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Bückeburg Stadt Dem Museum Bückeburg steht ein arbeitsreiches Jahr bevor
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Dem Museum Bückeburg steht ein arbeitsreiches Jahr bevor
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22:37 29.01.2019
Schaumburger Trachten mit ihren aufwendigen Stickereien sind der ganze Stolz des Museums. Allerdings ist die Präsentation nicht mehr zeitgemäß. Die Dauerausstellung soll 2020 umgestaltet werden. Quelle: kk
Bückeburg

Allerdings wird sich das Haus an der Langen Straße in Bückeburg seinen Gästen dann noch nicht in neuem Glanz präsentieren können. Die groß angelegte Umgestaltung der Dauerausstellung, immerhin ein Millionenprojekt, soll erst 2020 umgesetzt werden.

Voraussetzung dafür ist natürlich, so Anke Twachtmann-Schlichter, dass auch alle angepeilten Zuschüsse endgültig zugesagt werden. Die Museumsleiterin ist aber zuversichtlich: „Wir sind auf einem guten Weg.“

Im Museum gibt es aktuell viel zu tun

Allerdings binden die Vorbereitungen für die Umgestaltung schon jetzt viel Arbeitskraft. Derzeit wird an einer Dokumentation über das Museum gearbeitet, die auf Konzepte, Sammlung, Forschungsarbeit und Perspektiven eingeht. Das Papier ist eine der Voraussetzungen für das Erlangen des Museumsgütesiegels. Und ein solches Qualitätsmanagement wiederum erwarten große Sponsoren, bevor sie diese Zuschüsse gewähren.

Apropos Perspektiven: Das Museum spielt für den Tourismus in Bückeburg eine große Rolle. Ein großer Teil der rund 11.000 Besucher im vergangenen Jahr waren auswärtige Gäste, die moderne Ausstellungskonzepte erwarten. Mit dieser Zahl war Twachtmann-Schlichter angesichts des heißen Sommers – durchaus kein Museumswetter – recht zufrieden.

Wegen der anderen Arbeitsschwerpunkte bleibt in diesem Jahr nicht genügend Zeit, um ein „eigenes“ Ausstellungsprojekt auf die Beine zu stellen. Langweilig wird es trotzdem nicht: Ab Oktober läuft die Sonderausstellung „frauenORTE Niedersachsen“ des Landesfrauenrates. Und bis zum Sommer ist noch die sehr erfolgreiche Schau mit Arbeiten des Bückeburger Künstlers Herbert Klingst zu sehen.

So machte Fürstin Juliane Bückeburg zum "frauenORT"

Fürstin Juliane macht Bückeburg zum „frauenORT

Vom 22. Oktober bis zum 15. Dezember zeigt das Museum Bückeburg die Ausstellung „frauenORTE Niedersachsen – Über 1000 Jahre Frauengeschichte“. Darin präsentiert der Landesfrauenrat Frauengeschichte und Frauenkultur in einem Zeitraum von mehr als 1000 Jahren. Prominent darin vertreten ist Fürstin Juliane zu Schaumburg-Lippe, eine unkonventionelle Regentin. Ihre Persönlichkeit und Geschichte machen auch Bückeburg zu einem „frauenORT“. Das Museum ergänzt die Ausstellungstafeln durch Objekte und Informationen aus dem eigenen Fundus.

Fürstin Juliane ist in der Ausstellung vertreten.

Vorgestellt werden 35 historische Frauenpersönlichkeiten. Die Ausstellung zeigt, wie sich die zeitgenössische Teilhabe von Frauen in der Gesellschaft entwickelt hat und stellt den aktuellen Bezug her. Sie erzählt von den Leistungen der Frauen, die sie auf politischem, kulturellem, sozialem, wirtschaftlichem oder wissenschaftlichem Gebiet vollbracht haben. Unter dem Motto „Wir haben die Wahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht – 100 Jahre Aufbruch“ werden vier neue Thementafeln integriert.

Der zeitliche und thematische Bogen der Gesamtausstellung spannt sich von der Kanonisse Roswitha von Gandersheim im 9. Jahrhundert bis zu Cilli-Maria Kroneck-Salis, Mitbegründerin des Osnabrücker Frauenhauses in den 70er-Jahren. Anita Augspurg, eine der bekanntesten Kämpferinnen für das Frauenwahlrecht, wird ebenso vorgestellt wie Theanolte Bähnisch und Hertha Peters, die als erste Regierungspräsidentin und erste Landrätin in Niedersachsen gewirkt haben.

Diese Veranstaltungen stehen im Museum bevor

Zur Klingst-Ausstellung gibt es zwei interessante Ergänzungen. Am 6. Juli findet eine musikalische Führung durch die Schau statt. Die fachkundigen Erläuterungen von Dieter Hanauske werden durch Saxofon- und Percussionklänge von Joachim Gies untermalt.

Am 16. und 17. März gibt es zudem in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule einen Kunstworkshop. Martina Grandhomme führt in „Die Welt des Aquarells“ ein.

Weitere Kooperationspartner sind die Gesellschaft für Sicherheitspolitik und die Sparkasse Schaumburg. In der gemeinsamen Reihe „Nachgefragt“ stehen folgende Themen auf dem Programm: „Was die Welt braucht, ist weniger Belehrung als Erinnerung“ am 13. Februar mit Stefan Brüdermann; am 13. März „Wer macht eigentlich in Zukunft den Honig?“ mit Imkermeisterin Anna Giehl und am 10. April „Wer war Hieronymus von Münchhausen wirklich?“ mit Otto von Blomberg. In einer Vortragsveranstaltung des Museums stellt Wolfgang Battermann am 25. April die Alte Synagoge in Petershagen vor.

Beteiligen wird sich das Museum am bereits erwähnten Museumstag, am Bürgermahl der Stadtkirchengemeinde am 1. Juni, an der „Langen Nacht der Kultur“ am 20. September und am Lebendigen Adventskalender am 6. Dezember.

von Karsten Klaus