ärger über Hecken im Neubaugebiet „Am Bergdorfer Wege“ in Bückeburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
10:29 13.09.2019
Auch auf einer anderen Seite des Neubaugebietes "Am Bergdorfer Wege/Nord" ist von der im Bebauungsplan vorgeschriebenen Strauch-Baum-Hecke aus heimischen Gehölzen nicht viel zu sehen. Quelle: wk
Anzeige
Bückeburg

„Bei einer Vielzahl von Grundstücken werden die Bepflanzungspflichten nicht eingehalten, beziehungsweise die Bepflanzung entspricht hinsichtlich der Anzahl und/oder verwendeten Arten nicht den Vorgaben“, heißt es in einem an die Grundstückseigentümer versandten Schreiben der Stadt Bückeburg, das auf den 16. Juli dieses Jahres datiert ist und dieser Zeitung mittlerweile vorliegt. Die umlaufende Bepflanzung (drei beziehungsweise fünf Meter Breite) sei bereits von dem Investor angelegt, jedoch auf vielen Grundstücken wieder entfernt, durch nicht heimische Gehölze ersetzt respektive ergänzt oder auf Flächen außerhalb des eigenen Grundstücks verlegt worden.

Anpflanzungen erfüllen wichtige Funktion für Naturschutz - Frist bis März 2020

Das in dem geltenden Bebauungsplan Nummer 87 „Am Bergdorfer Wege/Nord“ definierte „Ziel eines artenreichen, freiwachsenden Gehölzes“ kann laut der Stadtverwaltung somit nicht erreicht werden. Die Anpflanzungen in dem Baugebiet dienten jedoch als Kompensation für den Eingriff in die Natur und Landschaft, der mit der Erschließung dieses Baugebietes zusammenhänge. Die Anpflanzungen erfüllten daher eine wichtige Funktion für den Naturschutz, weshalb diese zu erhalten und bei Abgang zu ersetzen seien. „Ohne diese Anpflanzungen wäre die Realisierung des Baugebietes nicht möglich gewesen.“

In dem Schreiben werden die Grundstückseigentümer daher aufgefordert, die Bepflanzungen auf ihren Grundstücken zu kontrollieren und gegebenenfalls bis März 2020 zu ergänzen oder auszutauschen.

Anwohner beklagen „Katastrophenplanung“

Ein zu dieser Problematik vor Kurzem in dieser Zeitung veröffentlichter Bericht hat bei einigen Grundstückseigentümern des Neubaugebietes zu Unmut geführt. Diese widersprechen der Darstellung, dass ein entlang eines angrenzenden Feldweges auf einer Gesamtlänge von mehreren Baugrundstücken gut gewachsener Gehölzstreifen widerrechtlich entfernt worden sei. Nach Angaben eines Anwohnerpaares, das seine Namen nicht genannt haben möchte, soll sich das Ganze vielmehr so zugetragen haben: Die große Haselnusshecke entlang eines Teils des Feldweges stehe schon ewig da. Daran anschließend seien auf einem fünf Meter breiten Streifen der Baugrundstücke im Frühjahr 2017 von einer – seitens der Erschließungsträger (Volksbank in Schaumburg und Sparkasse Schaumburg; Anm. d. Red.) beauftragten – Fachfirma junge Heckensträucher angepflanzt worden, die dann jedoch bereits im Herbst 2017 vertrocknet gewesen seien. Denn, so der Mann: „Die hat ja keiner gegossen, hier war ja kein Wasseranschluss.“ Damals seien jene Grundstücke nämlich noch nicht bebaut gewesen.

Beim Bau ihres Hauses musste den beiden Anwohnern zufolge der Bodenaushub auf ihrem Grundstück auf der zum Feld hin gelegenen Seite zwischengelagert werden. „Da haben wir uns erdreistet, die vertrockneten Pflanzen zuzukippen“, formuliert es der Mann, der – bezogen auf die aus seiner Sicht viel zu früh vorgenommene Anpflanzung – von einer „Katastrophenplanung“ spricht. Auch habe man als Grundstückseigentümer keinen Einfluss darauf gehabt, was dort für Gehölze hinkommen. Sinnvoll wäre es zudem gewesen, diese erst nach erfolgter Anlage des Gartens anzupflanzen.

Engagement von Stadt gefordert

Gleichwohl: „Natürlich pflanzen wir da noch Sträucher hin“, erklärt die Frau in Bezug auf die von der Stadt geforderte Ersatzpflanzung. Ergänzend merkt der Mann an, dass die Stadt Bückeburg „mit Augenmaß“ schauen sollte, was passiert sei. Und gefunden werden müsse dann eine vernünftige Lösung, die den Leuten nicht zu sehr wehtue.

Eine andere Anwohnerin, die ihren Namen ebenfalls nicht in der Zeitung genannt haben möchte, ist folgender Meinung: Statt sich mit dem Schreiben an die Grundstückseigentümer zu wenden, hätte sich seitens der Stadt Bückeburg jemand kümmern müssen, dass man einen Kompromiss finde.

Sie selbst hat nach eigenen Angaben in Unkenntnis der Regelungen des B-Planes eine Kirschlorbeerhecke auf ihrem Grundstück gepflanzt. Kirschlorbeer deshalb, weil dieser schnell in die Höhe wachse und Sichtschutz biete. Wegen des Schreibens habe sie bereits vor Wochen bei der Verwaltung nachgefragt, ob die Kirschlorbeerhecke stehen bleiben dürfe, aber noch keine Antwort erhalten. Von Michael Werk

Mehr zum Thema