Bückeburg: Was kann die Stadt für den Klimaschutz tun? Das wollen sich die Bürgermeisterkandidaten vornehmen
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Bückeburg: Was kann die Stadt für den Klimaschutz tun? Das wollen sich die Bürgermeisterkandidaten vornehmen

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11:00 05.08.2021
Quelle: Christian Charisius/dpa / Raimund Cremers (3)
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Bückeburg

Sandra Schauer (SPD), Axel Wohlgemuth (CDU) und Andreas Paul Schöniger (Freie Wähler) bewerben sich um das Bückeburger Bürgermeisteramt. Welche Maßnahmen wollen die Kandidaten vor Ort für den Klimaschutz ergreifen, falls sie gewählt werden? Wir haben nachgefragt.

Sandra Schauer-Bolte (SPD): Konkrete Ziele und Maßnahmen

Sandra Schauer-Bolte

„Klimaschutz beginnt hier vor Ort und ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Politik, Verwaltung und Bürger*innen. Eine Aufgabe, die alle Bereiche unseres Alltags betrifft. Um sinnvolle und nachhaltige Entscheidungen für Bückeburg zu treffen, brauchen wir ein Konzept mit konkreten Zielen und Maßnahmen, mit denen die Verwaltung fachübergreifend arbeitet und die für unsere Bürger*innen hilfreich sind. Mit der Energieagentur Schaumburg, der BürgerEnergieWende und den Stadtwerken Schaumburg-Lippe haben wir vor Ort Klimaschutzprofis, die unsere Vorhaben unterstützen können.

Mehr dazu: Stadt Bückeburg tritt Energieagentur des Landkreises Schaumburg bei

Mit meinem Einsatz für Tempo 30, einen attraktiven Rad- und Fußverkehr in der Innenstadt und Müllreduzierung in der Verwaltung habe ich klimafreundliche Projekte auf den Weg gebracht.

Anschieben werde ich als Bürgermeisterin einen ersten Aktionsplan mit Ideen, die zeitnah umgesetzt werden. Dazu gehören Energieeinsparungen in Verwaltung, städtischen Gebäuden und im öffentlichen Raum. Das Mikroklima der Stadt wird durch mehr Bäume, grüne Vorgärten, Fassaden und Dachflächen verbessert. Dächer von Industrie-Gebäuden und öffentlichen Bauten müssen für PV-Anlagen gewonnen werden.

Bei städtischen Bauprojekten sind eine klimafreundliche Bauweise sowie ein möglicher Umbau immer einem Abriss vorzuziehen. In einem Klimaschutznetzwerk können wir Experten, Unternehmen und Privathaushalte zusammenbringen.

Bürger*innen können wir mit Veranstaltungen und Beratung überzeugen, sich für unseren Planeten stark zu machen, Kinder in Kitas und Schulen für den Klimaschutz begeistern.

Im Sanierungsgebiet haben wir die Gelegenheit, mit den Stadtwerken Schaumburg Lippe ein Pilotprojekt zur regenerativen Energiegewinnung im Quartier umzusetzen.“

Axel Wohlgemuth (CDU): Zwei große Handlungsfelder

Axel Wohlgemuth

„Als Bürgermeister sehe ich zwei große Handlungsfelder, um den Klimaschutz aktiv voranzubringen: Die Stadt muss mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Gebäude energetisch sanieren und dazu noch mehr Menschen in Bückeburg dafür gewinnen, selbst aktiv etwas für den Klimaschutz zu tun.

Die städtischen Immobilien haben aktuell einen Energieverbrauch von circa drei Gigawattstunden. Das entspricht dem Durchschnittsverbrauch von 800 Privathaushalten. Diesen Verbrauch müssen wir zunächst durch energetische Sanierungsmaßnahmen senken und die dann noch notwendige Energie durch den Ausbau von Windrädern und Photovoltaik-Anlagen direkt vor Ort gewinnen. Mit den Grundschulen sind wir gerade angefangen – und das ist für Bückeburg sowohl personell als auch finanziell schon eine Herausforderung. Damit wir auch die Sanierung unserer Kinderbetreuungseinrichtungen, Dorfgemeinschaftshäuser und Sportstätten zeitnah umsetzen können, ist für mich als Verwaltungschef die aktive Einwerbung von Zuschüssen aus öffentlichen Förderprogrammen eine der zentralen Aufgaben.

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Gleichzeitig möchte ich die Bückeburger auf unserem gemeinsamen Weg zur Klimaneutralität mitnehmen. Ich möchte, dass wir als Stadt noch aktiver über Fördermöglichkeit für die energetische Sanierung von Wohnhäusern aufklären und bei Neubaugebieten stärker als bisher für energieeffizientes Bauen werben. Zudem möchte in den nächsten fünf Jahren den Umstieg auf das Fahrrad und den ÖPNV erleichtern. Dazu gehören für mich der weitere Ausbau unserer Radwege und zusätzliche Abstellmöglichkeiten. Besonders wichtig ist mir auch die Förderung regionaler und klimafreundlicher Lebensmittel. Der Wochenmarkt ist dafür eine der besten Vermarktungsplattformen. Warum nicht einen Feierabendmarkt anbieten, der um 15 Uhr startet?“

Andreas Paul Schöninger (Freie Wähler): Anreize schaffen, Ziele erreichen

Andreas Paul Schöninger

„Klimaschutz betrifft fast alle kommunalen Aufgabenbereiche, von der Verkehrsplanung über die Genehmigung von Baugebieten oder den Betrieb kommunaler Liegenschaften bis hin zur Beschaffung. Klimaschutz muss zudem Anreize bieten, um gesteckte Ziele zu erreichen. Vorgaben müssen ausgewogen und finanziell tragbar sein, auch für die, die investieren wollen.

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Ein Ziel für Bückeburg wird es sein, sich vom Energieverbraucher zum Energieproduzenten und -konsumenten zu entwickeln. Mein Ziel ist es, zusammen mit Politik, Verwaltung und externen Fachleuten unverzüglich in die Planung und Umsetzung einzusteigen, dabei Etappenziele festzulegen und diese auf einer Zeitachse zu skizzieren. Die Klimaschutzagentur Niedersachsen, die Leitstelle Klimaschutz Schaumburg, die Beratungsstelle Klimaschutz des Bundes und die BürgerEnergiewende Schaumburg müssen in Planungen eingebunden werden.

Mit Blick auf die Baugebiete und stadteigenen Liegenschaften erscheint mir die künftige Begleitung von Vorhaben durch einen Sanierungs- oder Klimamanager respektive eine Sanierungs- oder Klimamanagerin wichtig und sinnvoll. Mein Ziel ist es, eine solche von mir bereits beantragte Stelle im zuständigen Fachreferat einzubringen.

Auf Wasserstoff wird eine zunehmende Bedeutung zukommen, um fossile Brennstoffe zu ersetzen. Hier kann die Stadt ebenfalls profitieren. Hierfür nutze ich bereits mein Netzwerk, um auszuloten, ob sich in den kommenden Jahren Synergien mit der Bundeswehr und der Industrie ergeben. Da Klimaziele den zukünftigen Finanzrahmen vorgeben, muss die Überführung der städtischen Liegenschaften in eine Liegenschafts- und Wohnungs-GmbH geprüft werden, um finanzielle Spielräume zu schaffen und um zukünftige finanzielle Lasten zu schultern, ohne dabei unsere gesellschaftlichen Verpflichtungen zu beschneiden.“ r