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Bückeburg Stadt Das Kopfkino gibt Inspiration
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20:08 24.05.2019
Nané Lénard und Hund Leo sind ein gutes Team. Leo ist auch bei Lesungen der Autorin oft dabei. Foto. gn
Nané Lénard und Hund Leo sind ein gutes Team. Leo ist auch bei Lesungen der Autorin oft dabei.  Quelle: gn
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Bückeburg

Im Frühling kurz vor der Leipziger Buchmesse erscheint jeweils ein Friesenkrimi und im Herbst vor der Frankfurter Buchmesse kommt ein neuer Schattenkrimi auf den Markt.

Mit etwa 350 Seiten pro Buch muss ein Autor da schon diszipliniert arbeiten. Aber mit Schreibblockaden hat Lénard nicht zu kämpfen, denn sie hat eine so große Vorstellungskraft für die jeweilige Handlung, die sich bei ihr im Kopf ziemlich selbstständig wie in einem Film entwickelt.

Angefangen hat ihre Erfolgsstory mit einem dritten Platz für ihre Kurzgeschichte bei einem Autorenwettbewerb der Buchhandlung Scheck in Bückeburg, bei dem der CW Niemeyer Buchverlag aus Hameln auf sie aufmerksam wurde.

Die gelernte medizinische Fachangestellte, die im Bückeburger Ortsteil Bergdorf aufgewachsen ist, hat schon immer gerne ihre Gedanken zu Papier gebracht. In der Jugend hat sie Tagebuch geführt und große Gefühle in Gedichten ausgedrückt. Per Fernstudium hat sie sich mit neuer deutscher Literaturwissenschaft beschäftigt.

In Tschechien geforscht

Nach der erfolgreichen Teilnahme an dem Autorenwettbewerb, fragte die Verlagsleitung aus Hameln nach, ob sie Regionalkrimis schreiben wolle, denn mit den Kriminalgeschichten aus der Eifel oder aus dem Frankfurter Nordwesten hatte sich ein neues Genre etabliert. So entstanden die beiden ersten Bücher „Schattenhaut“ und „Schattenwolf“. Kommissar Hetzer, der namentlich an ihren Nachbarn, einen ehemaligen Kommissar aus Bückeburg angelehnt ist, ermittelt seither in allen Schattenkrimis.

Sehr lange und intensiv hat Lénard für den Roman „Schattenzorn“ recherchiert, eine sehr persönliche Geschichte, die sie von ihrer Großmutter erzählt bekommen hat. Dafür ist die Autorin nach Tschechien gefahren und hat dort in alten Kirchenbüchern nach mysteriösen Todesfällen ihrer Vorfahren geforscht. Ihre medizinische Ausbildung kam ihr dabei zugute, denn es wurde immer auch der Grund des Todes aufgeschrieben, wenn auch mit altertümlichen Bezeichnungen.

Zu ihrer neuen Reihe der Friesenkrimis wurde Lénard auf der Buchmesse in Frankfurt von einer ZDF-Mitarbeiterin aus der Kulturredaktion animiert. Sie wünschte sich Kriminalgeschichten, die an der Nordsee spielen, aber nicht nur spannend, sondern auch skurril und witzig sein sollten.

Diese etwas lockere Art macht Lénard beim Schreiben viel Spaß. Angelegt sind sie in dem kleinen Fischerort Neuharlingersiel, wo sie vielfach Urlaub gemacht hat und inzwischen jedes Schaf persönlich kennt. Das ZDF will die Friesenkrimis verfilmen.

Gelesen werden Lénards Krimis aber nicht nur hier in der Region. Ihre Fans sind im gesamten deutschsprachigen Raum anzutreffen. Wenn sie morgens mit ihrem Hund Leo vom Spaziergang zurückkommt, setzt sie sich ins Arbeitszimmer an den PC, stellt ihr Kopfkino an und schon schreibt sie auf, wie in ihrer Fantasie die Personen agieren. Wobei die Autorin zugibt: „Die ersten 50 Seiten sind immer etwas kniffelig, da muss ich mir zunächst ein grobes Gedankengerüst bauen.“

Nebenbei hat Lénard durch die Zusammenarbeit mit dem Hamelner Buchverlag den Mann ihres Lebens kennengelernt und ist seit sieben Jahren mit dem Verlagsleiter Carsten Holzendorff verheiratet.

Die Arbeit an ihrem neuen Buch „Schattenschuld“ kommt gut voran. Darin geht es um eine Kriminalgeschichte, die mit einem Knochenfund an der Klus beginnt. gn