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Bückeburg Stadt Frau ins Gesicht getreten - fünf Monate auf Bewährung
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Frau ins Gesicht getreten - fünf Monate auf Bewährung
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23:19 08.08.2019
Bückeburg

Körperverletzung, räuberischer Diebstahl, Urkundenfälschung: Außer Straftaten hat ein 34-Jähriger nicht viel auf die Reihe gekriegt, seitdem er 2003 unter falschem Namen nach Deutschland eingereist ist. Sein Vorstrafenregister umfasst elf Einträge, er lebt von Hartz IV.

In einem jetzt zu Ende gegangenen Prozess vor dem Amtsgericht in Bückeburg ging es erneut um Körperverletzung: Im Streit soll der 34-Jährige seiner Ex (24) in deren Bückeburger Wohnung einen Faustschlag verpasst und ihr danach noch ins Gesicht getreten haben. Verhängt hat Richter Dirk von Behren dafür eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten, die Vollstreckung aber zur Bewährung ausgesetzt.

100 Stunden gemeinnützige Arbeit

Damit das Urteil nicht bloß auf dem Papier steht, kommen 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit hinzu. „Geldstrafen – das war einmal. Damit kommen wir bei Ihnen nicht mehr aus“, meinte Richter von Behren mit Blick auf die Vorstrafen des Angeklagten.

Ein gemeinsames Kind des Paares hatte die Szene damals mit ansehen müssen. Der Mann sieht in der 24-Jährigen seine Frau. „Nach deutschem Recht ist sie nicht Ihre Frau“, machte von Behren dem Angeklagten klar.

„Streit gibt es in jeder Beziehung“, hatte der 34-Jährige, der sich im Prozess selbst verteidigte, zu den Vorwürfen sinngemäß erklärt. Dies sei „einfach nicht tragbar“, hieß es dazu im Plädoyer der Staatsanwaltschaft, denn: „Der Angeklagte zeigt keinerlei Einsichtsfähigkeit.“ Er könne von Glück reden, dass er weiche Turnschuhe getragen habe und die Frau nicht deutlich schwerer verletzt worden sei. Sonst wäre der Täter wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt und härter bestraft worden.

Opfer will nicht aussagen

Das Opfer hatte eine Schwellung des Jochbeins erlitten. Vor dem Angriff soll die Frau nach dem Handy verlangt haben, um mit dem Bruder des Mannes telefonieren zu können. „Ich will nicht aussagen. Wir haben gemeinsame Kinder und versuchen, wieder zusammenzukommen“, hatte sie als Zeugin während der Verhandlung im Sitzungssaal ausgesagt.

Das Gericht kam ohne ihre Aussage aus und beließ es stattdessen bei der Vernehmung eines Polizisten, der an jenem 6. März zum Tatort gerufen worden war. Ein Zeugnisverweigerungsrecht hätte die 24-Jährige jedoch nicht gehabt. Ihren Strafantrag hatte die Frau im Vorfeld der Verhandlung zurückgezogen. Auf die Strafverfolgung des Mannes hatte dies keinen Einfluss.

Im Jahr 2014 hatte die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben schon einmal ein Verfahren wegen häuslicher Gewalt gegen den heute 34-jährigen Bückeburger eingeleitet. ly