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Bückeburg Stadt Feuerschutzausschuss diskutiert über neue Drehleiter für Bückeburg
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22:43 24.10.2019
Drehleitereinsatz: Bückeburger Feuerwehrleute holen 2018 in Obernkirchen einen Patienten aus dem obersten Stockwerk eines Wohnhauses.  Quelle: Archiv
Bückeburg

Im obersten Preissegment liegen Hubrettungsfahrzeuge wie Drehleitern oder Fahrzeuge mit Teleskopmast. Kostenpunkt heute: um die 800.000 Euro. So eine Anschaffung will also gut überlegt sein. Die Bückeburger Feuerwehr verfügt zwar über eine funktionierende Drehleiter, diese ist aber inzwischen in die Jahre gekommen. Grund genug für den Feuerschutzausschuss, sich schon einmal über das Pro und Contra einer Neuanschaffung zu informieren.

Der Hintergrund: Für die Bückeburger Drehleiter, Baujahr 2002, ist im Jahr 2022 eine große Überprüfung und Wartung mit dem Austausch von Verschleißteilen vorgeschrieben. Kosten laut Voranschlag: mindestens 83.000 Euro, also etwa zehn Prozent des Preises für ein neues Fahrzeug. Anschließend könnte der Leiterwagen (theoretisch) weitere zehn Jahre eingesetzt werden.

Die Patienten werden nicht leichter, sondern immer schwerer.

Marko Bruckmann , Stadtbrandmeister

Die Stadtverwaltung hat nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten kalkuliert, ob und wann sich das gegenüber einer Neuanschaffung rechnet. Ergebnis: Bis 2027 wären die große Prüfung und der weitere Betrieb des alten Fahrzeugs 200.000 Euro günstiger als ein Neukauf.

Aber: Es gibt eine Reihe von Unsicherheitsfaktoren, die diese Rechnung schnell über den Haufen werfen könnten. So dürften bei der Überprüfung keine unvorhergesehenen Schäden festgestellt werden. Und in den Folgejahren dürften keine größeren Reparaturen anfallen – bei einem jetzt 17 Jahre alten Fahrzeug kann das natürlich niemand garantieren. Längere Ausfälle gingen zusätzlich ins Geld, da neben den Reparaturkosten die Miete für ein Ersatzfahrzeug anfiele. Ähnliche schmerzhafte Erfahrungen hat vor Kurzem übrigens die Feuerwehr Rinteln gemacht.

Mit Neufahrzeug auf der sicheren Seite

Mit einem Neufahrzeug wäre man da natürlich auf der sicheren Seite. Es gebe aber eine Reihe weiterer Vorteile, wie Stadtbrandmeister Marko Bruckmann und sein Stellvertreter Oliver Liese auf Nachfragen aus dem Ausschuss erläuterten. Die technische Entwicklung habe inzwischen große Fortschritte gemachte, sagten sie. Insbesondere sei die Höchstbelastung des Rettungskorbes deutlich gesteigert worden.

Da stoße die Bückeburger Drehleiter nämlich inzwischen an ihre Grenzen. Ihr Korb ist nur für 270 Kilogramm ausgelegt. Das reiche vielleicht für Brandeinsätze, aber nicht immer bei Hilfsdiensten für Notarzt und DRK. Immer häufiger müssten nämlich übergewichtige Patienten aus oberen Etagen geholt werden, weil ein Transport durchs Treppenhaus nicht möglich sei; nicht nur in Bückeburg, auch in Eilsen oder Obernkirchen. „Die Patienten werden nicht leichter, sondern immer schwerer“, so Bruckmann.

Ideal für enge Straßen

Alles Weitere sei ein Rechenexempel: Bei einem 200 Kilogramm schweren Kranken dürfe der Feuerwehrmann im Korb nur 70 Kilo wiegen, sonst müsse Bückeburg den Einsatz ablehnen. Folge: Die Feuerwehr Stadthagen oder die Werkfeuerwehr der Lebenshilfe Rinteln müsste ihr höher belastbares Fahrzeug mit Teleskoparm schicken – bis zum Eintreffen vergehe wertvolle Zeit.

Bei einer Neuanschaffung käme für das Bückeburger Stadtkommando eine neue Drehleiter mit deutlich höher belastbarem Korb und einem um fünf Meter ausklappbaren Ausleger in Frage. Vorteil gegenüber einem Fahrzeug mit Teleskoparm: schnellere Aufrüstzeit und kompaktere Maße – also ideal für die engen Bückeburger Innenstadtstraßen.

Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen wurde noch nicht getroffen. Von Karsten Klaus 

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