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Bückeburg Stadt Fast 30 Millionen Euro Investition in Bückeburg
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Fast 30 Millionen Euro Investition in Bückeburg
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17:55 24.02.2020
Nachdem es um den Abriss von Haus Reiche und das Aussehen des Senioren-Kompetenzzentrums einige Kritik gab, werden die Pläne modifiziert: So wird es ab August 2021 an der Herminenstraße aussehen. Quelle: Posern Dipl. Ing. & Architekten
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Bückeburg

Inoffiziell wird bereits seit Ende Januar gebaut, aber seit gestern Nachmittag ist es offiziell: Der Bau des Seniorenkompetenzzentrums mit seinen 131 Betten auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses Bethel an der Herminenstraße hat begonnen. Zudem entstehen auf der rund 11.000 Quadratmeter großen Fläche in drei Wohngebäuden insgesamt 46 Senioren-Service-Wohnungen, darunter sieben Penthäuser.

Ihr Bau beginnt Anfang Mai. Beide Bereiche sollen im August 2021 bezugsfertig sein. Der offizielle Name der für die Stadt Bückeburg so wichtigen Nachfolge-Nutzung des ehemaligen Krankenhaus-Areals: „Bethel-Quartier.“

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16,3 Millionen Euro gehen ins Pflegeheim

Insgesamt 28,66 Millionen Euro investieren die Immac AG Hamburg und eine Tochtergesellschaft in die Neubauten, wie der Immac-Aufsichtsratsvorsitzende Markus H. Schiermann, der Immac-Vorstand Jens Wolfshagen und Volksbank-Vorstand Joachim Schorling, über die Volkbank in Schaumburg läuft die Vermarktung der Service-Wohnungen, im Rahmen eines Pressegesprächs mitteilten: 16,3 Millionen Euro in das Pflegeheim, 12,36 Millionen Euro in die drei Service-Wohngebäude. Die größte Herausforderung sei gewesen, gute Baufirmen zu guten Preisen und guter Qualität zu finden, sagte Schürmann. Dies sei aber mit den Generalunternehmen Hanke-Bau für das Heim und Köster- Bau für die Wohnungen gelungen. Während das Kompetenzzentrum im Fonds der Immac AG bleibt, können die Service-Wohnungen als Eigentum erworben werden. Attraktiv für potenzielle Käufer, da die Wohnungen nach KfW-Standard 55 gebaut werden. Betreiber des Pflegeheims wird die Dorea-Gruppe.

Schiermann erinnerte an die Planungsphase, die sich wegen der Kritik von Anwohnern an der Gestaltung des Seniorenheims – das Gebäude passe nicht in das Villenviertel des Nordharrls, das denkmalgeschützte Haus Reiche dürfe nicht abgerissen werden –  länger als üblich hingezogen hat. Es seien mehr Abstimmungsgespräche als sonst notwendig gewesen. Vorschläge der Anwohner und aus der Politik zur Gestaltung seien umgesetzt, der Baukörper mehr gegliedert und mit einem leichten Knick an den Verlauf der Herminenstraße angepasst worden. Schiermann: „Das Gebäude ist sehr chic geworden für ein Haus der Grund- und Regelversorgung. Eine sehr hochwertige Gestaltung.“Mit ein Grund auch, warum die Immac das Gebäude im Bestand behalte. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung bezeichneten die Beteiligten als gut.

Seniorengerecht und selbstbestimmt wohnen

Gerade vor dem Hintergrund, dass die Nachfrage nach seniorengerechten Wohnungen sowie Alten- und Pflegeheimplätzen in der ehemaligen Fürstenresidenz weitaus größer als das Angebot sei, ist dieses Konzept für Bückeburg sehr zu begrüßen, sagte Schorling. Ein weiterer „unschlagbarer Vorteil“: Das Konzept der Service-Wohnungen vereine die Möglichkeit, seniorengerecht und selbstbestimmt zu wohnen und bei Bedarf auf Serviceleistungen der stationären Pflegeeinrichtung zurückgreifen zu können.

Die Service-Wohnungen mit Anspruch auf einen Pflegeplatz beziehungsweise Penthäuser sind in sich abgeschlossen, haben Größen zwischen 47 bis 138 Quadratmeter und kosten 172.000 bis 605.000 Euro. Die Wohnungen verfügen über zwei bis drei Zimmer mit Flur, ein barrierearmes Bad und eine eigene Terrasse beziehungsweise Balkon. Pro Haus werden zwei rollstuhlgerechte Wohnungen gebaut. Zwischen den Häusern A und B, beide auf der ehemaligen Tiefgarage des Krankenhauses Bethel, wird ein Gemeinschaftsraum als zentraler Treff- und Aktionspunkt für die Bewohner entstehen. Das dritte Gebäude C wird oberhalb der ehemaligen Tiefgarage errichtet. Die Penthouse-Wohnungen verfügen über zwei bis vier Zimmer mit Flur, ein separates Gäste-WC, einem Abstellraum und großzügiger Dachterrasse.

Die Gebäude haben – natürlich – Aufzüge und Automatiktüren an den Eingängen sowie eine Tiefgarage beziehungsweise Außenstellplätze. Für einige Wohnungen würden bereits Reservierungen vorliegen, sagte Mike Harste, Leiter der Volksbank-Immobilien-Abteilung. Erschlossen werden die Service-Gebäude über den Bethelweg.

Schwesternwohnheim wird zur Integrierten Pflegeschule

In dem ehemaligen Schwesternwohnheim gegenüber dem Baugelände am Palaisgarten wird mit der Fertigstellung des Heims eine integrierte Pflegeschule eröffnet. Das Konzept wird nach Angaben von Markus Schiermann gerade erarbeitet, die notwendigen Schul- und Unterrichtsflächen ermittelt. Betreiber wird die Akademie Überlingen als Bildungsträger sein, auch regionale Anbieter sollen mit ins Boot geholt werden.

In dem Wohnheim werden zudem Mikroapartments entstehen, bezahlbarer Wohnraum für Schüler, Pfleger, aber auch Mitarbeiter des Pflegeheims. 200 Euro nannte Schiermann als Miete.

Gemeinsam mit der Stadt wird Schiermann einen Ideen-Wettbewerb mit Architektur-Studenten der Universität Hannover über die künftige Gestaltung und Nutzung des Gebäudes ausloben, ebenso über die innenarchitektonische Ausgestaltung. Gedacht ist an eine „moderne Community“, nannte Schiermann als Schlagwort: mit Orten der Begegnung und des Zusammensitzens, mit Gemeinschaftsflächen- und Küchen. Nach den Sommerferien wird dieses Projekt starten. „Auch diese Art der Folgenutzung ist eine Bereicherung für die Stadt Bückeburg“ sind sich Bürgermeister Reiner Brombach, die Immac-Verantwortlichen und die Volksbank in Schaumburg sicher.

Von Raimund Cremers