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Bückeburg Stadt Bückeburg: „Familienbaum“ als letzte Ruhestätte
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Bückeburg: „Familienbaum“ als letzte Ruhestätte
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21:06 22.11.2018
Saisonale Wechselbepflanzung ziert die Grabstätte.
Saisonale Wechselbepflanzung ziert die Grabstätte. Quelle: hil
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Bückeburg

Familienbäume, Urnenwahlgrab-Gemeinschaftsanlagen, Baumreihengräber – diese drei neuen Alternativen bietet den Bückeburgern die Möglichkeit, die anheimelnde Nähe eines Baumes zu nutzen, ohne dafür den weiten Weg in die Ruheforste auf sich nehmen zu müssen.

Der Trend zu Urnengräbern und zu Grabstätten ohne Pflegeverpflichtung hält an. Dazu kommt: Viele empfinden eine Grabstelle unter einem Baum einfach als schön. „Auch in der Bestattungskultur bestimmt die Nachfrage das Geschäft. Diese Aussage hört sich für manche vielleicht pietätlos an, aber wenn wir uns nicht auf die Wünsche der Angehörigen von Verstorbenen einstellen, suchen sie sich andere Möglichkeiten, wo ihren Wünschen entsprochen wird“, sagt Brigitte Metzner von der Friedhofsverwaltung Bückeburg. Um den Bückeburgern mehr Alternativen und Individualität zu bieten, hat Julian Plöger von der Friedhofsverwaltung geeignete Stellen auf dem Friedhof Scheier Straße ausgewählt und nun einer neuen Nutzung zugeführt.

Keramikplatte mit Daten des Verstorbenen

Ab sofort ist es möglich, sich einen „Familienbaum“ zu pflanzen. Hierzu kann an von der Friedhofsverwaltung ausgewiesenen Stellen ein Baum gepflanzt werden und mit einer bestimmten Anzahl an Urnen belegt werden. Diese Bestattungsform fällt unter die Bezeichnung Urnenwahlgrab, da die angelegte Fläche von den Angehörigen selbst gepflegt werden muss.

Anders verhält es sich bei einem Urnenreihengrab-Baum. Hier ist der Baum bereits von der Friedhofsverwaltung gepflanzt und die zu belegenden Plätze werden der Reihe nach zugewiesen. Die Grabstelle ist durch eine kleine Keramikplatte gekennzeichnet, auf der Raum für Gravur von Namen und Daten des Verstorbenen gegeben ist. Um die Kosten sehr günstig zu halten, sind diese Urnenplätze kleiner als die Urnenwahlgräber.

Bei der dritten Alternative handelt es sich um die Gemeinschaftsgrabanlage für Urnen. Dabei ist das Grabfeld mit bodendeckenden Stauden und saisonaler Wechselbepflanzung angelegt, die zu jeder Jahreszeit ein schönes und vor allem gepflegtes Bild abgeben, da sie von den Friedhofsgärtnern regelmäßig bewirtschaftet werden. An einer Granit-Stele wird nach der Beisetzung eine Plakette angebracht, auf der Name und Daten eingraviert werden; der Schriftzug ist frei wählbar.

Wünsche der Friedhofsbesucher umgesetzt

Bei dieser Urnengemeinschaftsanlage und den Baumbestattungen hat Julian Plöger direkt die Wünsche umgesetzt, die die Friedhofsbesucher immer wieder geäußert haben. „Die Kinder sind weggezogen“, „Ich habe keine Zeit und keine Möglichkeit, das Grab zu pflegen“, „Wer kümmert sich, wenn ich einmal nicht mehr da bin?“ – solche Aussagen hätten ihn veranlasst, „die bestehende Lücke mit diesen Formen der Bestattung zu schließen“, lautet das Fazit des Friedhofverwalters.

Brigitte Metzner und Julian Plöger freuen sich sehr, dass ihre neuen Angebote bereits gut angenommen werden. Der erste Familienbaum wurde kürzlich fertig angelegt, und auch der erste Baum mit Urnenreihengräbern ist bereits nach wenigen Monaten fast voll belegt. Metzner und Plöger geben gerne Auskunft und zeigen interessierten Besuchern bei Bedarf die ganze Vielfalt ihres Friedhofes. Nähere Auskünfte gibt es unter den Telefonnummern (05722) 957716 und (0176) 34365804.

von Anja Hillmann