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Bückeburg Stadt Die Vatis machen sich rar
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22:09 30.05.2019
Bei der Vati-Party sind eindeutig die Frauen in der Überzahl. Fotos: jp
Bei der Vati-Party sind eindeutig die Frauen in der Überzahl. Fotos: jp
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Bückeburg

Ob auf Straßen, Feldwegen oder auf Veranstaltungen, die typischen „Vatis“ machten sich rar. Bollerwagengefährte oder flaschen- und bierdosenschwenkende Jungmänner-Trupps suchte man rund um die Historische Residenzstadt nahezu vergeblich. Und wenn irgendwo entsprechende Wandergrüppchen unterwegs waren, dann bestanden diese – ganz im Gegensatz zu früheren Gepflogenheiten des „Vatertags“ – häufig überwiegend aus Frauen und Mädchen.

Auch die traditionelle Vati-Party am Rusbender Hafen bekam diese Zurückhaltung zu spüren. Galt sonst dort die Regel, dass je schlechter sich das Wetter gestaltete, desto schneller die Vatertags-Ausflügler das Zelt füllten, so nahm die von den heimischen Veranstaltungsspezialisten BDT Music & Light organisierte Party-Sause diesmal sowohl im Zelt als auch auf dem Freigelände darum herum mit deutlich angezogener Handbremse Fahrt auf. „Hier ist so viel los wie sonst kurz nach Mittag“, meinte mit Julia Stratmann aus Bückeburg eine langjährige Stammbesucherin der Vati-Party am späten Nachmittag, als bereits die erfahrenen und beliebten Top-Forty-Spezialisten der hannoverschen Band Steam die Bühne geentert hatten und das Publikum mit zahlreichen aktuellen Chart-Hits und Rock- und Pop-Klassikern der letzten Dekaden in Schwung brachten.

Zurückhaltung bei der Vati-Party

Dabei erlebte das Rusbender Zeltfest offenbar das gleiche Schicksal wie viele vergleichbare Events an diesem Tag. Eine Gruppe Besucher der Vati-Party berichtete, gerade von einer Veranstaltung in Krainhagen gekommen zu sein: „Und dort war noch viel weniger los.“ Von einem starken Besuch wurde allein von der Aussichtsplattform des Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Porta Westfalica berichtet, das offenkundig immer noch vom Reiz des Neuen seit dem umfangreichen Umbau und der Wiedereröffnung im Juli vergangenen Jahres profitiert.

Vati-Party-Veranstalter Marinus Kienzl zeigte sich etwas ratlos angesichts der mangelnden Resonanz: Er machte nicht nur das aktuelle Wetter dafür verantwortlich, sondern auch einen seit Jahren zu beobachtenden Trend, „dass wohl immer mehr Leute gar nicht mehr losziehen“. Mit etwas Wehmut denkt der BDT-Chef dabei an die Zeiten zurück, als die Vati-Party noch direkt am Schäfer-Hof in Rusbend gefeiert wurde und die Besucherscharen deutlich früher aufschlugen als seit dem Umzug der Veranstaltung an den Mittellandkanal: „Dort war einfach alles wesentlich kompakter und zentraler gelegen.“ jp