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Bückeburg Stadt Bückeburger Herbstmarkt lockt mit Riesenrad
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Bückeburger Herbstmarkt lockt mit Riesenrad
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16:34 27.10.2019
Hauptattraktion der Herbstmesse: Das 30 Meter große Riesenrad am Marktplatz. Quelle: jp
BÜCKEBURG

Wo sonst am Freitag und Samstagabend vor allem bei ungünstiger Witterung spätestens ab 21 Uhr oftmals gähnende Leere herrschte, da schoben sich die Publikumspulks bis zur üblichen Sperrstunde um 22 Uhr durch die Fußgängerzone sowie über Markt- und Sablé-Platz.

Gerade der Teil des Publikums, den man ansonsten zu vorgerückter Zeit häufig vergeblich dort suchte, nämlich Jugendliche und junge Erwachsene, zeigte sich diesmal von den angebotenen Kirmes-Attraktionen überaus angetan. Fragte man das junge Volk danach, was denn auf dem diesjährigen „Schock“ (wie der Herbstmarkt von vielen älteren Bückeburgern immer noch gerne genannt wird) so besonders sei, so erhielt man fast immer die gleiche Antwort: „Das Riesenrad.“

Kirmesnostalgie

Fraglos hat mit der 30 Meter hohen Stahlkonstruktion „Wheel of Circus“ ein Stück waschechter Kirmesnostalgie Einzug in Bückeburg gehalten. Schon vergangene Woche sorgte das Riesenrad auf dem Krammarkt in Stadthagen für faszinierende, schwindelfreie Höhenaussichten auf die Kreisstadt. Seit acht Jahren ist die Schausteller-Familie Sperlich aus Zahna-Elster im sachsen-anhaltinischen Landkreis Wittenberg mit dem von Inhaber Enrico Sperlich selbst entworfenen Riesenrad zwischen Rügen, Fehrmarn, Stuttgart und München unterwegs. Und auch in Bückeburg sorgte der rotierende Stahlgigant mit der Panoramaaussicht auf Rathaussaal, Fußgängerzone und Schloss für nahezu pausenlosen Andrang bis in die Abendstunden.

Diskussion im Öffnungszeiten

Dennoch ist die Diskussion um die abendlichen Öffnungszeiten nicht gänzlich verstummt. In den vergangenen Jahren war sowohl von Besuchern als auch von Seiten einiger Schausteller kritisiert worden, Frühjahrs- und Herbstmarkt hielten an Wochenenden mit ihrem vergleichsweise frühen Schluss bereits um 22 Uhr vor allem Jugendliche und jüngere Erwachsene von einem Besuch ab. Patrick Hanf aus Herford, Betreiber des Kinder-Karussells „Biene Maja“ in der Fußgängerzone und Enkelsohn des ehemaligen Schaustellersprechers Josef Weber, ist davon fest überzeugt: „Gerade die großen Fahrgeschäfte leiden darunter, denn die verdienen vor allem in den Abendstunden ihr Geld.“

Stunde mehr oder weniger

Andere Schausteller sehen die Problematik differenziert: Rudolf Osthold, Angehöriger der alteingesessenen Mindener Schaustellerfamilie Osthold und auf dem Bückeburger Frühjahrsmarkt stets mit seinem Champignonstand zu finden, hält aufgrund des Vergleichs mit dem an Wochenendtagen bis 23 Uhr geöffneten Krammarkt in Stadthagen die eine zusätzliche Stunde nicht für „kriegsentscheidend“: „Auch dort verkaufen wir ab halb zehn Uhr abends kaum noch eine Portion.“

„Bis 22 Uhr ist völlig okay, da wir vor allem von Familien leben“, meint Maike Richter, Schwiegertochter von Riesenrad-Inhaber Enrico Sperlich. „Wenn das die Leute wissen, kommen sie auch eher.“ Zum ersten Mal in Bückeburg vertreten ist Michael Harder mit seinem Karussell „Beat Box“. Das Fahrgeschäft vom Typ Scheibenwischer lässt derzeit vor dem Gebäude der Stadtverwaltung seine jungen und jung gebliebenen Passagiere während der rasanten Kreisbewegung jauchzen und kreischen. Der Schausteller aus Geesthacht ist mit Zulauf tagsüber durchaus zufrieden. „Am Freitagabend hätte ich mir jedoch bei dem warmen Wetter etwas mehr erwartet.“

Lange Tradition

Marktmeisterin Natascha Vogt von der Stadtverwaltung Bückeburg hält den Gedanken einer verlängerten Öffnung an Wochenendtagen für durchaus überlegenswert. Bislang sei der Wunsch jedoch noch nicht vonseiten der Schausteller an sie herangetragen worden. „Die Öffnung abends bis 22 Uhr hat halt in Bückeburg lange Tradition.“

Gestern sorgte trotz regnerischer Witterung der verkaufsoffene Sonntag für Massenandrang in Bückeburgs guter Stube. HINWEIS: Am Montag lockt der Herbstmarkt noch einmal am traditionellen Familientag mit reduzierten Preisen. Von Johannes Pietsch